Test: The Witcher 2: Assassins Of Kings Enhanced Editio...

Erst meditieren, dann kämpfen
The Witcher 2 wäre natürlich kein Fantasy-Rollenspiel, wenn keine Magie im Spiel wäre. Diese beherrscht Geralt in Form von sogenannten „Zeichen“. Diese könnt ihr über ein On-Screen-Menü auswählen, während die Zeit nützlicherweise verlangsamt wird. Das gibt den Kämpfen ein weiteres Maß an Tiefe, wie auch der Umstand, dass Tränke nur VOR Auseinandersetzungen konsumiert werden können. Doch dazu später mehr.

Fünf Zeichen können im Kampf eingesetzt werden. Zum Beispiel eine magische Falle, die Gegner lähmt, oder ein magischer Schutzschild. Dazu kommt ein Zeichen, dass in Konversationen dazu genutzt werden kann, Gesprächspartner zu beeinflussen. Der Einsatz der Zeichen ist überlebenswichtig. Ohne den taktisch klugen Einsatz von Magie kommt man in The Witcher 2 nicht weit. Bei Fallen, Waffen und anderen Gegenständen kommt das simple Crafting-System zum Einsatz, das euch erlaubt bei NPC's bauen zu lassen oder (die notwendige Bauanleitung vorausgesetzt) selbst zu bauen.

Den richtigen Ausgleich zum Kampfgeschehen findet Geralt in der Meditation. Im entsprechenden Menü könnt ihr Tränke zusammen mischen, konsumieren und für eine bestimmte Zeit in Stille verweilen, also „warten“. Da die Tränke nicht während des Kampfes konsumiert werden können und die Gefahr einer Übergiftung bergen, sollte ihr Einsatz immer wohl bedacht sein. In gewisser Weise setzt sich also im Kampfsystem der Ansatz der nicht-linearen Erzählweise der Story wieder: Alles soll bedacht werden, nichts bleibt ohne Folgen.

Was den Aufbau des Skilltrees, also des Talentbaumes, angeht, ist The Witcher 2 ein typisches Rollenspiel. Schwertkampf, Hexerausbildung, Alchimie und Magie warten hier auf ihren Ausbau. Die einzelnen Talente haben jeweils zwei Stufen und können über Verzweigungen angewählt bzw. freigeschaltet werden. Nothing Special also. Auch sind die Fähigkeiten an sich nicht sonderlich spektakulär, da es ja noch nicht mal unterschiedliche Klassen gibt, aber gut, der Mangel unterschiedlicher Klassen soll auch kein wirklicher Kritikpunkt sein.

Kritisieren muss ich jedoch die Menüführung, die sich eher behäbig und unübersichtlich zeigt. Vor allem das Inventar muss hier als Negativbeispiel herhalten. Nicht nur, dass hier oft mehrere Tastenanschläge notwendig sind, um im gewünschten Unterbereich zu landen – auch Informationen zu Items lassen sich schlecht einsehen. Zudem ist das Inventar durch das automatische Looten (Items können nicht einzeln gelootet werden) öfters mal überlastet.


17.04.2012 : Peter Lebrun