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Ja im Hause Sega ist die Versoftung so mancher Olympiade schon seit langer Zeit „Spezialität des Hauses“. Die Winterspiele in Vancouver dieses Jahr werden diese Tradition natürlich fortsetzen. Und so lässt uns Sega bei diesem altehrwürdigen Wettbewerb in Gestalt des virtuellen Alter Egos kräftig mitmischen. Also rein in den Eistunnel, die Skier angeschnallt und die Kufen geschärft, olympisches Gold will errungen werden!
Es fehlt etwas
„Hallo liebe Wintersportfreunde und willkommen zu den olympischen Spielen in Vancouver. Am Mikrofon begrüßt sie.....“
Ja ja, nervige Kommentatoren haben wir in der Sportspielgeschichte genügend gehört, doch leider glänzt Segas Olympia-Game gleich mal durch die Abwesenheit eines solchen Kommentators. Dadurch geht gleich zu Beginn viel an Atmosphäre verloren. Ebenso kalt und leer präsentieren sich euch Menüs und deren Design. Drei Modi und gerade einmal 14 Disziplinen stehen euch zur Auswahl. Deutlich weniger, als das reale Aufgebot an.
Echte Wintersport-Fans werden vor allem Biathlon, Curling, Eishockey, Kunstlauf und Skiing-Nordische Kombination vermissen. Aber wir wollen nicht nur meckern und begeben uns gleich mal zu Übungszwecken ins Trainingslager, wo wir unseren Auftritt auf der Olympia-Bühne proben.
Alles ganz easy
Besagte 14 Disziplinen könnt ihr im Trainingsmodus anspielen. Allesamt, vom Eisschnelllauf, über Bobfahren, Skeleton, Snowbard, oder Skifahren sind intuitiv und einfach zu steuern. Selten habt ihr mehr als drei Tasten zu bedienen, was das Spiel sehr einsteigerfreundlich und schnell erlernbar macht. Die arcadenahe Tradition der Sega-Spiele kommt also auch in Vancouver 2010 wieder voll zur Geltung und ist zugleich ein großer Trumpf des Titels.
Leider kranken die einzelnen Spiele sehr an Abwechslung. So schnellt ihr bei den Ski- und Snowboardabfahrten ständig dieselbe Piste hinunter. Die verschiedenen Disziplinen ähneln sich zudem viel zu sehr. Es macht auch keinen großen Unterschied, ob ihr als Mann oder Frau die Piste hinunter düst. Außerdem zeichnet sich schon relativ früh ab, dass siegeshungrige Naturen viel Zeit in das Spiel investieren müssen. Wer sich mit der KI messen will, der bleibt oft im Schnee stecken. Die entpuppt sich nämlich als wahrer Olympionike und ist gottgleich gut in ihrem Element. Die angepeilten Bestzeiten bleiben für Gelegenheitsspieler daher ein vergebener Griff nach den Sternen. So ist für euch eigentlich nur in Ausnahmefällen ein Platz auf dem Treppchen reserviert, an einen Gesamtsieg ist kaum zu denken.
Make your own Olympics
Im Olympiaden-Modus könnt ihr euch aus den 14 Disziplinen eure eigene Olympiade zusammenstellen. Die könnt ihr wiederum online mit Freunden bestreiten oder offline gegen die, wie gesagt, granitharte KI. Vorbildlich ist die Onlineanbindung des Spiels. Ständig könnt ihr zum Beispiel die aktuellen Weltrekorde der Community in der jeweiligen Disziplin sehen und euch daran machen, sie zu schlagen, so ihr denn das Können habt.
Leider fehlt dem Spiel auf ganzer Linie das olympische Flair. Das sieht man vor allem an den Teams. Es sind gerade mal 24 Nationen vertreten, keine davon mit ihren Original-Athleten. An den Start geht ihr nicht mit einem originalen Sportler, sondern mit eurem Gamertag-Namen. So macht es keinen Unterschied, ob ihr als Australier oder Deutscher an den Start geht, lediglich euer Trikot hat eine andere Farbe. Außerdem ist es schwer einen Bezug zum Austragungsort zu finden, die Hallen und Außenareale haben keinen Wiedererkennungswert und das starre Publikum bewegt sich stupide synchron.
Leider sind die Einzeldisziplinen für Gelegenheitsspieler alle recht schnell abgegrast und so macht Vancouver 2010 alleine schnell keine Lust mehr. Seine echte Stärke hat das Spiel aber dafür im Multiplayermodus. Ohne die unfair schwere KI und gegen eure sterblichen Konkurrenten macht der Titel gleich viel mehr Laune.
Was sonst noch zu erwähnen wäre
Abseits der normalen olympischen Modi wird versucht mit dem Herausforderungsmodus noch einiges an Solo-Spielspaß heraus zu kitzeln. In den verschiedenen Challenges gilt
es aber nur etwa Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen und Schneemänner auf der Strecke um zu mähen. Keine allzu langwierig fesselnde Beschäftigung, auch für Spieler, die die Herausforderung suchen. Knappe 30 Challenges später, seid ihr damit auch schon durch.
Die Aufmachung des Titels ist zwar nicht goldwürdig, aber grundsolide. Vor allem die authentischen Egoperspektiven und die flüssige Darstellung können überzeugen. Die Ladezeiten fallen zwar erfreulich kurz aus, doch von ausuferndem winterlichem Glanz ist im Spiel kaum eine Spur. Zu viele Schwächen in Schärfe und Detailgrad der Sportler und den Umgebungen entlocken uns hier nur die Silberwertung für die Technik. Auch im Sound hat man sich ein klein wenig vertan. Die rockigen Tracks bei den Abfahrten harmonieren einfach nicht mit dem Gesamtkonzept. Eine nette Dreingabe für Wintersportfans sind die kleinen Infohäppchen zur Olympia-Historie, die euch während des Ladebildschirms dargeboten werden.
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