Spec Ops: The Line Test Xbox 360 - XboxFront.de
Artikelinformation
Packshot: Spec Ops: The Line
Spec Ops: The Line
2K Games
Xbox 360

       

Test: Spec Ops: The Line


zurück
zurück
Seite 1  |  2  |  3  |  4  |  Fazit


Sechs Monate sind vergangen, seit Dubai von einem riesigen Sandsturm verwüstet wurde. Von den 1,2 Millionen Bewohnern der Stadt harren nur noch wenige in den verschütteten Ruinen aus und kämpfen um Wasser und Nahrung. Von den von Colonel John Konrad angeführten US-Truppen, die bei der Evakuierung helfen sollten, fehlt jede Spur. Eine kleine US-Spezialeinheit um Captain Martin Walker soll nach Überlebenden suchen und diese aus den versandeten Schluchten retten. Doch in der surrealen Stadt am persischen Golf liegen nicht nur Wolkenkratzer und Golfplätze begraben. Auch der Begriff der Menschlichkeit ist in der Wüste verloren gegangen.



Einen Moment lang schmerzhaft
So pathetisch ich das Setting und das Story-Konzept von Spec Ops: The Line in der Einleitung auch beschrieben haben mag: In diesem Spiel wird nichts beschönigt. Das ist auch gleich die größte Stärke des vom Berliner Entwicklerstudio Yager produzierte Third-Person-Shooters. Als großes Vorbild wird dabei von Story Developer Walt Williams DER Antikriegsfilm überhaupt „Apokalypse Now“ von Francis Ford Coppola genannt.

Im Spiel wie im Film tritt eine kleine US-Spezialeinheit gegen eine übermächtige, von einem desertierten, und augenscheinlich wahnsinnig gewordenen, amerikanischen Offizier kommandierte Armee an. Beide Geschichten wollen dabei nicht die militärischen und politischen Aspekte des Krieges hinterfragen, sondern versuchen in die Psyche der Beteiligten abzutauchen. Es geht um die Frage, was der erbarmungslose Überlebenskampf in einer abgeschiedenen Hölle, von einem Wesen, das sich „Mensch“ nennt, übrig lässt. Gibt es so etwas, wie die „richtige“ Entscheidung überhaupt noch?

Die Art und Weise, wie diese Fragen beantwortet werden, haben den Film zu Recht zu einem der größten Film-Klassiker aller Zeiten gemacht. Spec Ops: The Line ist in dieser Hinsicht äußerst ambitioniert, aber lässt leider zu viel auf der Strecke, nimmt sich nicht genug Zeit, um die gleiche Wucht, wie sein großes Vorbild zu entwickeln.

Die Schlüsselmomente des Spiels sollen eigentlich jene sein, in denen dem Spieler die Wahl gelassen wird: Wen lasse ich am Leben? Wen richte ich eigenhändig? Doch diese Momente sind viel zu selten, viel zu schnell vorbei, als dass sie mich wirklich mein Handeln hinterfragen und mit den Folgen alleine vor dem Fernseher zurück lassen. Beispiel: Zwei Gefangene baumeln an Seilen gefesselt vor mir. Ich soll entscheiden – töte ich den Wasserdieb, oder den Soldaten, der zur Strafe die gesamte Familie des armen Mannes ausgelöscht hat? Vielleicht liegt es ja an mir, aber DAS soll eine schwierige Entscheidung sein? Natürlich hab ich den Soldaten abgeknallt. Arschloch.

Man mag sich darüber streiten, dass die getroffenen Entscheidungen keinen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf haben, mich hat es nicht gestört. Dafür ist der finale Story-Twist zu gut inszeniert. Denn dieser ist es auch, der den einzig wirklich tragischen und Kopfschmerzen verursachenden Moment des Spiels als zentrales Element rekapituliert. Ich will hierzu nicht zu viel verraten. Ich sage nur: weißer Phosphor. Wer kurz googelt, wird schnell herausfinden, was das für ein Teufelszeug ist und wie gnadenlos es in vielen Kriegen und Konflikten auch gegen Zivilisten eingesetzt wird. Bezeichnend ist, dass dem Spieler in genau dieser Situation keine Wahl gelassen wird. Vielleicht ist es auch gerade die wortwörtliche Wahllosigkeit, die die sinnlose Grausamkeit und zermürbende Auswegslosigkeit des Krieges für einen kurzen, schmerzhaften Moment spürbar macht.



zurück
zurück
Seite 1  |  2  |  3  |  4  |  Fazit


10.07.2012 : Peter Lebrun


Kommentare


Kommentar schreiben:
Um einen Kommentar zu verfassen, musst du angemeldet sein.
Kommentare (9)
Flutschfinger
Flutschfinger
Lead Designer bezeichnet den Mehrspieler-Part als "Krebsgeschwür"
Lieder ist das Spiel ziemlich untergegangen. Hatte Es damals in Berlin bei yager getestet und hat mir da schon sehr gut gefallen.

Als ich da Spiel dann später als es fertig war komplett gespielt habe, war ich ziemlich überrascht von der Story und ein bestimmten Moment im Spiel vergisst man gewiss nicht mehr. Sehr schockierend und ziemlich befremdend die Story für ein Ego Shooter. Mir hat sehr gefallen.

Jeder der einen Shooter spielen will abe kein bock auf das ewige call of Duty Helden Ding hat muss sich das Game unbedingt angucken

29.08.2012 | 15:21 Uhr

hayza47
hayza47
Entwickler spricht über möglichen Nachfolger und Verkaufszahlen
demo war gut , aber zum kaufen reicht es nich. waren einfach zuviele shooter die letzten jahre, iwie hat man alles schon gesehen, gespielt und getötet.

14.08.2012 | 11:20 Uhr

e1nss
e1nss
Kostenloser Koop-DLC erscheint im August
also ich freu mich schon drauf

27.06.2012 | 11:03 Uhr

FrontPrayer
FrontPrayer
Spec Ops: The Line
Finde die Demo sehr gut!

17.06.2012 | 12:01 Uhr

e1nss
e1nss
Demo-Video: Durch das zerstörte Dubai
naja besser aussehen geht immer, zumin. mit der stumpfen grafik von den cod reihen kann es mit halten

09.05.2012 | 11:09 Uhr


1/2