Test: Forza Motorsport 6

Karriere, die Spaß macht, oder „Willkommen bei Forza Motorsport 6“
Ich weiß nicht wie viele Rennspiele ich schon in meinem Leben gespielt habe, aber der oftmals so angepriesene „neue und innovative“ Karrieremodus war oftmals langweilig, wirkte uninspiriert und mehr als eine reine Aneinanderreihung von Einzelevents, die man nicht mal beeinflussen konnte. Ganz ehrlich… will man sowas spielen? Irgendwie nicht. Forza 6 macht hier einiges anders. Zwar beginnt die Karriere auch hier fast wie jede andere, aber sie entwickelt sich durch die hervorragende Präsentation und Abwechslung zu einer gelungenen Version 2.0.

Zum großen Teil tragen hier die wirklich hervorragenden Schaurennen bei, die die (gar nicht mehr so) trockenen Karriererennen auflockern. Nach ein paar Rennen im Golf R mal in einem Indycar mit knapp 400 km/h über die Asphaltdecke brausen, oder in einem Gruppe 4-Monster durchs Fahrerfeld jagen… ja genau das will man… und nicht erst nach 5 Tagen Rookie-Rennen. Das Schöne: trotz der willkommenen Abwechslung zieht Forza 6 den Spieler immer wieder in die eigene Karriere zurück, man will ja schließlich weiterkommen, auch in der kleinsten Klasse und die macht bei Forza 6 sehr viel mehr Spaß.



Das liegt mitunter auch an dem neuen Mod-System, was bei der angestammten „seriösen Racer-Gemeinde“ gleich wieder –wer hätte es anders erwartet- für Klagerufe sorgte. Neben einfachen Aussagen wie „das braucht keiner“ gab es sogar verzweifelte Spieler, die Forza dadurch gleich mal den Simulationscharakter aberkennen wollten. Nach knapp 30 Stunden können wir sagen: die Mods, die in der Karriere von Forza Motorsport 6 zu finden sind (und nur in der Karriere) verfälschen weder das Gesamtbild des Spiels, noch wirken sie so aufgesetzt, wie sie sich in der Demo anfühlen.

Ich würde sie mal als Einsatz ähnlich dem bei einem Pokerspiel bezeichnen. Man wählt gewisse taktische Attribute aus wie beispielsweise eine Gewichtszuladung oder weniger Grip durch abgefahrene Reifen (ich weiß bei dem Wort stellen sich Forza-Fans schon die Haare auf), um die Herausforderung zu steigern und mehr Credits einzufahren. Nein es gibt keinen Nitro-Boost sondern lediglich eine Startposition weiter vorn und nein es gibt auch keinen Mod, der das Auto zum Batmobil werden lässt und die Auswirkungen halten sich auch dermaßen in Grenzen, dass man es als nette strategische Spielerei abtun kann, die bei Benutzung Spaß macht und bei Nichtbenutzung auch niemanden stört.



Doch es gibt noch zwei weitere sehr wichtige Punkte, die dafür sorgen, dass Forza Motorsport 6 so viel mehr Spaß macht als die Vorgänger und als jedes andere erhältliche Konsolen-Rennspiel: die überarbeitete Fahrphysik und das vielfach verbesserte Reifenmodell.

09.09.2015 : Matthias Brems