FRONTlegends: Eintrag #3 - Max Payne

Videospiele können keine Emotionen wie Angst oder Panik erzeugen? Wer das behauptet, sollte mal das Alptraum-Level in Max Payne spielen. Warum mir dieser Abschnitt in Erinnerung geblieben ist und warum er für mich zu den besten Levels aller Zeiten zählt, verrate ich euch nun in einer neuen Folge FRONTlegends.

Ich bin ein riesengroßer Fan von Max Payne und Max Payne 2: The Fall of Max Payne. Als der erste Teil 2001 für PC erschien, später gab es auch Umsetzungen für Xbox und PS2, staunte ich nicht schlecht: Man konnte bei den Schusswechseln die Zeit verlangsamen, was nicht nur in Sachen Gameplay etwas völlig Neues war, es sah auch verdammt cool aus. Die so genannte „Bullet-Time“ war geboren. Aber nicht nur wegen den stylischen Ballereien liebte ich den 3rd-Person-Shooter, sondern auch wegen der coolen Noir-Story.

Die Geschichte handelte vom New Yorker Cop Max Payne, dessen Frau und kleine Tochter umgebracht werden. Max schwört daraufhin Rache und beginnt einen blutigen Feldzug gegen die Gangster des Big Apples. Max besucht im Verlauf der leider sehr kurzen Spieldauer – geübte Spieler hatten den Titel in weniger als sechs Stunden durch – zahlreiche düstere Hinterhöfe, leer stehende Lagerhäuser und andere schmutzige Orte.

Die Entwickler von Remedy (waren auch für Alan Wake verantwortlich) hatten es seinerzeit geschafft, eine unglaublich düstere und verzweifelte Stimmung zu erzeugen, die von den Schauplätzen, der Synchronisation, dem düsteren Soundtrack, den Ballereien und dem tragischen Helden perfekt getragen wurde. Es gab ohne Frage viel denkwürdige Ereignisse und Level bei Max Payne, eines ist mir jedoch ganz besonders in Erinnerung geblieben, nämlich das Alptraumlevel.



Im Laufe der Geschichte trifft Max Payne auf die zwielichtige Mona Sax (sie spielt im zweiten Teil eine wichtige Rolle). Zunächst bedrohen sich beide mit ihren Pistolen, danach entspannt sich die Situation und Mona bietet Max einen Drink an. In diesen hat sie ein Schlafmittel gemixt, das Max im wahrsten Sinne des Wortes umhaut und ihm leider keine süßen Träume beschert. Es ist im Gegenteil ein ziemlich heftiger Alptraum.

Zunächst rennt Max durch breite Gänge. Die Kamera ist dabei weit nach hinten gezogen. Das ganze Level ist in düstere und dunkle Farben gehüllt, außerdem ertönt ein unglaublich unheimliche Melodie. Max rennt also zunächst durch die Gänge, bis er plötzlich in seinem Haus steht. Dort scheint alles in Ordnung zu sein, jedoch kann er im ersten Stock das Bad nicht betreten, da ihm Holzbalken den Zugang versperren. Er nimmt also einen anderen Weg und steht plötzlich in einem riesigen Raum. Dort ist auf dem Boden eine Blutspur zu erkennen. Dieser gilt es zu folgen, um den Ausgang zu erreichen. Um den richtigen Weg zu finden, muss Max sich an den wimmernden und flehenden Schreien seiner Frau sowie seiner Tochter orientieren. Horror Pur!

Bis dahin hatte mich kein Level so mitgenommen wie dieser Alptraum-Abschnitt aus Max Payne. Ich habe das Level in völliger Dunkelheit gezockt, danach das Spiel ausgeschaltet, den Rollladen hochgezogen und mir – das ist kein Witz – den kalten Schweiß abgewischt. Es müssen nicht immer hunderte Zombies sein, um Angst zu erzeugen. Es reicht schon aus, eine unheimliche Stimmung mit subtilen Mitteln, beispielsweise der richtigen Musik, herzustellen, um den Spieler zu schocken.

Ich kann jedem nur raten, dieses Level selbst mal auszuprobieren. Max Payne sollte man ohnehin gespielt haben - Das Spiel ist absoluter Kult! Wer mehr über den dritten Ableger erfahren möchte, dem empfehle ich unser ausführliches Hands-On mit allen bekannten Fakten.

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16.05.2011 : Stefan Grund