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Es gab einmal eine Zeit in den USA, in der der Whiskey eines der Hauptnahrungsmittel war und Konflikte besonders gerne im Duell gelöst wurden. Diese Zeit wurde „ Der Wilde Westen“ genannt. Nachdem sich schon unzählige Bücher und Filme diesem Thema angenommen haben, dürfen nun auch wieder Aushilfscowboys und Hobby - Outlaws zum Gamepad greifen. In Ubisoft´s Call of Juarez dreht sich alles um Schießereien, fiese Halunken und um einen sagenumwobenen Goldschatz.
Ein spannendes Abenteuer wartet auf die beiden Helden des Spiels. Neben dem jungen Mexikaner Billy, dürft ihr auch seinen Stiefonkel Reverend Ray durch die Prärie steuern. Leider verstehen sich die beiden nicht besonders gut und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod. Ob ihr die Jagd miterleben solltet, lest ihr in unserem Review.
Zwei glorreiche Halunken
Billy, genannt die Kerze, hat es nicht leicht im Leben. Von seinem Stiefvater vom Hof gejagt, versuchte er sich als Schatzjäger und suchte nach dem sagenumwobenen Schatz von Montezuma, der in der mexikanischen Stadt Juarez vermutet wird. Nach diesem erfolglosen Unterfangen, kehrt er in seinem Heimatstadt zurück, um seine Mutter zu besuchen – Doch bei seiner Ankunft liegen seine Mutter und sein Stiefvater tot im Hof. Und das ist noch nicht das Schlimmste. Sein Stiefonkel Reverend Ray verdächtigt ihn des Mordes und eine erbarmungslose Jagd beginnt.
Reverend Ray, ein früherer Revolverheld, hat sich vor langer Zeit dem Glauben verschrieben. Jedoch zweifelt er nach dem Tod seines Bruders an seiner Aufgabe als Pfarrer und er greift wieder zu seinen Waffen. Immer mehr dem Wahnsinn verfallend glaubt er sich von Gott berufen alle Sünder zu strafen. Besonders will er Billy tot sehen. Dieser Konflikt zwischen ihm und Billy und die Jagd auf ihn ist der Hauptbestandteil der spannenden Story. Aber so unterschiedlich wie die Beiden sind, so unterschiedlich spielen sie sich auch.
Zieh Fremder!
Call of Juarez ist ein waschechter Ego-Shooter. Da das Abenteuer in der Zeit des ausgehenden 19.Jahrhunders spielt, greif ihr auf typische Waffen wie Colts, Gewehre und Schrotflinten zurück. Euer Waffenarsenal unterscheidet sich abhängig davon, welchen der beiden Helden ihr gerade spielt. Zunächst zu Ray: Der Mann Gottes zieht meist mit zwei Waffen gleichzeitig in den Kampf. Diese werden durch einen Druck auf die beiden LT- Tasten abgefeuert. Auch können schnelle Feuerstöße mit einer Waffe abgefeuert werden. Durch einen Druck auf die B-Taste schießt Ray schneller. Besonders cool ist eine Zeitlupenfunktion, die besonders hilfreich gegen mehrere Gegner ist. Um diese zu aktivieren, steckt ihr eure Waffen weg und zieht diese bei Gefahr. Schon verlangsamt sich alles um euch herum, und ihr könnt so eure Widersacher genauer ins Visier nehmen.
Da ein Priester nie das Haus ohne seine Bibel verlässt, wird sogar die Heilige Schrift als Waffe missbraucht. Zitiert ihr einige Bibelverse, bleiben eure Gegner für kurze Zeit reglos stehen und ihr dürft ihnen mit euren Friedensstiftern die letzte Ruhe geben. Auch dürfen bei einem Westernspiel Duelle nicht fehlen. Bei diesen zählt ein Countdown herunter und nach Ablaufen der Uhr müsst ihr schneller ziehen und schießen als euer Feind.
Ein wenig anders spielt sich Billy. Während bei Ray mehr die Schießereien im Vordergrund stehen, müsst ihr bei Billy auch einige Schleichpassagegen meistern. Zum Beispiel gilt es ein Lager mit Banditen unbemerkt zu durchlaufen. Dabei schleicht ihr von Busch zu Busch um nicht entdeckt zu werden. Diese kurzen Passagen spielen sich ganz nett, haben mit der Komplexität eines Splinter Cell aber nichts gemein. Billy ist auch etwas gelenkiger als der Reverend. Er kann sich zum Beispiel an Felsen und Mauervorsprüngen hochziehen und so entlegene Ort erreichen. Eine seiner wichtigsten Hilfsmittel ist hierbei eine Peitsche. Mit dieser kann er sich an Bäumen über Schluchten und Abhänge schwingen. Leider steuern sich diese „Tarzaneinlagen“ etwas hakelig und schwammig und es kommt öfter zu Frustmomenten. Alles andere als frustig sind hingegen die spannenden Missionen.
Das Land in dem die Schoschonen schön wohnen
Alles das, was man von einem Shooter im Wilden Westen erwartet, bekommt der Spieler bei Call of Juarez auch zu sehen. Verfolgungsjagden mit Pferden, Schießereien mit Banditen, ein Überfall auf einen Zug und noch viel mehr. Eigentlich wird kein Westernklische ausgelassen. Die wilde Reise motiviert dabei von der ersten bis zur letzten Minute. Man will unbedingt wissen, wie es mit den beiden Streithähnen ausgeht. Überhaupt kann man sich mit Billy und dem Reverend sehr gut identifizieren. Als Priester mit zwei Waffen in den Händen und einem Bibelspruch auf den Lippen fühlt man sich wirklich wie die Rache Gottes.
Call of Juarez schafft es perfekt zwei verschiedene Charaktere gleichberechtigt in ein Spiel unterzubringen. Die dichte Atmosphäre ist auch bei den Missionen spürbar. Egal ob sich Ray durch eine ganze Mine mit Banditen ballert, oder Billy sich gegen wild gewordene Indianer zur Wehr setzt , Call of Juarez ist einer der atmosphärischsten Shooter, den man für eine Hand voll Dollar kaufen kann. Kleine Schönheitsfehler gibt es jedoch auch zu bemängel. So unterbrechen kurze Ladezeiten öfter das Spielgeschehen. Diese sind wirklich nur sehr kurz, aber ein flüssiger Spielablauf wäre doch wünschenswert gewesen.
High Noon
In Sachen Grafik gibt es bei Call of Juarez im Großen und Ganzen nicht viel zu meckern. Sowohl die Westernstädte als auch die Landschaften sind schön modelliert und sehr stimmig. Einzig die Landschaften, die weiter entfernt sind, wirken teilweise etwas leer. Auch kommt es bei den Verfolgungsjagden zu Pop-Ups. Obwohl Call of Juarez im Vergleich mit Grafikschwergewichtern wie The Darkness etwas hinten ansteht, verdient sich die Grafik doch das Prädikat „Gut“.
Sehr gut ist zudem der Sound gelungen. Schöne Melodien, die abhängig von der Spielsituation mal schneller mal langsamer aus den Lautsprechern tönen, runden die tolle Stimmung ab. Auch ist Call of Juarez ein Beispiel für eine gelungene Synchronisation. Jede Spielfigur hat seine ganz persönlichen Sprecher, der perfekt zu ihr passt.
Beim Multiplayer gibt es Capture the Flag, Deathmatch und Team-Dethmatch. Leider heben sich nur „Goldfieber“, bei dem der Spieler mit dem meisten Gold gewinnt, und „Gesuchter“, bei dem ein Kopfgeld auf einen Spieler ausgesetzt wird, vom „Multiplayereinerlei“ etwas ab. Wer außerdem das Spiel erfolgreich beendet hat, kann in zusätzlichen Einzelspielermissionen nochmal sein Können beweisen, oder sich im Duell üben.
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