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"Pong"... ein Begriff, der so manchem Videospielefan ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wird doch das 1972 von Atari-Gründer Nolan Bushnell erfundene Spiel als "Urvater" der Videospiele angesehen. Zwar war Pong nicht das erste Videospiel, dieser Platz gehört dem bereits 1963 entwickelten 'Space-War', jedoch eroberte die simple Tennis-Simulation den Massenmarkt und machte den Namen 'ATARI' quasi über Nacht zum Synonym für eine neue Ära des Spielens. Der Erfolg des Titels kam nicht zuletzt dadurch zustande, dass es erstmals möglich war, zu zweit gegeneinander anzutreten... der Begriff "Multiplayer" war geboren.
Im Laufe der Jahre wurde das erfolgreiche Spielprinzip immer wieder aufgegriffen und feierte zuletzt mit 'Top Spin 2' aus dem Hause 'Take 2 Interactive' sein NextGen-Debüt. Nicht ganz zwei Monate nach dem Release schickt Take 2 einen zweiten Titel mit derselben Thematik ins Rennen… jedoch erstmals in etwas anderer Form. ‚Rockstar Games präsentiert Tischtennis’ spielt nicht auf den großen Courts dieser Welt sondern bringt die ebenfalls sehr populäre „Miniaturausgabe’ des Sports ins heimische Wohnzimmer.
Kleines Feld, schneller Ball
Als wir das erste Mal von der Neuentwicklung der GTA-Macher erfuhren, waren wir doch etwas überrascht und zugleich skeptisch, denn wie sollte es möglich sein, ein Spiel, das mit hohen Ballgeschwindigkeiten glänzt und auf einem Spielfeld von umgerechnet gerade einmal vier Quadratmetern ausgetragen wird, adäquat umzusetzen? Bereits letzten Monat hatten wir erstmals die Möglichkeit, selbst Hand an den Titel anzulegen und merkten schnell, dass sich unsere Zweifel als unbegründet herausstellten, denn selbst die frühe Preview-Version, die Take 2 in Hamburg präsentierte, zeichnete sich durch sehr präzise Steuerung und gute Ballkontrolle aus. Neben der intuitiven Steuerung glänzt die Tischtennis-Simulation auch optisch… und das nicht zu knapp. Wurden erste Screenshots noch als vermeidliche Renderbildchen belächelt, wurden wir auch hier eines Besseren belehrt, dazu jedoch später mehr.
Bevor wir uns voll und ganz den Stärken von Rockstar Games präsentiert Tischtennis widmen, nehmen wir zuvor den größten und grundsätzlich auch einzigen Kritikpunkt am Sportspiel vor weg. Abgesehen von wenigen Turnieren und Schaukämpfen und dem Trainingsmodus bietet der Xbox 360 Titel keine weiteren Spielmodi. Ein Karrieremodus wird beispielsweise komplett vermisst, so dass deutliche Abzüge in Sachen Umfang in Kauf genommen werden müssen, die auch nicht durch die wenigen Freispielmöglichkeiten (Charaktere, Kleidung und Spielorte) ausgeglichen werden können. Wer sich auf einen tiefgängigen Einzelspielermodus eingestellt hat, wird also enttäuscht. Doch nun zu den Punkten in denen das Spiel seine Muskeln spielen lässt.
Just spinnin'
Mehr als beim „großen Bruder“ kommt es beim Tischtennis darauf an, wie sich der Ball in der Luft dreht, denn das so genannte „Spinning“ wirkt sich sehr stark auf die Flugbahn der 2,7 Gramm leichten Kunststoffkugel aus. Um sich diesen Effekt zu nutze zu machen, bietet Rockstar Games diverse Joypad-Konfigurationen an, wobei sich die Standard-Belegung schon als äußerst spielbar herausstellt. Mit den vier Pad-Buttons oder wahlweise linken Stick lässt sich der Ball in die gewünschte Rotation versetzen und bringt ihn nach einiger Übung punktgenau ins Ziel.
Neben der Trainingsfunktion, die aus zehn unterschiedlichen Aufgaben besteht, trägt vor allem die Rumble-Funktion des Controllers dazu bei, sehr schnell profihafte Ballwechsel auf die Platte zu zaubern, denn sobald man mit dem linken Stick zu weit an den Rand des Spielfeldes zielt, macht sich dies durch zunehmende Vibration bemerkbar. Während dieser anfangs nur wenig Beachtung geschenkt wird, rückt diese Art des Feedbacks mehr und mehr in den Mittelpunkt und trägt maßgeblich dazu bei, den optimalen Zielpunkt im gegnerischen Feld anzuvisieren.
Spiel, Satz und Sieg
Man sollte meinen, dass ein simpler und flotter Sport wie Tischtennis wenig Raum für viele unterschiedliche spielerische Möglichkeiten bieten sollte. Rockstar beweist, dass dem nicht so ist. Im Gegenteil, aufgrund der intuitiven Steuerung gelingen kinderleicht gekonnte Schmetterbälle, Spins und Slides, Lops und Stoppbälle, die sich einerseits in offensiver Hinsicht bemerkbar machen, aber auch insbesondere im Konterspiel von Bedeutung sind. So lässt sich anhand des Farbumrisses des Balls erkennen, welcher Schlag, bzw. Button, die beste Gegenwirkung erzielt, so dass blitzschnelle Reaktionen ein absolutes Muss sind, sofern man einen Schlagabtausch für sich entscheiden möchte. Um den Ball kreisen außerdem Richtungspfeile, die die Spinrichtung des Spielgeräts erkennbar machen.
Abgesehen von den normalen Spins und Slides, lassen sich ebenfalls so genannte "Fokusschläge" ausführen. Über den rechten Bumper und eine beliebige Schlagtaste aktiviert ihr den Fokus. Das Spiel wird für einen Augenblick verlangsamt, bis der Ball getroffen wurde. So steht euch deutlich mehr Zeit zur Verfügung den Ball in die gewünschte Richtung zu befördern, was dem Gegner das Leben schwieriger macht. Selbstverständlich lassen sich Fokusschläge nicht jederzeit ausführen. Eine dreistufige Spezialleiste füllt sich während des Spiels. Entweder lasst ihr zu einem gewünschten Zeitpunkt normale Fokusschläge vom Stapel oder wartet, bis sich die Fokusleiste komplett gefüllt hat, so dass ihr für einen gewissen Zeitraum besonders schnell und präzise spielen könnt, was euch einen enormen Vorteil gegenüber dem Kontrahenten verschafft.
Ein feinfühliges Händchen wird beim Aufschlag gefordert. Anhand von zwei Leisten bestimmt ihr einerseits die Schlag-Power und anderseits die Spin-Stärke. Je nachdem wie gut euer Timing ist, könnt ihr bereits am Anfang des Schlagabtauschs den Grundstein zum Erfolg legen, wobei ein guter Return das Spiel wieder öffnen kann, wobei unterdessen die richtige Beinarbeit einen weiteren Schlüssel zum Erfolg darstellt. Hat der Gegner beispielsweise Oberwasser, werdet ihr immer weiter vom Tisch gedrängt, so dass es immer schwieriger wird den Ball zu erreichen.
Indirekten Einfluss auf die Partien haben die unterschiedlichen Eigenschaften der insgesamt elf Charaktere, die teilweise frei gespielt werden müssen. So wirken sich die vier Attribute Spin, Aufschlag, Kraft und Präzision maßgeblich auf das Geschehen am Tisch aus. Jeder Charakter verfügt so über Stärken und Schwächen, die der Rivale jeweils für sich nutzen kann. Die Werte lassen sich nicht aufstocken, so dass eure eigenen spielerischen Fähigkeiten, die ihr euch über viel Training aneignet, von größter Bedeutung sind. Insgesamt betrachtet lässt sich also festhalten, dass die einfache Steuerung ein überragendes Gameplay ermöglicht, das im Sportspielgenre auf der Xbox 360 seines Gleichen sucht.
Als einziger Kritikpunkt lässt sich im Spielerischen lediglich der etwas unausgewogene Schwierigkeitsgrad finden. Während ihr auf der einfachsten und mittleren Schwierigkeitsstufe nach kurzer Zeit problemlos jedes Match für euch entscheidet, wird es auf der schwierigsten Stufe überproportional knifflig. Eine Unterteilung in vier statt drei Stufen hätte dem Spiel sicherlich besser getan.
Technischer Leckerbissen
Nachdem wir euch die ausgiebig erläutert haben, dass Rockstar Games präsentiert Tischtennis spielerisch in jedem Fall nextgen-reif ist, dürfen für euch nun bedenkenlos verraten, dass auch die Optik des Sporttitels in der Oberklasse der nächsten Generation spielt. Ohne jeden Zweifel machen die enorm detaillierten Spielfiguren eine grandiose Figur. Dank voll-animierter Kleidung, die im Laufe einer Partie häufig mit Schweiß getränkt wird, fotorealistischen Gesichtszügen und ordentlicher Bewegungsanimationen wirken die unterschiedlichen Charaktere extrem lebendig. Die schnellen Ballwechsel, welche ohnehin fantastisch ausgesehen, werden in den spektakulären Replays ansehnlich in Szene gesetzt. Der Einsatz von Slow-Motion und diversen Blur-Effekten macht sich hier ebenfalls bemerkbar.
Die unterschiedlichen Schauplätze, die von einer Basketballhalle bis hin zur riesigen Arena reichen, können die Qualität der Spielermodelle nicht vollständig halten. So fehlen spektakuläre Details, die das Umfeld einer Tischtennisplatte nun mal einfach nicht hergibt. Trotz dessen haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben, ein atmosphärisches Spielumfeld zu schaffen. Applaudierende Zuschauer und gestochen scharfe Texturen, die speziell auf einem HD-Gerät besonders gut zur Geltung kommen. Licht- und Spiegeleffekte können sich ebenfalls durchaus sehen lassen. Bei all der grafischen Finesse bleibt das Spielgeschehen jederzeit vollkommen flüssig. Clipping-Fehler ließen sich nur bei genauem Hinsehen in sehr seltenen Fällen erspähen.
Fast genauso beeindruckend wie die Optik des Spiels ist Rockstar die Umsetzung des Sounds gelungen. Das "Auftitschen" des Plastikballs ist ein Fest für die Ohren. Durch die perfekte Soundabmischung in Dolby Digital 5.1 lässt sich sogar die Luftverschiebung des Balles in einem leisen Zischen vernehmen. Des Weiteren machen sich die Zuschauer glaubwürdig durch Klatschen und Jubelrufe bemerkbar. Der Soundtrack erstreckt sich über 30 Titel, die sich mittels ihrer elektronischen Arrangements gut ins restliche Spiel integrieren. Selbstverständlich steht aber auch die Funktion des "Custom Soundtracks" zur Verfügung, so dass sich jeder seine persönliche musikalische Hintergrunduntermalung selbst einrichten kann
Life is Live!
Neben dem Singleplayerpart, der eher zur "Pflicht" gehört und genau genommen nur zum Erspielen der nötigen Charaktere, Outfits und Spielarenen dient, ist es gerade der Online-Multiplayer-Mode, der die „“Kür“ und das Herz des Spiels repräsentiert. Neben diversen Spielmodi und Ranglisten gilt es hier, sich an die Spitze der internationalen Rangligen zu kämpfen. Begleitet wird euer „Kampf“ dabei vom makellosen Online-Gameplay, das während unserer Sessions völlig Lag- und Fehlerfrei ablief. Probleme, mit denen die amerikanischen Kollegen von IGN anscheinend zu kämpfen hatten, traten bei unserer fertigen Version nicht mehr auf und können deshalb nicht bestätigt werden.
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