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Bereits seit dem letzten Spieldebakel „Turning Point: Fall of Liberty“ dürften sich die meisten von euch noch an den Entwickler Spark Unlimited erinnern. Das Entwicklerstudio steckt nun auch hinter dem originellen Shooter „Legendary“, mit dem die Jungs versuchen wollen, den Flop des Frühjahres wiederauszubügeln. Ob das originelle Spielsetting allerdings ausreicht, um gegen die starke Konkurrenz im Shootergenre zu bestehen, erfahrt ihr nun in unserem Review.
Die mythologische Storyline
Eure Hauptrolle im Spiel erlebt ihr als Kunstdieb Charles Deckard, der in seinem aktuellen Auftrag die Büchse der Pandora stehlen soll. Intelligent wie er ist, kann er der Versuchung jedoch nicht lange wiederstehen und öffnet diese.
Von da an entweicht der antiken Kiste eine nicht enden wollende Schar an mythologischen Kreaturen und abstrusen Monstern, die nun den Planeten unsicher machen und nur von unserem jetzt mit magischen Kräften ausgestatteten Hauptprotagonisten besiegt werden können.
Um das nahende Armageddon noch abzuwenden, reicht Charles Deckard allein nicht aus, weshalb er Unterstützung von seinem bisherigen Auftraggeber dem Schwarzen Orden erhält. Schließen kann die Büchse der Pandora aber nur er, da er beim Öffnen der Truhe gebrandmarkt wurde und ihm magische Animus-Kräfte als Waffe gegen die Monster verliehen wurden.
Monotoner Old-School Wahnsinn
Das Vorantreiben der Storyline wird durch den Einsatz von Ingame-Cutscenes, knappen Textnachrichten und einigen gescripteten Ereignissen bewirkt, die keine Möglichkeit zur Interaktivität geben und man deswegen den Geschehnissen schlichtweg nur zusehen kann.
Einige der Zwischensequenzen sind recht gut gelungen und man würde gerne den ein oder anderen imposanten Gegner nicht nur an einem vorbeirauschen sehen, sondern auch mal zum Shootout herausfordern. Leider dürfen wir aber nur als stille Zuschauer an den Geschehnissen teilhaben und zusehen wie die teils riesigen Kreaturen hinter der nächsten Ecke verschwinden.
Zwar wären diese Mängel in einem echten Old-School-Titel noch zu verschmerzen, aber „Legendary“ muss natürlich noch etwas mehr zur Kritik bieten. Der Shooter ist nicht nur sehr geradlinig geworden, sondern leidet zudem unter einer ziemlich eingeschränkten Bewegungsfreiheit und einer mehr als begrenzten Sprungfähigkeit von Deckard. Insbesondere wenn man in dunklen Ecken und Lüftungsschächten von den Kreaturen überrascht wird, kann die Kombination aus unpräziser Steuerung und schwer zu überwindenden Hindernissen des Öfteren tödlich enden.
Auch die minimalistischen Rätseleinlagen können euch so richtig fordern, wenn ihr erst den Positionsradius finden müsst, den die Entwickler sich vorgestellt haben und das obwohl ihr direkt vor dem zu öffnenden Ventil oder einer Türe steht.
Wer braucht schon fordernde Gegner
Das Größte Manko von Legendary ist aber die in Intervallen aufkommende Unfairness, die das Spiel zwar niemals langweilig werden lässt, aber jede Menge Durchhaltevermögen von euch erwartet. Die Gegner sind zwar nicht die klügsten, rauben euch aber trotzdem den letzten Nerv, weil sie entweder in Massen auftreten, oder wie im Fall des Minotaurus einfach nicht totzukriegen sind. Vor allem, weil es gerade bei diesen Kampfpassagen keinerlei Lebensenergie aufzusammeln gibt.
Die nutzlosen Animus-Superkräfte aus der Dose
Um wenigstens einen Hauch einer Chance gegen die Widersacher zu haben, hat sich „Spark Unlimited“ etwas ganz besonderes für euch einfallen lassen. Der Hauptprotagonist Deckard wurde nämlich beim Öffnen der Büchse mit magischen Animus-Kräften ausgestattet, die er durch einsammeln der Lebensenergie getöteter Gegner wieder auffüllen kann.
Dieses Feature hört sich zwar auf den ersten Blick recht vielversprechend an, jedoch ist der Einsatz der Kräfte im Spiel mehr als problematisch. Eure Energieanzeigen im Spiel sind in eine Lebens- und Animusenergieleiste unterteilt. Lebensenergie könnt ihr jedoch nur mit Animusenergie wiederauffüllen, welche ihr zuvor mit der Y-Taste im Stehen aufnehmen müsst. Währenddessen seid ihr jedoch immer angreifbar und völlig hilflos. Kurz gesagt ist dieses Feature viel zu umständlich und wirkt eher aufgesetzt.
Schön in Szene gesetzt!
Optisch ist Legendary dank der Unreal 3-Engine recht akzeptabel geworden und gerade die vorbestimmten Ereignisse wie z.B. der Auftritt des Riesengolems aus Schrott sind nahezu perfekt inszeniert. Zwar besteht in Puncto Lichteffekten und nassen Oberflächenstrukturen eine gewisse Ähnlichkeit zu anderen Spielen mit der gleichen Grafikengine, aber dafür sind gerade die großen Endbosse mit viel Liebe zum Detail gestaltet und haben des Gefechts mit keinerlei Framerateeinbrüchen zu kämpfen.
Musikalisch gibt es ebenfalls wenig auszusetzen, da der Soundtrack sehr gut zu diesem trashigen Titel passt und die Kreaturen authentisch heulen und kreischen und die Waffensounds passend gewählt sind und für den richtigen Knall aus dem Subwoofer sorgen.
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