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Wenn Fortsetzungen erfolgreicher Videospielserien neue Richtungen einschlagen, die nicht aus den Vorgängern bekannt waren, ist es immer eine spannende Erkenntnis zu erfahren, ob den verantwortlichen Entwicklern die entsprechenden Reformen geglückt sind. Obgleich Ubisofts neuestes Agentenabenteuer Splinter Cell: Double Agent keine grundlegend neue Spielmechanik zu bieten hat, vermittelt die Tatsache, dass Hauptakteur und Spion „Sam Fisher“ von nun an als Doppelagent unterwegs ist, ein neues Spielgefühl. Unser Review soll euch verraten, ob eben dieses sein Geld wert ist.
Doppelt hält besser
Die Zeiten des Heldendaseins sind für den guten Sam vorerst vorbei. Wo er in früheren Missionen etlichen Verbrechern das Handwerk legte, und mehr als einmal das Leben zahlloser Unschuldiger rettete, tritt er nun als verdeckter Ermittler und drakonischer Terrorist auf, dem eine Vielzahl von zu treffenden Entscheidungen bevorstehen. Weiterhin gilt es für Sam mit Lügen, Verrat, Mord und Sabotage zu Recht zu kommen. Als Mittel stehen ihm dabei sein nahezu unerschöpfliches Repertoire an Agentenfähigkeiten und seine hochtechnologisierte Ausrüstung zur Verfügung. So haftet an ihm die Aufgabe die Ziele der NSA wahrzunehmen, von der er bereits in vergangenen Abenteuern mit Befehlen versorgt wurde, während er gleichzeitig nicht bei der terroristischen Organisation aufliegen darf, in die er sich schleusen konnte. Egal wie er vorgeht und welche Entscheidungen er trifft, das wichtigste Ziel ist für Sam stets eine erfolgreiche Mission und nicht aufzufliegen.
Folglich liegt also mal wieder nicht weniger als das Schicksal Millionen von Menschen auf den Schultern, wobei er in seinen Missionen sämtliche Krisenherde unseres Planeten, wie Asien, Afrika und natürlich auch die Vereinigten Staaten von Amerika besucht. Die spannende Story von Tom Clancy’s Splinter Cell: Double Agent entwickelt sich ganz nach den zahlreichen Entscheidungen die ihr während der Missionen zu treffen habt, so dass ihr euch auf mehrere alternative Enden freuen dürft. Die größten Schwierigkeiten beim entscheiden zwischen mehreren Alternativen treten dann auf, wenn gegensätzliche Ziele zwischen NSA und JBA(Terrororganisation, der ihr zugehörig seid) gleichzeitig erfüllt werden sollen. Hier gilt es Fingerspitzengefühl zu beweisen.
Von Schatten zu Schatten
Wie in der Einleitung bereits erklärt hat sich am grundlegenden Spielprinzip von Splinter Cell auch in Double Agent nur wenig getan. Noch immer schleicht ihr euch in bester Sam Fisher-Manier durch die unterschiedlichen Schauplätze und versucht dabei so unbemerkt wie möglich vorzugehen. So bewegt ihr euch im besten Fall von Schatten zu Schatten, um wachsamen Augen zu entgehen. Überdies klettert, hangelt, seilt, taucht und schießt ihr euch durch die verschiedensten Missionen. Weitere Gameplay-Elemente sind kleinere Mini-Spiele wie das Knacken von Schlössern, oder die Entschlüsselung eines Türcodes.
Ist eine Direktkonfrontation mit einem Feind unvermeidbar, empfiehlt es sich meist aus der Deckung heraus, mit gezielten Schüssen dem Gegner ein Ende zu bereiten. Ohne ausreichende Deckung ist bereits nach wenigen Momenten euer Tod die Folge. Viel sicherer und ungefährlicher ist es Gegner aus dem Hinterhalt zu erledigen. So habt ihr die Möglichkeit euch an einen Kontrahenten heranzuschleichen, um diesen dann in die Zange zu nehmen. Nun habt ihr entweder die Möglichkeit den machtlosen Feind zur Beantwortung bedeutender Fragen zu bewegen, ihn in einen Tiefschlaf zu versetzen, oder endgültig den Gar auszumachen. Danach besteht äußerste Dringlichkeit die erledigte Person zu verstecken, um Wachen keine Möglichkeit zu geben, von eurer Anwesenheit zu erfahren.
Womit wir auch gleichzeitig beim Thema k.I. wären. Während die computergesteuerten Charaktere in unserer Preview-Fassung noch einiges an Intelligenz vermissen ließen, können wir euch nun ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen sagen, dass die k.I. wie auch schon in den vergangenen Teilen sehr gute Arbeit abliefert. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto besser scheinen die Augen der zahlreichen Feinde zu werden, die auch immer klüger agieren, um euch das Leben möglichst schwer zu machen.
Liebe zum Detail
Wie bereits beschrieben, betritt Sam auf seinen zahlreichen Missionen sowohl Asien, Afrika, als auch die USA. Dabei trifft er selbstverständlich auf unterschiedliche Schauplätze, die hervorragend in Szene gesetzt wurden und den einzelnen Kulturkreisen gerecht werden. Während ihr euch in Shanghai auf und in Wolkenkratzern rumschlagt, schleicht ihr euch auf einem Luxusdampfer durchs Bord-Casino, wobei ihr kurze Zeit später im heißen Kinshasa schweiß gebadet durch ein vollkommen zerstörtes Lokal bewegt, das beispielsweise über eine kleine Bühne samt Schlagzeug verfügt. Solche kleinen liebevollen Details findet ihr während eurer Missionen zu Hauff.
Obgleich man oftmals das Gefühl hat nicht zu wissen, wo sich das nächste Zielobjekt befindet, ist auch das Leveldesign sehr gelungen und abwechslungsreich. Wer dennoch den Überblick verliert, kann sich mit Hilfe der übersichtlichen Einsatzkarte neue Orientierung verschaffen. Innen- und Außenlevel sind ausgewogen verteilt, so dass der insgesamt sehr abwechslungsreiche Eindruck weiter verstärkt wird.
Multiplayer
Natürlich verfügt auch Splinter Cell: Double Agent wie seine Vorgänger über einen umfangreichen Multiplayerpart, der entweder über Xbox Live oder den System Link-Modus in Angriff genommen werden kann. So könnt ihr euch im Versus-Modus mit bis zu 5 Mitspielern bzw. Kontrahenten(max. 3 vs. 3) entweder als Spion oder Uspilon-Streitkraft messen. Einsatzziele der Spione sind das vervollständigen einer Datei(Infiltration) und die Bergung eben dieser(Exfiltration). Für Uspilon-Streitkräfte die Spione daran zu hindern, ihr Missionsziel zu erreichen. Sobald alle Spione vernichtet sind, oder das Zeitlimit abgelaufen ist, haben die Uspilon-Streitkräfte gewonnen.
Abgesehen davon könnt ihr über den nicht weniger spaßigen Kooperations-Modus mit bis zu zwei Mitspielern mehrere Herausforderungen als Spione in Angriff nehmen und gegen computergesteuerte Söldner antreten. Neben einem Trainingseinsatz, gilt es beispielsweise in einem begrenzten Zeitraum so viele Dateien wie möglich herunterzuladen. Selbstverständlich unterscheidet sich die Spielmechanik des Multiplayer-Modus deutlich vom Einzelspielerpart, wobei man zugeben muss, dass ihr im Singleplayer deutlich mehr Gespür für euren Agenten empfindet, als in der Mehrspieler-Variante. Dennoch ist das Ganze eine gelungene Abwechslung, die gleichzeitig noch ohne nervige Verbindungsprobleme funktioniert. Leider hinkt der optische Eindruck der Multiplayer-Variante deutlich dem des Einzelspielerparts hinterher, so dass grafische Abstriche in Kauf genommen werden müssen.
Fisher glänzt und glitzert
An dieser Stelle wiederholt man fast grundsätzlich die Tatsache, dass sämtliche erhältlichen Splinter Cell-Spiele in Sachen Präsentation stets eine grandiose Rolle gespielt haben. Wir lassen es uns nicht nehmen und erinnern ebenfalls an die Grafikleckerbissen der Vorgänger. Obgleich Splinter Cell: Double Agent auf der Xbox 360 grade ohne entsprechendes HDTV-Gerät keine weltbewegenden optischen Verbesserungen mit sich bringt, ist das Spiel ein wahres Fest für die Augen. Insbesondere Sam und sämtliche anderen Spielfiguren sehen einfach fantastisch aus. Scharfe Texturen und atemberaubende Licht- und Schatteneffekte runden den grafischen Gesamteindruck tadellos ab. Das Geschehen bleibt dabei stets flüssig und besticht ebenfalls durch viel liebe zum Detail, wenn auch eine coole Sonnenbrille nicht jedem auf der Nase vom guten alten Sam gefallen könnte.
Die Audiokulisse wurde mit nicht weniger Sorgfalt umgesetzt, so dass die ohnehin packende Atmosphäre noch weiter verstärkt wird. Egal ob es der tolle Soundtrack, die klasse Synchronsprecher oder die realistischen Soundsamples sind, welche durch eure Audio-Anlage strömen. Splinter Cell: Double Agent hört sich klasse an und präsentiert sich somit auch aus technischer Hinsicht in einer gewohnt hervorragenden Figur. Geübte Augen müssen sich allerdings auf einige Clippingfehler gefasst machen, die allerdings nicht wirklich störend ins Gewicht fallen.
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