News: Die Augmented-Reality-Brille Hololens ist da – aber die Welt noch nicht bereit

In den letzten Monaten gab es immer neue spektakuläre Demonstrationen der Augmented-Reality-Brille Hololens zu sehen, an der Microsoft seit geraumer Zeit arbeitet. Nun hat Microsoft offiziell bestätigt: Die Hardware der Brille ist fertiggestellt. Mit dem Marktgang will Microsoft sich aber Zeit lassen, “bis die Welt dafür bereit ist”.

Die technologischen Fähigkeiten der Hololens, die einer der Entwickler zuletzt per Video demonstrierte, wirken tatsächlich wie Grüße aus einer fernen Zukunft. Das lediglich 35 Sekunden lange Video zeigt, wie jemand Halo 5 zunächst auf der Xbox One spielt, dann schwenkt die Kamera zu einem weiteren Screen und er spielt dort weiter.

Was man erst auf den zweiten Blick sieht: Der zweite Bildschirm ist virtuell, er schwebt und lässt sich frei im Raum verschieben. Unterschiede von Grafikqualität oder Spielfluss lassen sich im Video nicht erkennen, das Streaming von der Xbox in die virtuelle Realität ist perfekt. Die Hardware ist also da und funktioniert – aber wann wird sie veröffentlicht?

Verbraucher müssen sich gedulden

Darüber hat nun Microsofts Manager Alex Kipman, der vor Hololens schon Kinect auf den Weg brachte, Auskunft erteilt. Nach seinen Worten werde Microsoft das neue Wunderwerk veröffentlichen, wenn die Welt dafür bereit sei. Das werde möglicherweise bald sein, liege wahrscheinlich aber noch in weiter Ferne.

Den euphorischen Spekulationen, man könnte die Brille schon bald auch außerhalb von Messepräsentationen in die Finger bzw. vor die Augen bekommen, erteilt Kipman damit eine Absage. Aus guten Gründen. Denn Microsoft ist, was Pionierleistungen in Sachen Augmented Reality angeht, ein gebranntes Kind.

Es war immerhin Alex Kipman selbst, der schon 2010 mit Kinect für Xbox 360 die Gamingwelt revolutionieren wollte. Doch obwohl Kinect unter Gamern anfangs gut ankam und vor allem neue Zielgruppen unter casual gamern erschloss, konnte sich Kinect nicht langfristig etablieren.

Für die Xbox One spricht heute niemand mehr über Kinect, und nur wenige scheinen sie zu vermissen. Diesen Fehler will Microsoft beim nächsten Anlauf in Sachen erweiterter Realität vermeiden. Deshalb ist es auch nicht Kipmans Ziel, die Hololens so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen.

Ausgewählte Softwareentwickler erhalten die Brille vorab

Stattdessen will Microsoft warten, bis das Interesse wirklich groß ist und man mehr praktische Erfahrung mit der neuen Technologie sammeln konnte. Vor allem aber ist wichtig, den Kunden bei der Veröffentlichung schon einiges bieten zu können. Das, was man mit der Hololens alles anstellen kann, muss schließlich ihren Preis rechtfertigen.

Deshalb will Microsoft dieses Jahr beginnen, Softwareentwicklern eine Version der Hololens anzubieten, mit der sie neuartige Programme, Spiele, Anwendungen und Einsatzszenarien entwickeln können.

Eine Chance auch für deutsche Entwickler, sich einzuklinken. Die Deutsche Tech-Branche boomt und konnte in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum vorweisen, das sich in Neugründungen und Stellenaufbau manifestiert, wie Hunderte neue Stellenausschreibungen belegen.

Augmented Reality stellt eine völlig neue Spielwiese für Entwickler dar, in der die Karten neu gemischt werden und auch Startups eine realistische Chance haben, den großen Wurf zu landen. Augmented reality verändert das Interface im Umgang mit Daten und anderen Menschen grundlegend.

Das Potenzial dieser revolutionären Technologie zu erfassen und in neue Anwendungen zu gießen, wird seine Zeit dauern. Doch es könnte sich auszahlen, diese Inkubationszeit zu investieren, um am Ende ein wirklich ausgereiftes Produkt zu präsentieren.

Dass andere Hersteller der Hololens mit eigenen Systemen zuvorkommen, hält der Microsoft-Manager Alex Kipman nicht für ausgeschlossen. Ein Problem habe er nicht damit. Die Hololens, so ist er sich sicher, werde ihre Relevanz auch nach längerer Wartezeit noch entfalten.

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24.03.2016 : XboxFront