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Schon wieder eine Filmlizenz? Peter Parkers Abenteuer sind der Hintergrund dieses Actionkrachers und sollen Spider-Man im Kino und auf der Konsole zu neuen Höhenflügen verhelfen. Das ist gelungen. Überzeugend und richtig spannend.
I am a Loser, baby.
Peter Parker, der schüchterne Junge im Spinnenkostüm und Superkräften schlägt nicht nur wieder auf der Leinwand zu sondern übergibt euch die Kontrolle auch auf den Konsolen. Diesmal gilt es den verrückten Wissenschaftler Doc Ock aufzuhalten und nebenbei das komplette verpatzte Leben von Peter zu regeln (inklusive seiner unglücklichen Liebe und den Verstimmungen mit seinem besten Freund Harry aus dem ersten Film). Der Film mag nicht jedermanns Sache gewesen sein, das Spiel ist eine Perle im Actionbereich.
Entgegen der nervigen Loser-Geschichte, die ihr im Film aushalten müsst, ist das Spiel sehr viel Action orientierter. Es geht schnell zur Sache und geht keine Kompromisse ein: sollte Action und Story kollidieren, wird eher mal auf ein Stück der Geschichte verzichtet. Obwohl der Spieler jederzeit Zufallsverbrechen lösen kann, um seine so genannten Heldenpunkte zu verbessern, bleibt dazu meist keine Zeit. Denn Spider-Man 2 auf der Xbox ist schnell, verdammt schnell. Eben noch eine alte Dame aus den Fängen einer Straßenbande gerettet, Pizze für ein Restaurant ausgetragen (in der guten alten Manier von Spider-Man und das heißt sicherlich: nicht konventionell), ein paar Fotos gemacht und den Unterricht verpasst und Schelte bekommen; da wartet auch schon das Date mit der angebeteten Mary. Nur gut, dass man nicht selbst laufen muss.
Grafisch ist man bei Spider-Man 2 an einigen Stellen überrascht, was aus der Xbox in Punkto Geschwindigkeit und Weitsicht herausgeholt werden kann. Schnelle Frameraten ohne Ruckler bestimmen euren Weg, sei es schwingend von Wolkenkratzer zu Wolkenkratzer oder krabbelnd an den Wänden entlang. Dabei wird das Gefühl von Freiheit sehr gut rübergebracht. Man hat das Gefühl, überall hin zu kommen. Dafür haben die Entwickler Manhattan nachgebaut und die Arbeit hat sich vollkommen gelohnt.
Trotz – klarerweise – manchmal eintönigen Animationen des Helden oder der normalen Gegner, die auf der Straße getroffen werden, kommt keine Langeweile auf. Das liegt an der oben beschriebenen Geschwindigkeit des Spiels. Man wird praktisch aufgesaugt in das Spiel, will nur noch mehr erfahren, seine Fähigkeiten schulen. Das gibt es in letzter Zeit bei Actionspielen nicht mehr. Besonders bei einer Filmlizenz dieser Größe gebührt den Entwicklern Respekt, weil sie sich nicht ausgeruht haben, sondern wirklich gut gearbeitet haben. Das setzt sich auch in den Spinnenkräften fort, Spezialkräfte des Superhelden, die z.B. das Geschehen verlangsamen etc. Die Animationen und Visuals hier sind ebenfalls sehr gut gelungen.
Auf der Vertonungsseite wundert es einen doch schon etwas, dass hier nicht etwas besser gearbeitet wurde. Die Sprecher wirken oft in den Zwischensequenzen lustlos und wenig motiviert. Ebenso ist der Sound vielleicht für einen Titel dieses Genres passend aber nicht auf dem Standard, den man von der Grafik und Steuerung gewohnt ist. Schlecht ist die gesamte Atmosphäre im Soundbereich nicht, einzelne Passanten rufen einem hinterher, Geräusche sind gut gelungen, aber eine Leistung wie im restlichen Spiel ist es nicht.
Dafür lässt sich Spider-Man 2 besser als viele andere Spiele steuern. Schon nach ziemlich kurzer Zeit kann jeder Spieler, sei er Freak oder Anfänger, Peter Parkers Alter Ego durch die Straßenschluchten manövrieren als hätte er nie etwas anderes gemacht. Simpel und intuitiv, eine Steuerung, die das Gesamtbild nochmals verbessert. Dazu kommt die Option, praktisch jederzeit speichern zu können. Es muss nicht nach Speicherpunkten gesucht werden, keine Codes abgeschrieben werden. Das beugt der üblichen Actionspiel-Motivationslücke vor, da man keine Levels mehrfach komplett durchspielen muss, nur um an einem Punkt wieder zu scheitern. Gute Idee und weiterer Pluspunkt.
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