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Seit vielen Jahren ist der Begriff ‚Highscore‘ ein fester Bestandteil des Videospieluniversums, motiviert die Hatz auf Höchstpunktzahlen doch ungemein. Das renommierte und durch die Project Gotham Racing-Serie bekanntgewordene Entwicklerstudio Bizarre Creations sieht dies angesichts der so genannten „Kudos-Punkte“ aus genannter Rennspielreihe nicht anders. Wenig überraschend also, dass sich auch das neueste Shooter-Projekt des Entwicklerteams „The Club“ der Punktejagd nicht entziehen kann.
Gladiatoren der Zukunft
Das Spielprinzip von The Club ist so einfach wie in gewisser Weise pervers. Zu Beginn des Spiels wählt ihr einen von mehreren vorgegebenen Charakteren, die jeweils über unterschiedliche Fähigkeiten, wie Durchschlagskraft, Schnelligkeit und Präzision sowie verschiedene Hintergründe verfügen, entscheidet euch für einen von zahlreichen Spielmodi und sucht euch zu guter Letzt einen beliebigen Schauplatz aus. Mit geladener Feuerwaffe im Anschlag gilt es in der Folge sich durch geradlinige Level zu ballern und dabei mit einer möglichst hohen Punktzahl das Levelende zu erreichen.
Hohe Scores erreicht ihr insbesondere dann, wenn ihr den Punkte-Multiplikator mit Hilfe einer aufrechterhaltenden Kombo immer weiter erhöht. Dazu müsst ihr nichts weiter tun, als Gegner eliminieren oder diverse Schilder, die ebenfalls für eine höhere Punktzahl sorgen, abzuschießen. Da Feinde stets an den immer gleichen Positionen auftauchen, ist Levelkenntnis das A und O zum Erreichen der absoluten Highscore. Schaltet ihr einen Feind besonders elegant aus, beispielsweise durch einen Kopfschuss, wird dies mit extra Punkten belohnt.
Zweifellos motiviert die Jagd nach Höchstpunktzahlen insbesondere in Hinblick auf diverse Xbox Live Ranglisten, davon abgesehen bietet das Umfeld in dem sich das Spiel bewegt aber zu wenig Abwechslung. Was in Project Gotham Racing als einer von vielen verschiedenen Spiel-Modi funktioniert, ist in The Club einfach zu wenig und nicht mehr zeitgemäß. Warum wurde beispielsweise auf eine Story im Stile eines Films wie Fight Club verzichtet, welche insbesondere für mehr Schwung im Einzelspielermodus gesorgt hätte.
Solide Ballerei
Im Vergleich zum Spielprinzip an sich weiß The Club zumindest in Sachen Gameplay und Bedienung zu überzeugen. Die Charaktere lassen sich gut durch die unterschiedlichen Level bewegen, wobei manuell gezielt wird, was ebenfalls ordentlich funktioniert. Aufgrund der extrem eintönig modellierten Level verliert man hin und wieder die Orientierung, was aufgrund des stets sinkenden Punktemultiplikators für zusätzlichen Druck und erhöhte Panik sorgt.
Das hohe Spieltempo und der enorme Actionanteil dominieren das allgemeine Spielgefühl. Dabei darf allerdings keine clever agierende k.I. erwartet werden, was aber auch nicht wirklich ins Spielkonzept passen würde. Trotz der angesprochenen hohen Spielmodivielfalt wird The Club schnell eintönig und extrem langweilig. Abgesehen von den Survivor-Missionen, in denen ihr in einem festgelegten Kampfgebiet, das nicht verlassen werden darf, heranstürmende Feinde ausschalten müsst, reicht es letztlich durch die verschiedenen Stages zu rennen, und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln. Für einen Vollpreistitel eindeutig zu wenig.
Ein Mehrspielermodus hat ebenfalls ins Spiel gefunden. Als mehr als ein Alibi für den Cover-Schriftzug „Xbox Live“ kann dieser allerdings nicht angesehen werden. Zwar lassen sich diverse Online-Gefecht im Team oder als Solist ausfechten, im Vergleich zu Konkurrenten wie Call of Duty 4 oder Halo 3 ist The Club im Multiplayer allerdings nicht der Rede wert.
Trist und farblos
Optisch und auch auf der restlichen technischen Ebene liefert The Club zwar ein solides Bild, die farblose Umgebung und das triste und Eintönige Leveldesign veranlassen allerdings auch nicht zu großen Lobeshymnen. Einige schön in Szene gesetzte Explosionen wissen zu überzeugen, insgesamt spart der Third-Person-Shooter allerdings an Effekten, was gut ins allgemein sehr öde Gesamtbild passt. Die Charaktermodelle sehen ordentlich, der etwas übertriebene Einsatz diverser Glanzeffekte lassen die Schergen in einigen Situationen jedoch wie Wachsfiguren aussehen.
Der Sound muss sich deutlichere Kritik gefallen lassen. Schüsse und Explosionen wirken extrem kraftlos. Zudem sorgt der träge Soundtrack für wenig Atmosphäre. Auf eine Sprachausgabe wurde fast komplett verzichtet, lediglich diverse Kommentare wie „Headshot“ o.ä. wurden vertont. Ansonsten muss auf Bildschirmtexte zurückgegriffen werden. Xbox 360 und PS3-Version gleichen sich darüberhinaus wie ein Ei dem anderen.
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