Test: Mass Effect 2
Unser Fazit:

Die Erwartungen an Mass Effect 2 waren mindestens so hoch wie das All entfernt ist, doch BioWare hat nicht enttäuscht. Einen Vorgänger zu übertreffen, der in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzte, ist sicherlich kein leichtes Unterfangen, doch ist es den Entwicklern tatsächlich gelungen in nahezu jedem Bereich nochmals einen Gang höher zu schalten. Was hier an Spannung, Intensität, Umfang und nicht zuletzt Spielspaß aufgefahren wird, ist nur mit einem Wort zu beschreiben – Meisterwerk!
Dabei sind es eigentlich nur Details, die das Sequel über dem Vorgänger thronen lassen. So zum Beispiel die leicht aufgebohrte Grafik, die zu keiner Sekunde mit den technischen Problemen des ersten Mass Effect zu kämpfen hat. Oder das intensivere Gameplay, das sich auch vor reinrassigen Vertretern des Shooter-Genres nicht zu verstecken braucht. Dazu die weitaus spannenderen Nebenmissionen, die nun deutlich weniger aufgesetzt wirken, und ein Inventar, das so aufgeräumt ist, dass sich die eigene Wohnung ein Beispiel nehmen sollte. Auch wenn sich konservative RPG-Puristen am Kampfgeschehen und der leicht eingedampften Komplexität des Inventars (sehr bequem) ein wenig stören könnten, so bietet Mass Effect 2 dennoch genügend Gründe für den Kauf.
Der sicherlich stärkste Grund wird dieses wohlige Gefühl der Wiederkehr sein. Einen Dank an BioWare für die kluge Entscheidung des Charakter-Imports aus dem Vorgänger, denn erst dadurch wird Shepard vollends zu „unserem“ (Anti-)Helden, dessen Erinnerungen die unseren sind und dessen Entscheidungen, Konsequenzen, ja dessen gesamte Geschichte eine Tragweite erhält, die die gesamte Trilogie beeinflussen wird. Das Jahr ist zwar noch taufrisch und viele weitere gute Spiele scharren bereits mit ihren virtuellen Hufen, doch haben wir es hier eindeutig mit einem heißen Anwärter auf den Titel „Spiel des Jahres“ zu tun. Ein Spielerlebnis, das auch nur annähernd an die Intensität von Mass Effect 2 heranreicht, sucht man derzeit jedenfalls vergebens.
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Pro und Contra + spannende Story, interessante Charaktere
+ große Entscheidungsfreiheit mit weitreichenden Konsequenzen
+ großer Umfang
+ Importieren des ME1-Spielstandes
+ neue Planeten, Arten und Waffen
+ aufgeräumtes Inventar
+ verbesserte Steuerung im Kampf
+ technische Mängel weitgehend ausgeräumt
+ erneut hervorragende Synchronisation (engl.)
+ gestiegener Shooter-Anteil…
- …der Rollenspielpuristen missfallen könnte
- teils lange Ladezeiten
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Systeminfo • 1 Spieler
• HDTV 720p/1080i/1080p
• Dolby Digital 5.1
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| | Prozent | Punkte | Note |
| Gameplay |  | 94 % | 9.5/10 | 1.5 |
| Umfang |  | 96 % | 9.5/10 | 1 |
| Grafik |  | 95 % | 9.5/10 | 1 |
| Sound |  | 96 % | 9.5/10 | 1 |
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| Gesamteindruck |  | 96 % | 9.5/10 | 1 |
Das sagt die Redaktion
Mein Spiel des Jahres
Eigentlich mag ich keine voreiligen Schlüsse, dennoch bin ich mir sicher, dass ich mein persönliches Spiel des Jahres schon im Januar gefunden habe. Mass Effect 2 hat mich von Spielminute eins komplett in seinen Bann gezogen und mich bis zum Abspann nicht mehr losgelassen. Spielerisch werden zwar keine neuen Maßsstäbe gesetzt und auch optisch wurde im Vergleich zum Vorgänger nur Feintuning betrieben, was die Fortsetzung in meinen Augen um LÄNGEN von Mass Effect 1 abhebt, ist die unglaubliche Dramaturgie, die im Verlauf der epischen Story aufgebaut wird.
Jeder einzelne Charakter aus Shepards Crew legt eine Individualität an den Tag, die ich in keinem anderen Spiel zuvor so intensiv wahrgenommen habe. Und selbst, wenn man ein oder meinetwegen auch zwei Begleiter so gar nicht ausstehen kann, dann wartet immer noch eine schiere Horde aus Menschen und Aliens darauf, einem ans Herz zu wachsen. Und trotz relativ mauer deutscher Synchronisation und teils wirklich platter Sprüche, ist es nicht zuletzt der Commander höchstselbst, der aufgrund seiner zahlreichen Entscheidungen, deren Tragweite man im Hinblick auf Mass Effect 3 nicht mal ansatzweise erahnen kann, die Persönlichkeit eines Helden entwickelt, die Luke Skywalker und Captain Kirk gemeinsam voller Erfurcht in die Knie zwingen würde.
Stellt sich die Frage, wie BioWare das in Mass Effect 3 noch alles toppen will. Andererseits, diese Frage habe ich mir nach dem Ende von Mass Effect 1 auch schon gestellt...
Triple-Wertungssystem:
Unsere Redakteure vergeben für die verschiedenen Kategorien einzelne Wertungspunkte. Der Gesamteindruck steht nicht für die Summe aller Einzelwertungen sondern repräsentiert den Spielspaß, den unsere Redaktion mit diesen Titel verbindet. Um die Wertung verständlicher zu gestalten, bieten wir exklusiv das Triple-Wertungssystem an, das die klassische 100%-Wertung, eine 10-Punkt-Wertung sowie das Schulnotensystem beinhaltet.