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Dass strategische Schlachtzüge auf dem PC durchaus gut spielbar sind und bei der Community immer wieder gut ankommen, stellt sich seit mehreren Jahren immer wieder unter Beweis. Aber ein Strategie-Titel auf der Konsole? Das war für die meisten Spieler bisher ein rotes Tuch. Grafisch und Soundtechnisch konnten vergangene Spiele des Genres zwar durchaus einen ordentlichen bis positiven Eindruck hinterlassen, die Steuerung ließ aber oftmals zu wünschen übrig. Das möchte Electronic Arts nun mit "Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde II" ändern und bringt das Strategiespiel für Knobelfans und alle, die es werden wollen, auf die Xbox 360.
Gut oder Böse? - Das ist hier die Frage
Mittelerde steht am Rande des Abgrunds. Freie Völker kämpfen gegen Sauron, den "Herrn der Ringe", dessen Armeen kriegsbereit sind. Der Rat von Elron berät den nächsten Schritt, um Sauron endgültig zu vernichten. Das schweißt die Elben und Zwerge zum ersten Mal gemeinsam in der Schlacht gegen den Feind zusammen. So begrüßt euch das Spiel, nachdem ihr den Storymodus gestartet habt. Gepaart mit einem cineastisch in Szene gesetztem Intro kommt sofort echtes „Herr der Ringe“-Feeling auf. Nachdem es im ersten Teil, der nur auf dem PC für heiße Schlachten sorgte, keine offizielle Lizenz gab, hat man sich für den neuen Strategietitel die Lizenz an den J.R.R. Tolkiens Büchern gesichert
Zu Anfang eures Abenteuers müsst ihr euch für eine der zwei Seiten entscheiden: Möchtet ihr lieber den Hobbits, Zwergen und Elben helfen, Sauron zu vernichten, oder möchtet ihr den fiesen Sauron bei seinen blutrünstigen Vorhaben unterstützen? Nach dieser ersten Entscheidung hat der Spieler natürlich jederzeit die Möglichkeit, die Story der Gegenseite weiterzuspielen. Insgesamt enthält jede Kampagne acht umfangreiche Missionen, die im Laufe des Spiels an Schwierigkeit zunehmen. In der Regel ist man mit einer Mission circa eine halbe Stunde beschäftigt, um dann die nächste Zwischensequenz zu betrachten, durch die die toll inszenierte Story weiter vorangetrieben wird. Oftmals ist man der Ansicht, dass sich eine Mission gerade dem Ende neigt, dann jedoch stellen sich neue Fallen oder Feinde in den Weg.
Die Geschichte der 'guten Kampagne' startet in Bruchtal, wo sich die Festung der Elben befindet und als deren geheimer Zufluchtsort gehandelt wird und eure erste Aufgabe ist es, selbst das Zepter in die Hand zu nehmen und die Elben ins sichere Bruchtal zu geleiten. Wählt ihr hingegen das Böse, beginnt ihr mit den Orks und müsst als erstes Lorien, die Stadt der Elben, dem Erdboden gleichmachen.
Die einzelnen Missionen sind klassisch in Haupt- und Nebenaufgabe gegliedert. Während man die Hauptaufgaben keinesfalls auslassen kann, kann man den kleinen Nebenmissionen beruhigt entgegen sehen. Meist geht es hierbei nur darum, eine bestimmte Anzahl an Bogenschützen oder Schwertmeistern auszubilden und diese in den Kampf ziehen zu lassen oder alle gegnerischen Bauten und Höhlen auf der aktuellen Karte zu zerstören. Glücklicherweise stellen sich die Aufgaben als relativ simpel heraus.
Helden, Orks und Zwerge
Um euch in einem Strategie-Titel fortzubewegen, müsst ihr nach und nach eure Stellungen erweitern und Stätten für Waffenupgrades und neue Krieger erbauen. Diese erweitert ihr in den Schlachten nach Wunsch und Belieben, um immer mächtigere und größere Kreaturen zu erschaffen. Neben Kriegern, die an der Front kämpfen, stehen natürlich auch die Bogenschützen zur Auswahl. Von großer Bedeutung sind die Kommandeurspunkte, denn nur mit ihrer Hilfe könnt ihr eine große Anzahl an Truppen erschaffen. Neigen sich diese Punkte dem Ende entgegen, könnt ihr vorläufig keine Truppen mehr erstellen. Jede Einheit verbraucht dabei eine bestimmte Anzahl an Kommandeurspunkten.
Durch den Bau zusätzlicher Rohstoffgebäude oder Festungen erhöht sich die Zahl der verfügbaren Punkte. Zudem kann man diese auch durch den Bau von Heldenstatuen erweitern. Eure Streiter können auch mit speziellen Kampfstellungen befehligt werden. Bei einer offensiven Taktik wird zwar viel Schaden ausgeteilt, die Verteidigung sinkt aber rapide in den Keller, wodurch die Armee schneller das Zeitliche segnen wird. Die Stellung 'Kampf' ist die Grundausrichtung. Durch sie gibt es ein neutrales Verhältnis von Rüstungswert und Angriffsstärke, während 'Stellung halten' voll auf die Abwehr setzt. Dies schafft Zeit, um sein Lager wieder "auf Vordermann" zu bringen.
Unter keinen Umständen sollte man auf die 'Helden' verzichten, die man geschickt in den einzelnen Armeen platzieren kann. Helden zeichnen sich durch ihre besondere Standfestigkeit aus. Mit ihnen ist es möglich, ein großes Arsenal an besonderen Spezialfertigkeiten einzusetzen, um den Gegner zu beeindrucken. So ist es beispielsweise möglich, große Erdbeben auszuführen, um mit einem Flächenzauber das Gebiet des Gegners zu verwüsten. Natürlich sind auch die Helden nicht unsterblich und müssen somit immer mit genügend Rückendeckung auftreten, denn mit einfachem „wir stürmen alles, was uns in den Weg kommt“ gelangt man auch in 'Schlacht um Mittelerde II' nicht sehr weit. Neben dem Aufleveln des Helden, muss man sich auch um seine Rohstoffvorkommen kümmern. Nur mit dem Aufbau günstig gelegener Baustätten könnt ihr den besten Ertrag erzielen.
Kinoreifer Auftritt
Sofort beim ersten Anspielen wird klar, dass 'Herr der Ringe Die Schlacht um Mittelerde II' in Sachen Technik der Xbox 360 Hardware einiges abverlangt. Neben hervorragenden Zwischensequenzen, spiegelt auch die Ingame-Grafik ein durchaus positives Gesamtbild wieder. Das Spielgeschehen kommt zwar in einigen Szenen kurz ins Ruckeln, das ist aber zu verkraften, wenn man die hohe Masse an kämpfenden Horden auf dem Bildschirm bedenkt. Spieler mit einem HDTV-Gerät und Dolby Surround-Sound können sich natürlich das Kinoerlebnis direkt nach Hause holen. Aber auch auf einem normalen Standard-Fernsehgerät kommt das Bild aber fast genauso gestochen scharf herüber. Auch hier ist es möglich, die mit viel Liebe zum Detail programmierten Elben, Zwerge und Drachen zu beobachten, die besser nicht aussehen könnten.
Alles in allem haben die Entwickler also in diesem Bereich eine durchweg gute Umsetzung des PC-Originals herbeigezaubert, bei der man die kleineren Ruckler gerne verzeiht. Grafik und Sound können zusammen begeistern, wie man es nur selten in einem Videospiel erlebt hat.
Sorgenkind Steuerung (?) und Palantir
Die wohl wichtigste Frage, die auch schon im Vorfeld heiß diskutiert wurde, ist, ob die Steuerung der Grafik und dem Sound gerecht werden kann. Wir können dies zuerst einmal mit einen definitiven „Ja“ beantworten. So gibt es ein ausführliches im Spiel Integriertes Tutorial, das euch über die wichtigsten Kniffe der innovativen Bedienung aufmerksam macht. Die Einführung ist in einen Haupt- und einen erweiterten Modus unterteilt, der euch zudem neue Funktionen näher bringt. Nachdem man die Steuerung erlernt hat, dauert es dennoch einige Schlachtzüge, bis sie in Fleisch und Blut übergeht.
Die wichtigste Funktion in Sachen Steuerung ist der so genannte 'Palantir', der euch das komplette Spiel hinweg begleitet. Im ersten Moment versteht man nur "Bahnhof", es ist allerdings möglich, sich mit Hilfe des Tutorials oder des Handbuchs solche Dinge verständlich erklären zu lassen. Ihr ruft ihn mit dem RT-Button auf und könnt so beispielsweise besondere Spezialfähigkeiten eurer Helden einsetzen oder dem Baumeister den Auftrag für eine neue Orkhöhle erteilen. Über den unter dem Schlacht-Bildschirm eingeblendeten Palantir kann man so besondere Fähigkeiten einsetzen, oder auf die Optionen der gewählten Einheiten oder Gebäude zurückgreifen.
Er erweist sich in erster Linie in den späteren Gefechten und Online-Schlachten für äußerst hilfreich, denn nur so könnt ihr schnell zwischen dem Kampfgetümmel und eurer Festung navigieren. Dazu benutzt ihr weiterhin den Y-Button, um auf der Karte zu einem aktuellen Kampfschauplatz zu springen. Die Truppen zu befehligen ist auch ein Kinderspiel – im übertragenen Sinne. Während ihr LT gedrückt haltet und danach A drückt, könnt ihr die Kontrolle über alle derzeit auf dem Bildschirm befindlichen Truppen ergreifen.
Neben einer sinnvoll durchdachten Steuerung weist die Technik aber auch kleinere Macken auf. An der Kameraführung hätte man noch ein wenig feilen können, denn oft verliert man auf den eigentlich kleinen Karten den Überblick und muss mit einem Klick auf den linken Stick zurück zu seiner Festung navigieren. Zudem justiert sich die Kamera meist viel zu nah am Spielgeschehen. Auch wenn man die Ansicht herauszoomen kann, bleibt das Gefühl der Orientierungslosigkeit erhalten. Man hätte das Problem mit einer insgesamt weiter entfernten Ansicht einfach lösen können, auch wenn man dadurch die wunderbare Grafik an einigen Stellen hätte übersehen können.
Online in Mittelerde
Natürlich unterstützt 'Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde II', wie viele andere Strategiespiele auch, einen Mehrspielermodus. In insgesamt fünf Spielmodi könnt ihr euch entweder mit euren Freunden messen oder einfach ein schnelles Spiel starten. Die Spielmodi sind abwechslungsreich gestaltet, so kann man unter dem klassischen 'Duell', dem komplexeren 'King of the Hill' oder dem 'Besetzen & Halten' und 'Rohstoffsammler'-Modus wählen. Weiterhin findet man eine ausgiebige 'Held gegen Held'-Variante vor. Für den Mehrspielerspaß ist also mehr als gesorgt. Weiterhin spielt sich der Online-Modus bei guter Verbindung ohne nennenswerte Lags, was dem Spielfluss zu Gute kommt.
Wer sich via Xbox Live in eine Online-Schlacht stürzt, beginnt von Anfang an mit einem Helden seiner Wahl auf der niedrigsten Erfahrungsstufe. Erst im Laufe der Zeit steigen die Recken im Level auf und erlernen somit immer effektivere Spezialmanöver. Aber stärker als der mächtigste Held kann der namensgebende Ring sein, der in jedem der Onlinemodus auf der Karte versteckt ist. Um ihn einzusetzen, müsst ihr ihn in das gegnerische Lager bringen. Daraufhin wird das Lager von einer großen Armee überrannt, der auch noch so viele Einheiten kaum standhalten können.
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