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Noch etwas über einen Monat dauert es, dann wird die lang erwartete Fortsetzung der Xbox Rennsimulation Forza Motorsport in den heimischen Händlerregalen zu finden sein. Wir hatten die Möglichkeit den kommenden Blockbuster anhand einer aktuellen Betaversion ausgiebig anzuspielen und verraten euch eins schon vorneweg: Alles wird gut.
Forza, Forza...!
Schon seit der Ankündigung und den ersten veröffentlichen Bildern ist die Rennspielgemeinde gleichermaßen begeistert wie auch hoffnungsvoll, denn Forza 1 war zwar eine anspruchsvolle Rennsimulation, dennoch bei weitem nicht ohne Macken. Die Grafik zeigte sich auf manchen Strecken unscharf, die Menüführung wirkte nicht ganz ausgereift, die Umgebungsgeräusche überdeckten die des eigenen Fahrzeuges und von den 60 Bildern pro Sekunde, die die Konkurrenz aus dem Hause Sony lieferte, war man weit entfernt. Entwickler Turn 10 hat jedoch dazugelernt und die Fehler des ersten Teils konsequent ausgemerzt. Hinzu gesellt sich die NextGen-Power der Xbox 360, die dafür sorgt, dass alles im feinsten Gewand daherkommt.
Auch diesmal befindet sich wieder ein ansehnlicher Fuhrpark mit an Bord, der sogar noch vergrößert wurde und nun knapp über 300 Fahrzeuge bereit hält. Wir sparen uns hier die Aufzählung dieser und verweisen auf die entsprechende Fahrzeugliste. Ebenso wurde die Streckenvielfalt erhöht, neben einigen bereits bekannten Strecken aus Teil 1 haben mit dem „Mugello Circuit“, „Sebring Raceway“ und „Suzuka International Racing Course“ drei neue Tracks Einzug gehalten. Die aus dem ersten Teil bekannten Fantasie-Strecken „Alpine Ring“, „Blue Mountains Raceway“, Fujimi Kaido, Pacific Shipyards, sowie die Kurse „Road America“, „Rio De Janeiro“ und der „Tokyo Circuit“ mussten leider weichen, was jedoch angesichts der erweiterten Streckenführung und neuen Varianten der bereits bekannten Tracks verschmerzt werden kann. Hinzu gesellt sich die Möglichkeit eines zusätzlichen Download Contents, der neben neuen Fahrzeugen auch weitere Pisten beinhalten kann.
Einsteigen und los geht's
Nachdem wir jetzt dem „Drumherum“ genügend Aufmerksamkeit geschenkt haben, wollen wir uns nun dem eigentlichen Spiel widmen, denn die beiden wichtigsten Fragen sind sicherlich: 1. Wie spielt sich Forza 2 und 2. Wie sieht es aus?
Wie bereits in Forza Motorsport teilt sich auch der zweite Teil in drei grundlegende Spielmodi auf. Im Arcade-Modus stehen „Schaurennen“, „Zeitprüfungen“ und der „Freie Lauf“ zur Verfügung, um erste Streckenerfahrungen zu sammeln und Fahrzeuge freizuschalten. Im Karrieremodus geht es darum, gute Platzierungen in den verschiedensten Renntypen bestehen. Auch in diesem Punkt geizt Forza 2 nicht, denn jeder Renntyp kommt mit einer gehörigen Anzahl an Veranstaltungen daher, die aus mehreren Läufen besteht. Hier eine kleine Auflistung:
• Versuchsgelände (ab Stufe 0 / 10 Veranstaltungen / 30 Rennen)
• Amateur-Cup-Rennen (ab Stufe 3 / 10 Veranstaltungen / 34 Rennen)
• Hersteller-Club-Rennen (ab Stufe 5 / 10 Veranstaltungen / 34 Rennen)
• Halbprofi (ab Stufe 7 / 10 Veranstaltungen / 35 Rennen)
• Konkurrenzkampf (ab Stufe 10 / 10 Veranstaltungen / 37 Rennen)
• Regionale Meisterschaften (ab Stufe 15 / 10 Veranstaltungen / 40 Rennen)
• Serienfahrzeug-Rennen (ab Stufe 15 / 10 Veranstaltungen / 40 Rennen)
• Profi-Serie (ab Stufe 20 / 10 Veranstaltungen / 54 Rennen)
• Langstrecken-Rennen (ab Stufe 20 / 10 Veranstaltungen / 10 Rennen)
Hinzu kommt die Möglichkeit, im Mehrspielermodus weitere Karriere-Rennen online via Xbox Live zu bestreiten, was dazu führen sollte, dass so schnell keine Langeweile aufkommt, dazu aber später mehr.
Nachdem man sich ein Fahrzeug, dem virtuellen Geldbeutel entsprechend, ausgewählt hat geht es auch schon los und ehe man sich versieht ist man auch schon auf der Strecke um sich einen Namen zu machen und möglichst viel Credits zu verdienen, die man wiederrum in seinen Fuhrpark investieren kann. Die Tuningvielfalt ist enorm, so hält der „Upgrade-Shop“ für jedes Modell die entsprechenden und lizensierten Teile parat. „Zender“-Stoßstange für den Golf IV? – Kein Problem!“. Neu hinzugekommen ist hier die Möglichkeit, nicht nur den Motor, sondern den kompletten Antriebsstrang aus einem Modell des gleichen Herstellers zu „verpflanzen“. Der R32-Turbomotor mit Allradantrieb sorgt in unserem alten, leichtgewichtigen Golf 2 jedenfalls für satten Schub nach vorn. Auch der Felgendurchmesser kann jetzt frei gewählt werden und 20“ steht auch dem Mini gut zu Gesicht.
Im Bereich „Lackierung“ hat sich auch einiges getan, abgesehen von tollen Effektlacken, die sich nun auch auf den Felgen auftragen lassen, hat sich hier besonders im Bereich „Design“ einiges getan. Neben der „dezenten“ Verzehnfachung der Layerzahl auf 1000 pro Seite(!) ist es nun auch möglich, komplette Designs abzuspeichern, bzw. Layergruppen zu erstellen und diese kinderleicht auf andere Fahrzeuge zu übertragen. Wie bereits im Vorgänger ist es hier durchaus möglich, einen ganzen Tag damit zu verbringen, seinen Auftritt entsprechend zu verschönern und zu personalisieren. Die Chance, bei einem Onlinerennen den gleichen Wagen zweimal zu sehen, sollte hiermit gänzlich ausgeschlossen sein.
Raceday
Sicherlich ist die Spielbarkeit DER ausschlaggebende Punkt bei Forza 2 und auch hier zeigt Turn 10, dass man sich und die Forza-Marke konsequent weiterentwickelt hat. Die Grafiken sind derart detailliert, dass sich bei nicht-Videospiel-Erfahrenen schon mal die Grenze zwischen Spiel und Realität verschieben kann. Hinzu kommt das wirklich butterweiche Scrolling mit absolut stabilen 60 Bildern pro Sekunde. Gerade hier zeigt Turn 10, wozu die „gute alte“ 360 fähig ist und lässt den bislang schönsten Racer „PGR3“ im wahrsten Sinne des Wortes „alt aussehen“. Der Detailreichtum ist enorm und derzeit auf keinem anderen System in dieser Art zu finden. Selbst auf der alt-ehrwürdigen Nordschleife säumen tausende, animierte Zuschauer den Weg, gepaart von eindrucksvollen Lichteffekten.
Die Fahrzeuge selbst gehören ebenfalls zu den feinsten dieser Art und sind bis ins kleinste Detail den Originalen nachempfunden. Dies geht so weit, dass nicht nur die Außenhaut der Karosserie „wie echt“ daherkommt, spätestens nach dem ersten Leitplankenkontakt sieht man, dass auch der Unterbau originalgetreu übernommen wurde. Das bereits aus FM1 bekannte Schadenssystem wurde ebenfalls weiterentwickelt und zeigt sich insgesamt von seiner besten Seite. Als einziger Kritikpunkt sei in unserer vorliegenden Beta-Version die Positionierung der Replay-Kameras zu nennen, die so gar nicht in das Konzept der Simulation hineinpassen will und mit abenteuerlichen Schwenks daherkommt. Eine „TV-Übertragungs-Option“ würde den Eindruck eines echten Rennens noch weiter vertiefen.
Die insgesamt vier wählbaren Ingame-Kamera-Perspektiven sind allesamt sehr gut spielbar, Experten empfehlen wir selbstverständlich die Motorhauben- bzw. Stoßstangen-Perspektive, die mit wirklich atemberaubendem Speed daherkommt und feinfühlige Steueraktionen zulässt. Eine Cockpit-Perspektive à la PGR3 bietet FM2 nicht. Ob diese in Verbindung mit der hohen Framerate und äußerst detaillierten Streckengrafik noch technisch umsetzbar gewesen wäre? Die Zeit wird’s zeigen.
Die Steuerung an sich kommt gewohnt präzise daher und überzeugt in gleichen Teilen via Joypad sowie auch dem Xbox 360 Force Feedback Wheel. Echte Rennspielfans kommen um die Anschaffung des zweiten unserer Meinung nach nicht herum, gerade in Verbindung mit dem von uns empfohlenen „playseats Evolution“ in der stylischen weißen Xbox 360-Ausführung (ausführlicher Test folgt) wird das heimische Wohnzimmer zur Rennstrecke. Sämtliche Lenk- und Pedalwege sowie das Force Feedback lassen sich im Optionsmenü frei konfigurieren, wobei letzteres eher dezent daherkommt, aber alle Fahrbahn-Beschaffenheiten und Fahrzeugzustände konsequent und wohldosiert an den Fahrer weitergibt. Ärgerlich ist die Tatsache, dass das Wheel für Designarbeiten und dem Fotomodus mehr als unpassend ist, da es schlichtweg nicht alle Bedienelemente bietet. Ein zweiter (konventioneller) Controller wird nicht unterstützt und das Abmelden des angemeldeten Eingabegerätes ist nicht möglich. Hier hilft, zumindest in der uns vorliegenden Fassung, nur eines: Akkupack bzw. Netzteil raus und dann den neuen Controller anmelden. Hört sich kompliziert an, ist aber eine Sache von Sekunden.
Gut gebrüllt, Löwe!
Ein weiteres Manko des Vorgängers war die „verkorkste“ Abmischung der Fahrzeuggeräusche, denn durch die viel zu lauten Umgebungsgeräusche war es, gerade im Pulk, so gut wie unmöglich die Handschaltung ohne ständigen Blick auf den Drehzahlmesser einzusetzen. Hier hat Entwickler Turn 10 anscheinend sehr viel Zeit investiert, denn die Sounds an sich und auch die Abmischung, die sich übrigens in sieben Punkten individuell einstellen lässt, sind mit einem einfachen Begriff zu beschreiben: 100% Realismus! Egal ob Motor-, Gegner-, Schadens, Reifen- oder Umgebungsgeräusche… der Sound passt hervorragend zum Gesamtbild und trägt maßgeblich zur Authentizität bei. Hinzu kommt die wirklich hervorragende Dolby Digital Abmischung, die eine Ortung der Gegner und die Wahrnehmung der Umgebung jederzeit zweifelsfrei zulässt. Alles in Allem liefert Forza Motorsport 2 ein Klangerlebnis erster Klasse.
In Punkto „Musik“ gibt es ebenfalls erfreuliches zu berichten. Wurde man beim Vorgänger fast noch dazu genötigt, den eigenen Soundtrack zu erstellen, so kommt FM2 mit einer großen Auswahl an Musiktracks verschiedener Stilrichtungen daher. Auch in diesem Punkt verweisen wir auf die entsprechende Liste in unserem Newsbereich.
Multiplayer und Xbox Live
Natürlich ist die Competition mit „echten Gegnern“ ein fester Bestandteil von Xbox Spielen. Microsoft liefert hier mit dem hervorragenden Xbox Live-Service eine perfekt geeignete Plattform, die Forza Motorsport 2 mit dem „Online-Arcade-Modus“ sowie der „Online-Karriere“ unterstützt. Unsere Tests im, der Presse und Entwickler vorbehaltenem, Debug-Network funktionierte völlig problemlos und kam völlig lagfrei daher. Dies sollte allerdings auch eine Grundvoraussetzung sein.
Neben den Online-Modi bieten FM2 auch einen System Link, bzw. Split-Screen Multiplayer Modus. Beide bieten Rundstrecken-, bzw. Serienrennen und kommen mit einer Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten daher. Während man im 2 Spieler-Splitscreen, der übrigens ebenfalls mit 60 Bildern/sek und vollem Schadensmodell daherkommt, mit seinem Gegner allein auf weiter Flur weilt, gesellen sich im System Link, falls gewünscht, eine frei wählbare Anzahl von KI-Gegnern dazu. Insgesamt prescht man im System Link und Xbox Live-Modus mit maximal 8 Spielern über die Kurse und zeigt seinem menschlichen Widersacher, wo „hinten“ ist.
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