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Sid Meier's Pirates!
 
Titel Sid Meier's Pirates!
System Microsoft Xbox
Genre Adventure
XBL Ja
Sprache Deutsch
Spieler 1-4
USK -
Release erhältlich
Homepage www.pirates-game.com
   
Vote Das ist mein Lieblingsspiel
Jetzt bei
AMAZON
bestellen

 

Sid Meier's Pirates! - Test 07.08.2005

  Test | Fazit/Wertung Test von M. Keultjes     
   
 


Wenn die riesige Abendsonne den Horizont in brennendem Glanze erscheinen lässt und das uferlose Meer in ein feuriges Schauspiel verwandelt, müde Seemänner die letzten Stunden des anstrengenden Tages in der Taverne verbringen, ermattete Händler ihre Läden schließen und sich der imposante Mast einer gewaltigen Galeone in die Lüfte erhebt, während ein majestätisch wirkender Piratenkapitän mit wehendem Haar und funkelnden Augen einer emporragenden Wellenkulisse entgegenblickt, wird einem jeden echten Seeräuberliebhaber warm ums Herz. Wir nehmen euch in unserem ausführlichen Test zu Sid Meier's Pirates! mit auf die Reise in die gigantischen Weiten des karibischen Ozeans…


Leinen los, ihr räudigen Seehunde! Arrrrr......

17 Jahre ist es her, als Entwicklerlegende und Erfinder der Strategiereihe ‚Civilizations’ ‚ Sid Meier mit ‚Pirates!’ allen sehnsüchtig wartenden Piratenfans die Möglichkeit gab, in die peitschenden Fluten der virtuellen Südsee zu segeln. Fast zwei Jahrzehnte später erscheint nun das Remake des Strategietitels für Xbox und Playstation 2, während PC-Besitzer die Neuauflage bereits vor einigen Monaten in ihre Sammlung aufnehmen durften.

Zu Beginn unserer Piraten-Laufbahn geben wir dem vorgegebenen Helden einen Namen, entscheiden uns für einen von fünf Schwierigkeitsgraden und erleben eine Eingangsszene, die wie alle Zwischensequenzen in einem stilvollen Comic-Look dargestellt wird, ohne Sprachausgabe auskommt und leider ausschließlich auf Untertitel zurückgreift. Wir erfahren, dass wir in unseren frühen Kindesjahren unserem ausgedehnten Familienstammbaum beraubt wurden und als einziges Mitglied der riesigen Sippschaft vor den Kidnappern fliehen konnten. Zehn Jahre später haben wir uns zu einem mehr oder weniger gestandenen Matrosen entwickelt, der Putzdienste auf einem achtbaren Segelschiff verrichtet. Als uns der Kapitän zu dumm kommt, stürzen wir uns kurzerhand auf ihn und erobern das Kommando über die Galeere und ihre Besatzungscrew.

An dieser Stelle steigen wir erstmals aktiv ins Spielgeschehen ein und befinden uns mit einer handvoll Goldstücken und einigen Lebensmitteln in der schier endlos großen Südsee. Von nun an steht uns frei wohin wir reisen, und welchen Weg wir auf unseren kommenden Abenteuern bestreiten möchten: Den eines Edelmannes, der für Freiheit und Gerechtigkeit und gegen meuterische Korsaren kämpft, den des kompromisslosen Seeräubers, der nach verschollenen Piratenschätzen sucht, Schiffe entert und ganze Städte in einem rundenbasierten Strategieminispiel an sich reißt oder vielleicht doch eher den Weg des karibischen Romantikers, der sich an den vielen, reizvollen Gouverneurstöchter erfreut und die Herzen der verehrten Damen in einem spaßig inszenierten Tanzspiel zu erobern versucht? Vielleicht entscheiden wir uns aber auch dafür, nach unserer verschollenen Familie zu suchen, und Rache an den verhassten Entführern zu üben. Wer mag kann seine Goldmünzen auch im Handel verdienen. So unterscheiden sich die Preise von Gegend zu Gegend und können gewinnbringend verkauft werden.


Fertig machen zum Entern!!!

Nachdem wir unseren selbst benannten Möchtegern-Piraten „Captain „Jack Smith“ an die simple Schiffmanövrierung des Spiels und den Einfluss des Windes gewöhnt haben, steuern wir den ersten Hafen an, so dass wir automatisch in ein Auswahlmenü weitergeleitet werden, welches uns schnell und unkompliziert zu den wichtigsten Orten und Gebäuden der jeweiligen Kolonie führt. Wir beschließen dem Stadtoberhaupt einen Besuch abzustatten, in diesem Fall einem englischen Gouverneur. Er erklärt uns, dass man sich zur Zeit, Pirates! Spielt im 17. Jahrhundert, mit den Spaniern im Krieg befindet. Gleichauf erhalten wir die Erlaubnis Schiffe spanischer Besetzung zu kapern bzw. zu versenken. Außerdem wird uns eine Route zur am nächsten liegenden Feindesinsel übergeben. Ruhmsüchtig wie wir sind, machen wir uns sogleich auf den Weg, um den iberischen Scheusalen die Paradenseite eines wahren Piratenkapitäns zu zeigen.

Getrieben von einem wehenden Lüftchen, erreichen wir in Windeseile unser angestrebtes Ziel und erspähen plötzlich eine spanische Handelsgaleone. Wir fassen uns ein Herz und starten unseren ersten Kaperversuch. Unbemerkt nähern wir uns unseren Opfern, die noch ahnungslos nahe der Inselküste über den Ozean schippern. Geschickt starten wir die erste Kanonenattacke. Die Besatzung leistet ganze Arbeit. Ein Volltreffer. Den Geschossen des Feindes durch ein kluges Wendemanöver geschickt entkommen, stoßen wir bis an die Planken unserer arithmetisch unterlegenen Widersacher vor. Weiße Flaggen. Unsere Rivalen haben sich tatsächlich ergeben, überlassen uns ihr Schiff und unterwerfen sich dem Kommando unseres Helden ‚Captain „Jack“ Smith’. Ein erster erfolgreicher Beutezug, der uns mit Stolz und Mut erfüllt. Da der ergatterte Kahn seine Dienste nach dem Angriff allerdings allenfalls in Form eines schäbigen Fischkutters unter Beweis stellen könnte, versenken wir das vergreiste Gefährt und machen uns mit unserem ergaunerten Diebesgut auf zum spanischen Hafen.


Land in Sicht

Dort angekommen statten wir der örtlichen Schiffswerft einen Besuch ab, um diverse Reparaturen an unserem Schätzchen vornehmen zu lassen, das es letztendlich doch nicht ganz ohne Schaden aus dem siegreichen Gefecht geschafft hat. Für wenige Goldmünzen befindet sich das Gefährt wieder in tadellosem Zustand. Bevor wir die Werft allerdings verlassen, weißt man uns darauf hin, dass unser Schiff neue, hochwertigere Segel gebrauchen könnte, die unsere Geschwindigkeit um ein Vielfaches erhöhen würden. Wir lassen uns die Gelegenheit nicht nehmen und schlagen geschwind zu. Bei unseren späteren Besuchen, stehen dann ebenfalls Fortschritte in Form von neuen Kanonensystemen und ähnlichen Verbesserungen zur Verfügung. Scheinbar war selbst das 17. Jahrhundert nicht vor der Tuningszene sicher.

Sogleich setzen wir unsere Reise fort und besuchen eine kleine, gemütliche Taverne, in der es vor zwielichten Gestalten nur so wimmelt. In einem düsteren Winkel der Örtlichkeit, abgeschieden vom flackernden Kerzenlicht, erspähen wir einen in Kapuzen gehüllten mysteriösen Fremdling. Er winkt uns zu sich. Bedenkenlos setzen wir uns zu ihm, woraufhin er uns rasch Auskunft über das Verschwinden unserer werten Verwandtschaft erteilt. Glaubt man den Worten des Unbekannten, so befindet sich unsere die Familie unseres Helden in den Fängen des Oberbösewichts ‚Marqués Monalbàn’ im tiefen Dschungelherz einer unbekannten Insel. Als seien dies ohnehin schon merkwürdige Andeutungen, erhalten wir von unserem Gegenüber einen merkwürdigen, geradezu rätselhaften Pergamentfetzen, auf der scheinbar eine Route dargestellt wird. Vollkommen verstreut und verdattert stecken wir die Karte ein und entfernen uns nachdenklich vom Tisch. Was hat es mit dem Fremdling auf sich? Welche Bedeutung hat die geheimnisvolle Karte?


Donner, Blitz und Hagelsturm

Zeit zum Nachdenken bleibt allerdings nicht. Schroff werden wir von der Seite angerempelt. Ein vernarbtes, mit einer Augenklappe verziertes Männergesicht starrt uns entgegen. Zornig dreinblickend mustert uns der grimmig wirkende Zeitgenosse. Doch die scheinbar erzürnte Stimmung nimmt einen entscheidenden Wechsel. Der Fremde bittet unseren Helden um einen Platz, in dessen Besatzungscrew und weist mit den Fingern auf eine ca. 20 Mann starke Truppe, die uns hoffnungsvoll entgegenblickt. Wohl wissend, dass unserer derzeitigen Piratentruppe noch zahlreiche Gefahren auf der Suche nach der vermissten Sippschaft von Captain Smith den Reiseweg kreuzen werden, nehmen wir das Angebot schließlich an und verlassen den spanischen Hafen, nachdem wir kurz vor der Abreise die kürzlich erbeuteten Schmuckwaren geschwind gegen bare Münze beim hiesigen Händler eingetauscht hatten.

Dies war nur ein kleiner Überblick der Möglichkeiten, die euch in ‚Pirates!’ geboten werden. So erwarten euch neben den zahlreichen Kanonenschlachten ebenfalls diverse Säbelgefechte, die in einem weiteren Minispiel absolviert werden, was allerdings kaum fordert und lediglich auf schlichtes Buttongehämmere zurückgreift. Sobald ihr euch einem attackierten Schiff bis auf wenige Meter genähert habt, werdet ihr euch automatisch auf dem Deck der gegnerischen Galeere befinden, wo ihr euch dann dem feindlichen Kapitän in einem fairen Zweikampf entgegenstellt. Sofern eure Crew in der Unterzahl ist, müsst ihr vor dem Duell verschiedene Tastenkombinationen erfolgreich ausführen, um für die erforderliche Portion Motivation für eure Besatzung zu sorgen. Leider gleichen sich die Raufereien wie ein Ei dem anderen und führen schnell zu nerviger Langeweile. Dieses Phänomen zieht sich bedauerlicherweise durch das gesamte Piratenabenteuer.


Karibische Optik?

Grundsätzlich besticht ‚Pirates!’ durch hervorragendes Seeräuberflair und unterhält während der vielen Missionen. Das angepriesene „Endlosspiel“ muss allerdings mit Einschränkungen leben. Nach ca. 20 Stunden Spielzeit sind sämtliche Aufträge ausgeführt, so dass euch bis auf die angesprochenen Minispiele und der Möglichkeit des Handelns oder Schiffe zu kapern, wenig Abwechslung geboten wird. Allerdings dürft ihr euch abseits des Solospielermodus in einem 4-Player-Splitscreen Multiplayerpart Kanonengefechte mit bis zu drei Freunden liefern. Zusätzlicher Download Content via Xbox Live wird ebenfalls angeboten werden.

Nun zur Technik: Zwar erwarten euch hübsche Wasser- und Wettereffekte, sowie abwechslungsreich gestaltete Insellandschaften, allerdings wird das schöne Gesamtbild durch viele kleinere Macken deutlich gestört. Den eigentlich passenden Comicstil trüben haklige Animationen während der Fecht- und Tanzeinlagen, die nicht mehr dem Standard eines heutigen Xbox-Titels entsprechen. Einige nervige Ruckeleinlagen sollten angesichts der Xbox Power außerdem unter keinen Umständen mehr ins Spiel finden. Zudem schneiden sich auch beim Thema Sound die Geister. Die atmosphärische Hintergrundmusik erzeugt glaubwürdiges Seeräuberflair, während in den Zwischensequenzen das angesprochene Fehlen einer Sprachausgabe Fragen offen lässt, denn abgesehen von einem unverständlichen Gemurmel scheinen die verschiedenen Charaktere an Stummheit zu leiden. An dieser Stelle wäre eindeutig mehr drin gewesen.




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  Test | Fazit/Wertung  

Übersicht

  TEST / VORABTEST
07.08.2005Sid Meier's Pirates! - Test

NEWS
14.08.2005Sid Meier's Pirates! - Review online
14.06.2005Sid Meier's Pirates! - Seeräuber wieder auf Streifzug!
02.05.2005Sid Meier's Pirates! - Publisher gefunden
03.03.2005Sid Meier's Pirates! - Release Termin bekannt

SCREENSHOTS
14.06.2005Sid Meier's Pirates! - 20 neue Screenshots
03.05.2005Sid Meier's Pirates! - 3 neue Screenshots
22.03.2005Sid Meier's Pirates! - Screenshots II
22.03.2005Sid Meier's Pirates! - Screenshots

 

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