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Test: This War Of Mine: The Little Ones


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In den klassischen Kriegsspielen kämpft ihr meistens für eine bestimmte Seite und zieht als Soldat in die Schlachten. Die Sicht und der Alltag der zivilen Bevölkerung bleibt dabei meist unberührt. Nicht aber in This War of Mine. Hier erlebt ihr eben genau diese Rolle des Krieges und spürt den harten Überlebenskampf. Die PC-Version konnte bereits zahlreiche Spitzenwertungen absahnen und seit Freitag gibt es den spielbaren Survival-Hit auch für die Xbox. Ob sich der eher teure Anschaffungspreis von rund 30 Euro lohnt oder This War of Mine den Krieg bereits verloren hat, erfahrt ihr in unserem FRONT-Test.



Bis ans moralische Limit!
Bereits zu Beginn wird klar, dass This War of Mine kein Zuckerschlecken wird. Der schwarz-weiße Grafikstil und die gesamte Atmosphäre vermitteln einem direkt den Überlebenskampf mitten im Krieg. Egal ob ehemaliger Fußballstar oder Fernsehkoch, im Krieg sind alle gleich. Und alle wollen auch das gleiche Ziel erreichen, nämlich zu überleben. Anfangs beginnt ihr mit drei verschiedenen Charakteren in einem zerstörten Wohnhaus. Dieses müsst ihr mit der Zeit so wieder herrichten, dass ihr zumindest einigermaßen dort leben könnt. So gilt es also beispielsweise Werkbänke und Öfen zu erreichten, damit ihr mit diesen wiederum weitere Gegenstände (wie z.B. Betten) oder wichtige Überlebensutensilien (wie z.B. Essen oder Medikamente) herstellen könnt. Wie in einer richtigen Simulation müsst ihr dabei auf sämtliche Dinge des täglichen Lebens achten. Lediglich der Gang zur Toilette wird ausgeblendet. Gespielt wird übrigens permanent in einer Querschnitt-Einsicht in die Gebäude. Der Grafikstil ist nicht spektakulär, aber sehr solide und passt bestens zum Setting.

Was zunächst simpel klingt, ist es vom Prinzip her auch, allerdings sind in Zeiten von Kriegen die Ressourcen entsprechend knapp und so wird die Aufgabe mit der Zeit zu einem echten Nervenspiel. Was ist zum Beispiel, wenn ihr an einem Tag drei hungrige Akteure steuert, eure Ressourcen aber nur für eine Mahlzeit reicht? Wen lasst ihr hungern? Erleben die beiden anderen den Tag überhaupt noch? Genau diese Situationen wird es immer wieder geben und verbinden so taktische, moralische und auch spontane Aktionen zu einem packenden Überlebenskampf. Verschiedene Speicherstände gibt es nämlich nicht, damit kann jede einzelne Aktion zu einer fatalen mit schweren Auswirkungen werden. Diese spielerische Dramatik kommt auch immer wieder deutlich zum Vorschein.



Das Spiel ist dabei in zwei große Teile (Tag und Nacht) aufgeteilt. Während ihr tagsüber für Essen, Medikamente und Herstellung neuer Gegenstände sorgt , kurz gesagt also die gesamte Versorgung eurer Charaktere, sammelt ihr nachts die benötigten Ressourcen dafür. Schon bald werdet ihr feststellen, dass euch der bewusst extrem gehaltene Mangel an Ressourcen immer wieder vor Prioritätsentscheidungen stellen wird. Dies merkt ihr auch nachts, wenn ihr in verlassenen Wohnhäusern, zerstörten Schulen oder Supermärkten nach den überlebenswichtigen Gütern sucht. Bevor ihr nämlich zum Plündern geht, müsst ihr einen Charakter wählen, der diese Aufgabe in der jeweiligen Nacht erfüllt. Jeder Charakter kann nämlich verschieden viele Gegenstände in seinem Rucksack lagern. Die anderen bewachen in der Zeit euer eigenes Haus oder erholen sich von Krankheiten. Gerade das Bewachen ist extrem wichtig, denn natürlich sind auch andere Banditen unterwegs und wollen sich an euren Sachen bedienen. Im Laufe der Zeit könnt ihr hier für auch Waffen anfertigen. Außerdem kommen tagsüber Händler zum Tauschen vorbei und ihr könnt euren Nachbarn gegen verschiedene Belohnungen helfen.

Beim Plündern selber lauern jedoch die größten Gefahren. Ihr wisst vorher nicht, ob ihr auf andere Überlebenskämpfer stoßt oder sich noch bewaffnete Bewohner in den Gebäuden befinden. Manche bieten euch auch Tauschgeschäfte an. Bemerkenswert sind vor allem die moralischen Entscheidungen in This War of Mine. So findet ihr beispielsweise bei einem alten Ehepaar wichtige Medikamente für euch, doch benötigt die Ehefrau diese selber für ihre schwere Krankheit. Klaut ihr diese nun egoistisch eingestellt trotzdem und lasst die Frau dadurch wohlmöglich sterben? In einem anderen Haus eskaliert die Situation und es kommt zum Kampf mit dem Familienvater. Euch bleibt nichts anderes übrig, als diesen umzubringen, da ihr ansonsten selber euer Leben und damit den kompletten Charakter verliert. Beim Verlassen des Tatorts kriegt ihr noch mit, wie die Familie völlig aufgelöst um den Verstorbenen trauert. Und wieder plagt uns tatsächlich kurze Zeit das schlechte Gewissen... Der „normale“ (Überlebens-) Alltag in This War of Mine eben.


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02.02.2016 : Sascha Sommer


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