Xbox LIVE: Neuigkeiten zum Freenet-Problem
"Normal ist das nicht", werden viele Freenet.de Kunden seit Ende Dezember denken, denn durch die Einbringung neuer IP-Ranges ist es vielen Kunden neben massiven Surfproblemen auch nicht mehr möglich Microsofts Xbox Live-Dienst zu nutzen (
wir berichteten). Während sich der Provider weiterhin in Schweigen hüllt, hat sich nun Xbox Produkt Manager
Boris Schneider Johne in seinem
Webblog zu Wort gemeldet:
"Das Internet hat immer wieder eine Überraschung in Petto - dieses Wochenende hab ich gelernt, was Bogons sind. Grob gesagt sind das nicht vergebene Internet-Adressen. Hinter www.dreisechzig.net steht ja in Wirklichkeit eine sogenannte IP-Adresse nach dem Muster 111.222.333.444 (wobei nur Zahlen bis 255 erlaubt sind, ich weiß). Sogenannte DNS-Server übersetzen den Menschen-lesbaren Namen in die IP-Adresse.
Was passiert aber mit Adressen, die es noch gar nicht gibt? So zum Beispiel bis vor kurzem eine Reihe von IP-Adressen die mit 89.xxx.xxx.xxx angefangen haben. Wenn solche Adressen an niemanden offiziell vergeben sind, nennt man sie Bogons. Die Bogons packt man in eine Liste, die Internet-Dienstleister benutzen, um Hacker-Angriffe abzuwehren. Wenn jemand von so einer in Wirklichkeit gar nicht vergebenen Internet-Adresse anruft, wird beim Dienstleister diese Anfrage geblockt, denn es kann sich ja nur um einen Hacker handeln.
Durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen sind aber in den letzten Wochen wohl Kunden eines großen deutschen Internet-Anbieters in einen Adress-Bereich gerutscht, der bei anderen Anbietern noch auf den Bogon-Listen steht - unter anderem auch bei den Serven, die Xbox Live betreuen. Inzwischen ist das Problem lokalisiert und die Server werden mit aktualisierten Listen versorgt, es sollte also in wenigen Stunden bis Tagen auch diesen Kunden möglich sein, Xbox Live und andere Web-Dienste zu nutzen.
Um die unglücklichen Umstände etwas näher auszuloten, würde ich jeden bitten, der mit diesem Problem den offiziellen Xbox-Live-Support angerufen hat, mir zu mailen wann das Problem auftrat und wann der Support informiert wurde. Forums-Postings und anderes zählen nicht, ich brauche nur Reports bei denen jemand wirklich den offiziellen Support angerufen hat."
Die Frage, die natürlich weiterhin offen bleibt, ist einen Schuldigen für die "unglückliche Verkettung von Zufällen" auszumachen. Sicherlich liegt es im möglichen Rahmen des Providers, solche Einschränkungen vor der offiziellen Freigabe der betroffenen IP-Ranges zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
16.01.2006 : Matthias Brems