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Lang, lang ist es her als die wohl berühmteste Archäologin der Welt, Lara Croft, das Licht der Welt in Tomb Raider erblickte. Nun nach den ersten 10 Jahren, die geebnet waren mit vielen Erfolgen und einigen Enttäuschungen (man erinnert sich an The Angel of Darkness), kehrt Lara an die Orte zurück, wo ihr Abenteuer einst begann. Denn mit Tomb Raider: Anniversary steht uns ein Remake des ersten Titels ins Hause, der einige Neuerungen mit sich bringt. Warum nicht nur die Grafik und der Sound erheblich verbessert wurden und wie sich die neue alte Lara bewegt, erfahrt ihr in unserem Review.
Back to Atlantis
Originalgetreu dürft ihr auch in diesem Tomb Raider wieder den Schatz um das sagenumwobene Atlantis finden. Und schon hier fällt auch die erste Änderung auf: Trug Lara in die letzten Teilen immer ein Headset und einen PDA mit sich, ist sie nun auf sich allein gestellt. Keine nervenden Helfer, die die angsterregende Stille der Ruinen und tiefen Höhlen, in die sich unsere Protagonistin vorwagt, stören. Fans des ersten Teils werden zudem merken, dass man nicht direkt in der ersten Höhle des Ur-Tom Raiders startet, sondern erst einmal das Tor zu dieser öffnen muss. Dabei lernt ihr auch direkt die Steuerung der Archäologin. Somit fällt auch auf, dass es sich nicht um eine einfache exakte Portierung des ersten Tomb Raiders handelt, sondern dass der Entwickler Christal Dynamix alle Level komplett neu designed hat um Laras neue Fähigkeiten zu präsentieren.
Eine Komplettlösung des damaligen Titels wird euch daher nicht viel Erfolg bringen, denn im Grunde haben sich fast alle Rätsel und Sprungeinlagen verändert. Daher werden auch Fans der ersten Stunde erneut auf ihre Kosten kommen, um den Schatz von Atlantis zu erreichen. Doch der Weg dorthin ist lang. Neben dem Scion müsst ihr nämlich die vier Schlüssel der Götter Atlas, Damocles, Hephästeus und Poseidons finden, um die Unterwasserstadt betreten zu können. Und diese werden bewacht von unzähligen Feinden, die jedoch überwiegend leicht zu besiegen sind.
Die Steuerung der Frau
Solltet ihr schon in das Erlebnis der PC- oder PlayStation 2 Fassung gekommen sein, weist die Xbox 360-Version jedoch einige kleine Änderungen im Detail auf. So wurden z.B. kleine Veränderungen in den Bewegungsabläufen von Miss Croft geschaffen. Die Steuerung von Lara wurde vom Vorgänger Tomb Raider Legend komplett übernommen. Demnach könnt ihr auch in dieser Version des Action-Adventures mit Lara durch die unterschiedlichen Höhlen rennen, springen und die Feinde durch euer Waffenarsenal erledigen.
Zudem wurde der in Legends oft verwendete Magnethaken in das Spiel eingebaut, so dass ihr euch einfach über tiefe Abgründe schwingen könnt. Bei der 360-Version des Spiels stehen euch neben der normalen Spielsteuerung auch noch drei weitere Steuerungskonzepte zur Verfügung, die ihr über das Menü auswählen könnt. Ebenfalls werdet ihr zu Beginn des Spiels gefragt ob Lara sich selbst an Kanten festhalten soll oder ob ihr das selber in die Hand nehmen wollt. Der Einfachheit halber sollte sie das selbst in die Hand nehmen.
Die gute alte Technik
Tomb Raider: Anniversary steht seinem Vorgänger in Punkto Grafik nicht viel nach. Das fängt an bei den Animationen der Heldin. Steht Lara beispielsweise auf einer Stufe, wird ihr Bein physikalisch perfekt angewinkelt oder rutscht sie einen Hang runter, versuchen ihre Arme das Gleichgewicht auszubalancieren. Auch Lara an sich sieht wesentlich besser aus, was ihr daran erkennen könnt, dass sie ein jugendlicheres Aussehen prägt und sie etwas mehr Oberweite als in Legends mit sich bringt. Natürlich wird Lara auch wieder in einigen Passagen des Games nass. Wenn sie dann wieder ins Trockene kommt, perlen viele winzige kleine Tröpfchen zu Boden. Einziger Kritikpunkt an dieser schönen Lara ist, dass sie etwas weniger Mimik als im Vorgänger zeigt, was ihr aber schnell verkraften werdet.
Rein optisch gesehen gleicht die 360-Version etwa der PC-Fassung. Die Framerate geht nur in den seltensten Fällen in die Knie. Zudem sind die Cutscenes sehr detailliert programmiert und sehen demnach sehr gut aus. Leider reichen all diese Punkte jedoch nicht ganz aus, um an die aufwendige Grafik von Legend heranzureichen. Dennoch sind die alten Höhlen und Ruinen aus dem ersten Teil grafisch gut restauriert worden und wirken einfach viel moderner.
Beim Sound bekommt ihr wieder die typische Tomb Raider-Musikkulisse geboten. Diese ist durch das ganze Spiel sehr stimmungsvoll gewählt. Leider ist Lara auch in diesem Tomb Raider wieder sehr wortkrank, was sich an dem einfachen Wortschatz bestehend aus „Hopp“, „Hepp“ und „Ouch“ bemerkbar macht. Aber was will man schon großartig sagen, wenn man allein durch die verschiedensten Höhlen der Welt reist. Umso passender sind die Schockeffekte, wenn sich Wölfe oder anderes Getier euch angreifen. Fasziniert werdet ihr über den Surround-Sound des Spiels sein, wenn ihr beispielsweise auf den T-Rex trefft, der sich sehr laut mit euch unterhalten möchte.
Med-Kits retten Leben
Während des Spiels werdet ihr viel Zeit damit investieren, die Level nach geheimen Orten zu durchsuchen. Hier findet ihr neben den Med-Kits in zwei unterschiedlichen Größen auch Munition für die verschiedenen Waffen. Denn neben euren beiden ganz normalen Pistolen, die ja über unendliche Munition verfügen, erhaltet ihr später im Spiel noch ein Schrottgewehr und die zwei Uzis. Leider wurde das Waffenarsenal nicht weiter aufgepäppelt, so dass euch nur diese drei unterschiedlichen Waffen zur Verfügung stehen. Außerdem können in den Verstecken auch Artefakte lauern, die euch zwar im Spiel nicht weiterhelfen, aber für eine bessere Bewertung am Ende des Levels sorgen. Des Weiteren werden neben diversen Objekten auch neue Kostüme für Lara frei geschaltet.
Als neuer Modi zum Ur-Tomb Raider wurde das Zeitspiel geschaffen. Hierbei geht es darum bereits beendete Level erneut durchzuspielen. Natürlich diesmal unter dem zeitlichen Aspekt. Wenn ihr besonders schnell seid, erwarten euch besonders wertvolle Belohnungen, die wir an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten möchten. Da die Level im Einzelnen wesentlich länger sind als bei Legends, werdet ihr hier auch mehr Zeit aufbringen müssen, was eine wirkliche Herausforderung für jeden Fan darstellt.
Croft Manor
Was natürlich bei keinem Tomb Raider Spiel fehlen darf ist das Privatanwesen von Miss Croft. Wenn ihr zum ersten Mal die Empfangshalle betretet, wird euch der Schock treffen, da hier viele Kisten übereinander gestapelt sind. Grund dafür ist, dass der Butler aus Versehen den Alarm ausgelöst hat und nun die Kisten nicht in die entsprechenden Räume liefern konnte. So gestaltet sich Croft Manor dieses Mal eher als eigenständiger Level in dem es viele Rätsel zu lösen gibt. Zudem könnt ihr euch nach Herzenslust mit der Steuerung vertraut machen. Vorsicht ist allerdings auch hier geboten, denn fällt Lara zu tief, wird ihr wertvolle Energie abgezogen und kann sogar in ihrem eigenen Haus den Tod finden. Im Außengelände, welches ihr erst begehen könnt, wenn ihr ein paar Aufgaben gemeistert habt, gibt es einiges zu entdecken, was aber an dieser Stelle noch nicht verraten wird.
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