News: TEST - Resident Evil Requiem

Einleitung
Mit Resident Evil Requiem setzt Capcom die traditionsreiche Survival-Horror-Reihe fort und kombiniert klassische Serienelemente mit modernen Spielmechaniken. Der Titel greift zentrale Grundpfeiler der Marke auf, darunter Ressourcenknappheit, Erkundung und Rätsel, erweitert diese jedoch um deutlich actionorientiertere Abschnitte. Im Mittelpunkt stehen zwei spielbare Figuren: die FBI-Analystin Grace Ashcroft sowie Serienveteran Leon S. Kennedy.

Das Spiel verfolgt dabei einen strukturellen Ansatz, der gezielt zwischen Survival-Horror und Actionsequenzen wechselt. Diese Dualität prägt sowohl das Gameplay als auch das Pacing und stellt den Kern des gesamten Spielerlebnisses dar. Die Handlung bleibt dabei bewusst im Hintergrund und dient primär als Rahmen für die spielerischen Abläufe. Mit einer Spielzeit von etwa 12 bis 16 Stunden positioniert sich Resident Evil Requiem im oberen Bereich der Seriendauer.

Gameplay
Das Gameplay von Resident Evil Requiem basiert auf zwei klar voneinander getrennten Spielansätzen, die sich je nach Charakter deutlich unterscheiden.

Grace Ashcroft – Survival-Horror-Fokus
Die Abschnitte mit Grace sind konsequent auf klassische Survival-Horror-Mechaniken ausgelegt. Ressourcen wie Munition und Heilgegenstände sind stark limitiert, das Inventar ist eingeschränkt und zwingt zu strategischem Management. Kämpfe sollten vermieden oder effizient geführt werden, da Fehler schnell bestraft werden.

Zusätzlich stehen Schleichen und Umgehen von Gegnern im Vordergrund. Die Level sind meist eng, dunkel und stark linear aufgebaut, enthalten jedoch freischaltbare Abkürzungen und optionale Bereiche. Rätsel nehmen einen zentralen Stellenwert ein und bestehen häufig aus dem Kombinieren von Gegenständen, dem Finden von Codes oder dem Analysieren von Dokumenten.

Die optionale Ego-Perspektive verstärkt die unmittelbare Wahrnehmung und erhöht die Reaktionsanforderungen, insbesondere in bedrohlichen Situationen.

Leon S. Kennedy – Action-Fokus
Im Kontrast dazu stehen die Abschnitte mit Leon, die klar auf Action ausgelegt sind. Das Inventar ist deutlich großzügiger, Waffen und Munition sind ausreichend vorhanden. Kämpfe gegen größere Gegnergruppen sind ein zentraler Bestandteil dieser Passagen.

Das Kampfsystem umfasst Schusswaffen, Nahkampfangriffe und Pariermechaniken. Ergänzt wird dies durch ein Punktesystem, bei dem besiegte Gegner Ressourcen für Upgrades und neue Ausrüstung liefern. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Progressionskreislauf.

Die Levelstruktur ist offener gestaltet als bei Grace und umfasst sowohl Innen- als auch Außenbereiche. Spieler werden regelmäßig für aggressives Vorgehen belohnt.

Struktur und Leveldesign
Die Spielwelt folgt einem vernetzten Leveldesign mit verschlossenen Bereichen, die erst durch gefundene Schlüssel oder gelöste Rätsel zugänglich werden. Dieses Metroidvania-ähnliche Prinzip fördert Backtracking und systematische Erkundung.

Die Balance zwischen Exploration, Kampf und Rätseln funktioniert über weite Strecken stabil. Allerdings sind die Puzzle-Mechaniken weitgehend klassisch gehalten und orientieren sich stark an bekannten Serienelementen, wodurch der Überraschungsfaktor begrenzt ist.

Grafik
Resident Evil Requiem präsentiert sich technisch auf hohem Niveau. Die Umgebungen sind detailliert gestaltet und zeichnen sich durch eine hohe Dichte an visuellen Elementen aus. Texturen sind scharf, und die Beleuchtung nutzt moderne Licht- und Schatteneffekte, um die Atmosphäre gezielt zu unterstützen.

Besonders Innenräume profitieren von dynamischer Beleuchtung, die gezielt zur Spannungssteigerung eingesetzt wird. Flackernde Lichtquellen, dunkle Korridore und enge Räume tragen maßgeblich zur visuellen Wirkung bei.

Auch die Außenareale sind abwechslungsreich gestaltet und bieten eine größere Sichtweite sowie mehr visuelle Vielfalt. Technisch überzeugt das Spiel durch kurze Ladezeiten und eine stabile Bildrate, was insbesondere in actionreichen Szenen relevant ist.

Die Animationen der Gegner und Charaktere sind flüssig und unterstützen sowohl die Immersion als auch das Trefferfeedback im Kampf.

Sound
Das Sounddesign gehört zu den zentralen Elementen der Spielerfahrung. Akustische Signale werden gezielt eingesetzt, um Spannung zu erzeugen und den Spieler auf Gefahren hinzuweisen. Dazu zählen Umgebungsgeräusche, Gegnerlaute sowie situative Soundeffekte wie zerbrechende Objekte oder mechanische Geräusche.

Die räumliche Audioabmischung unterstützt die Orientierung innerhalb der Spielwelt und verstärkt die Wahrnehmung von Bedrohungen außerhalb des Sichtfelds.

Die deutsche Synchronisation ist vollständig umgesetzt und weist eine klare Verständlichkeit auf. Dialoge sind konsistent vertont und tragen zur Charakterdarstellung bei, ohne dabei spielerische Abläufe zu unterbrechen.

Kritisch anzumerken ist, dass einige Schreckmomente stark vorhersehbar inszeniert sind und sich wiederholen, was langfristig die Wirkung reduzieren kann.

Fazit
Resident Evil Requiem kombiniert zwei zentrale Spielprinzipien der Reihe in einem strukturierten Wechsel: klassischen Survival-Horror und actionorientiertes Gameplay. Durch die klare Trennung der Spielstile zwischen Grace und Leon entsteht ein abwechslungsreicher Spielfluss, der sowohl strategisches Vorgehen als auch direkte Konfrontation ermöglicht.

Die technische Umsetzung ist durchweg stabil und unterstützt die dichte Atmosphäre effektiv. Besonders das Sounddesign und die visuelle Gestaltung tragen maßgeblich zur Gesamtwirkung bei.

Schwächen zeigen sich vor allem im Pacing sowie in der begrenzten Innovationskraft der Rätsel. Einzelne Abschnitte unterbrechen den Spielfluss oder reduzieren die Interaktivität zugunsten inszenatorischer Elemente.

Insgesamt liefert das Spiel eine strukturierte und funktionale Weiterentwicklung der Serie, die bekannte Mechaniken konsolidiert und in einem ausgewogenen Verhältnis präsentiert.

Positiv
Zwei klar differenzierte Spielstile (Survival-Horror und Action)
Abwechslungsreicher Wechsel zwischen den Protagonisten
Effektives Ressourcenmanagement in den Survival-Abschnitten
Dynamisches Kampfsystem mit spürbarem Trefferfeedback
Detaillierte Umgebungen und moderne Beleuchtungstechnik
Sehr starkes Sounddesign mit hoher Immersionswirkung
Stabile technische Performance (Ladezeiten, Bildrate)
Umfangreiche Spielzeit und Wiederspielwert durch Extras

Negativ
Rätselmechaniken überwiegend bekannt und wenig innovativ
Teilweise unausgeglichenes Pacing
Einige Abschnitte mit reduzierter Interaktivität
Vorhersehbare Inszenierung bestimmter Schreckmomente
Einzelne Gameplay-Passagen mit Trial-and-Error-Struktur
13.04.2026 : XboxFront