Test: Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer

Grafik, was ist das?
Seine größte Degradierung erfährt Game Of Thrones jedoch wegen seiner potthässlichen Grafik. Niemals hätte ich gedacht, dass es jemand fertig bringen würde, mit der Unreal Engine 3 (!) ein so unansehnliches Spiel zu machen. Gerade diese Engine ist bekannt für ihre tolle Darstellung von Licht- und Schatteneffekten, Personen und ihren Gesichtszügen oder hochauflösenden Texturen. Nichts davon ist hier zu finden. Nicht nur wurde die Beleuchtung an manchen Stellen so schlecht eingestellt, dass Mors' Hund im Kerzenlicht lila erscheint, auch die Animationen wirken teilweise wie aus einer Stop-Motion-Dokumentation, in der es um Aquaplaning geht.

Dinge wie Blumen oder Feuer verkommen zu einem dünn-seitigem Farbbrei, der aus nächster Nähe kaum mehr zu identifizieren ist. Dabei wirken Verliese und Städte gleichermaßen leblos und trist. Das liegt nicht nur an gänzlich fehlenden Details, sondern auch daran, dass es für den Spieler praktisch keine Möglichkeit gibt die Welt von Westeros zu erkunden. Überall nur verschlossene Türen, steinerne und unsichtbare Mauern. Von der fehlenden Oberwelt ganz zu schweigen. Was haben die nur sieben Jahre lang gemacht?

Wenn der gleiche NPC-Klon erst eure Hilfe einfordert und eine Minute später in einer Zwischensequenz als gänzlich andere Person in Erscheinung tritt, möchte man einen Brief an die Entwickler aufsetzen und fragen: „Jungs, ist das wirklich euer ernst?“ Soviel Schludrigkeit darf einem Spiele-Studio und erst Recht einer Geschichte aus dem „Feuer und Eis“-Universum nicht passieren.


18.07.2012 : Peter Lebrun