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Wir erinnern uns, wer hat nicht schon einmal als Kind melodiöse Akkorde und kreischende Riffs auf einer so genannten „Luftgitarre“ vollführt? In der Regel mussten Tennis- oder Badmintonschläger dafür herhalten, um auf der heimischen Kinder- und später Wohnzimmerbühne furiose Auftritte zu liefern. Entwickler Harmonix hat die Zeichen der Zeit erstmals 2005 erkannt und brachte Guitar Hero auf die PlayStation 2 und sorgte damit für virtuelle Rockkonzerte ersten Grades. Zwei Jahre später sorgt Publisher Activision dafür, dass die erfolgreiche Serie auf der Xbox 360 Einzug hält und das sehr erfolgreich, wie die Meldungen der letzten Tage bereits gezeigt haben. Wir sind gemeinsam mit den „FrontRockers“ auf Tournee gegangen und schildern euch hier unsere Eindrücke.
Tennisschläger adé
Das erste, was bei Guitar Hero II ins Auge sticht, ist logischerweise die fast 80 cm große Kartonage, denn neben der eigentlichen Spiele-DVD kommt der Titel mit dem speziell entwickelten X-Plorer Controller daher, der eine verkleinerte Ausgabe des gleichnamigen Modells des US-amerikanischen Traditionsherstellers Gibson Guitar Corporation (kurz Gibson) darstellt. Anstelle der Gitarrensaiten sorgen fünf Grifftasten, ein entsprechender Anschlagschalter sowie das beliebte Tremolo dafür, es richtig krachen zu lassen. Die Xbox-Guide Taste, das Steuerkreuz sowie die vom Standardcontroller bekannten Start- und Back-Buttons komplettieren den Controller und sorgen für bequemes Navigieren durch die Menüs des Spiels. Zusätzlich verfügt die Mini-Gibson über einen Headset-Anschluss und einer Pedalbuchse, die jedoch bislang keine Unterstützung findet. Ein stilechter Gitarrengurt wird ebenfalls mitgeliefert.
Der Controller weist eine sehr gute Verarbeitung auf, auch wenn es bei zwei Baureihen (95065 und 95055) zu Problemen mit dem Tremolo kommen kann. Solltet ihr einen dieser Controller erwischt haben, gibt es selbstverständlich die Möglichkeit, diesen beim Händler eurer Wahl umzutauschen, wer jedoch über die Grundlagen der Benutzung eines Kreuzschlitz-Schraubendrehers verfügt, kann diesen „defekt“ binnen weniger Minuten problemlos und ohne Garantieverlust selbst beheben. Hilfe dazu findet ihr im entsprechenden Artikel oder in unserem Communityforum. Wir weisen hier nochmals darauf hin, dass o.g. Baureihen nicht unbedingt ein falsch justiertes Tremolo aufweisen müssen, unser Pressemuster funktioniert trotz Baureihe 95055 einwandfrei.
UPDATE: Das Problem mit dem fehlerhaften Tremolo wurde mittlerweile durch einen Patch behoben, dieser lässt sich via Xbox Live herunterladen.
Weiterhin haben wir zwei kleinere Details am Anschlusskabel auszusetzen, denn die gewohnte, kabellose Freiheit wird durch die etwas über 2 Meter „kurze“ Zuleitung doch erheblich eingeschränkt. Weiterhin könnte sich das Anschlusskabel direkt am Controller nochmals ausstecken lassen, somit erspart man sich beim kurzen Gang in den „Backstagebereich“ das ständige Abnehmen der umgehängten Gitarre.
Lesson No. 1
Um eurer Gitarre die ersten erfolgreichen Töne zu entlocken, bedarf es nicht viel. Nachdem ihr einen Titel gewählt habt, laufen farbige Noten auf einem stilisierten Gitarrenhals auf euch zu. Wenn die Noten einen bestimmten Bereich treffen, müsst ihr die dazugehörige Grifftaste drücken und den Anschlagschalter nach oben oder unten betätigen. Guitar Hero II verfügt über zwei grundsätzliche Notenarten: Bei der „einfachen Note“ drückt ihr die Grifftaste und schlagt die Note an, bei der „langen Note“ (Sustain) haltet ihr die Grifftaste nach dem Anschlag so lange gedrückt, wie es auf dem Bildschirm dargestellt wird. Hier kann das Tremolo zum Einsatz kommen um die Noten entsprechend zu verzerren.
Akkorde sind selbstverständlich auch mit von der Partie. Sie erfordern das gleichzeitige Drücken mehrerer Grifftasten und bestehen ebenfalls aus „einfachen“ oder „langen“ Noten.
So einfach sich Guitar Hero II zu Beginn auch präsentiert: Um zum virtuellen Rockstar aufzusteigen bedarf es einiger Fingerfertigkeit. Grundkenntnisse im Gitarrenspiel sind nicht von Nöten, sorgen aber bei der Koordination der Finger an den Grifftasten für einige Vorteile. Diese können jedoch durch stetes üben wieder wettgemacht werden, der Titel hält dafür diverse Tutorials und Übungsmodi parat.
FrontRockers auf Tour
Neben dem bereits angesprochenen Training bietet GH II drei grundsätzliche Spielmodi wobei der Karrieremodus das Herzstück darstellt und selten wurde ein Modus treffender betitelt. Eure Karriere bestreitet ihr, indem ihr in verschiedenen Locations diverse lizensierte Coversongs nachspielt. Das Guitar Hero II Standard-Repertoire besteht dabei aus insgesamt über 70 Songs der internationalen Rock-Elite, von Balladen bis Speed-Metal und Grunge, die ihr im Laufe des Spiels absolviert bzw. durch gute Leistungen freischaltet. Während ihr im „Leicht“-Modus noch „für die Katz“ spielt, geht es bereits im „Mittel“-Modus um hartverdiente Kohle, die sich wiederum im Laden gegen neue Songs, Gitarren, Gitarrenlackierungen, Bonusvideos oder neue Charaktere eintauschen lässt.
Neben den möglichen Punkten, die ihr für fehlerfreies spielen bekommt, entscheidet in erster Linie das Publikum über euren Erfolg. Das eingeblendete „Rock-O-Meter“ zeigt euch jederzeit, wie es um eure Gunst bestellt ist. Liefert ihr eine gute Vorstellung ab, sprich: trefft ihr möglichst viele Noten, bewegt sich die Anzeige in den grünen Bereich, was durch allgemeines „Headbanging“ der Massen begleitet wird. Mehren sich die Pfiffe und „Buuh“-Rufe solltet ihr den Titel vielleicht nochmals im Proberaum üben, denn schlechte Performance führt zu mäßigen Kritiken und kann unter Umständen sogar zum Abbruch eures Songs führen.
Die „Starpower“ ist eine weitere Möglichkeit, die Massen zum „ausflippen“ zu bewegen, denn trefft ihr fehlerfrei eine Reihe von „Stern-Noten“, füllt sich die entsprechende Anzeige auf dem Bildschirm. Sobald „Starpower“ zur Verfügung steht, könnt ihr diesen durch kurzes hochziehen des Gitarrenhalses eures X-Plorer Controllers aktivieren. Neben der Verdopplung eures aktuellen Punktemultiplikators sorgt die „Starpower“ für schnelles Auffüllen des „Rock-O-Meters“ und trägt damit maßgeblich zum Erfolg eures „Gigs“ bei.
Schnelles Spiel und Multiplayer
Natürlich bietet Guitar Hero II auch die Möglichkeit einer Einzelperformance. Wollt ihr euren Freunden „mal eben“ zeigen, wer hier der Rockstar im Hause ist, wählt ihr einfach einen eurer Songs und die Schwierigkeitsstufe aus und rockt los. „Zu verdienen“ gibt es hier selbstverständlich nichts.
Um lokal gegen oder mit euren Freunden zu spielen startet ihr den Multiplayermodus um euch in den verschiedenen Kategorien zu messen. Im „Koop“-Modus arbeitet ihr mit eurem Mitspieler zusammen, um einen Song zu meistern und die höchstmögliche Punktzahl einzuspielen. Hierbei spielt ein Spieler die Leadgitarre, der zweite kümmert sich um Rhythmus- oder Bass-Line. Der Schwierigkeitsgrad ist für jeden Spieler frei wählbar. Wichtig ist hier das lückenlose Zusammenspiel, denn beide Spieler teilen sich ein „Rock-O-Meter“ was dazu führt, dass „Starpower“ nur gemeinsam durch synchrones Hochziehen des Controllers aktiviert werden kann.
Im „Face Off“-Wettbewerb treten zwei Spieler gegeneinander an und müssen abwechselnd dieselbe Notenfolge spielen, wobei der Schwierigkeitsgrad individuell gewählt werden kann. Diese Variante steht nach erfolgreichem Abschluss der Karriere auf „Mittel“, „Schwer“ oder „Profi“ auch als „Pro-Face-Off“ zur Verfügung. Hier ist die Schwierigkeitsstufe für beide Spieler gleich und trennt buchstäblich die „Spreu vom Weizen“.
Wie bereits erwähnt, sind die Multiplayermodi lokal beschränkt, Onlineduelle können nicht ausgetragen werden, die Xbox Live Funktionen beschränken sich lediglich auf Ranglisten und Downloads. Ob der bereits für Herbst dieses Jahres angekündigte und von Neversoft entwickelte Nachfolger dieses Feature bereitstellen wird, ist bislang nicht bekannt.
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