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Das Krimi-Portfolio im deutschen TV ist schier unbegrenzt und lockt den geneigten Zuschauer Woche für Woche an den Bildschirm. Monk, Navy CIS, Law & Order oder Without a Trace – um nur einige zu nennen. Selbigen auf Konsolen und PC zum Ruhm zu verhelfen, avancierte in der Vergangenheit zu einem fast unüberwindbaren Hindernis. Nur selten konnte ein Ableger überzeugen. Damit auch endlich Xbox 360-Hobbyspürnasen ins Business einsteigen dürfen, bringt Ubisoft mit „CSI: Crime Scene Investigation - Eindeutige Beweise“ nun den ersten Ableger dieses Metiers auf die Microsoft-Konsole. Nur aufgrund mangelnder Konkurrenz einen Blick wert oder ein Adventure für jedermann? Lest es in unserem Review.
Spurensuche auf niedrigem Niveau
Einsteigerfreundlichkeit wurde im Hause Ubisoft anscheinend groß geschrieben, denn löblich ist das Tutorial, das euch zu Beginn in das grundlegende Gameplay einführt. Hier erfahrt ihr alle nötigen Details über das Interface, Zeugenverhöre, Tatortanalysen und vieles mehr. Erfahrene Adventure-Fans können die Einführung zwar genauso gut überspringen, Einsteiger bekommen aber einen netten ‚How-To-Do‘-Kurs. Anschließend schlüpft ihr in die Pantoffeln eines frisch gebackenen Ermittlers bei CSI Las Vegas.
Das Hauptspiel ist in insgesamt fünf Fälle unterteilt, die im Grunde die Klischees bekannter Krimi-Serien abdecken. Da werden hilflose Taxi-Fahrer aus Geldgier ermordet, ein unheilvoller Schusswechsel in einem Hotelzimmer führt zu einer schweren Körperverletzung oder bei einer Bandprobe sterben die Bühnenrocker auf mysteriöse Weise. So spannend sich die Fälle anhören, umso anspruchsloser ist die Ermittlungsarbeit an sich. Das liegt nicht etwa daran, dass der Täter schon im Vorfeld offensichtlich ist, viel eher nagt der leichte Schwierigkeitsgrad an der Langzeitmotivation. Das Problem ist, dass ihr rein gar nichts falsch machen könnt, da euch die Entwickler durch ein lineares Konstrukt bestehend aus Beweise sammeln und Zeugenverhören scheuchen.
Dabei stehen euch verschiedene forensische und hoch spezialisierte Analysegeräte zur Verfügung sowie die aus der Fernsehserie bekannten CSI-Mitglieder tatkräftig zur Seite. Im Klartext bedeutet dies, dass der Spieler aus einer Reihe von Untersuchungsgegenständen, wie beispielsweise einem Wattestäbchen zur Sicherung von Blut und anderen Flüssigkeiten, einem Pinsel um Fingerabdrücke sichtbar zu machen, oder einer UV-Lampe wählen kann. Weiterhin bietet das Labor die Möglichkeit DNS-Spuren oder Fingerabdrücke zu vergleichen, Video- und Tonmaterial auszuwerten oder die chemische Konsistenz einzelner Beweise zu bestimmen. Im Leichenschauhaus wird man dann von CSI-Mitgliedern wie dem Gerichtsmediziner Dr. Robbins mit Informationen zur Leiche versorgt, oder man holt sich einen Tipp beim aktuellen Tatortermittler, um den Fall voranzutreiben. Letzteres ist jedoch nur in Notsituationen zu empfehlen, da dadurch die nach dem Fall ausgestellte Bewertung negativer ausfällt.
Anspruchslose Konversationen
Habt ihr einen Tatort und andere Schauplätze akribisch nach Beweisen durchforstet, stehen zahlreiche Gespräche mit Zeugen und Tatverdächtigen auf dem Plan. Allerdings stellen die Konversationen selbst Genreneulinge vor keine allzu großen Probleme, da auf Multiple-Choice-Dialoge komplett verzichtet wurde. Im Endeffekt stellt ihr euren Fragenkatalog und macht euch anschließend wieder aus dem Staub. Besonders verdächtige Personen konfrontiert ihr hingegen im Verhörzimmer. Reichen die gesammelten Beweise, holt ihr euch einen Durchsuchungsbefehl und durchforstet etwa eine Wohnung nach relevanten Indizien.
Grafisch ist CSI gemessen an den heutigen Maßstäben geradezu altbacken. Die Texturen sind schwammig, die Schauplätze leblos und steril und zu guter Letzt wirkt die gesamte Mimik der Protagonisten gekünstelt. Sogar die Gesichter sehen blass aus, als wären sie mit Wachs poliert. Einzige Höhepunkte sind die gut inszenierten Flashbacks, die aber leider nur in sehr spärlichem Umfang ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Auf eine deutsche Synchronisation wurde darüber hinaus komplett verzichtet. Somit muss man wohl oder übel mit deutschen Untertiteln Vorlieb nehmen. Dafür punktet die Soundkulisse, die sich beständig der aktuellen Spielsituation anpasst.
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