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Es gibt Dinge, die sind so sicher wie das Amen in der Kirche. Dazu gehört auch das alljährliche „Update“ der Sport-Reihe von Electronic Arts. Da die Konkurrenz nicht schläft und mit Pro Evolution Soccer 4 ein ernsthafter Gegner in den Handel kommt, versucht EA mit Fifa Football 2005 alte Fehler auszubügeln und neue Features einzubauen. Wir haben für euch unsere Starkicker ins Rennen geschickt, um den Titel auf seine Platztauglichkeit zu überprüfen.
Same procedure as every year
Eins kann man den Jungs von Electronic Arts nun wirklich nicht vorwerfen: Einfallslosigkeit. Mit einer nun bereits 10-jährigen Linie bringen sie Jahr für Jahr zu nahezu jedem größeren Sportevent einen neuen Titel heraus. Statt einer Add-on Cd ist es dann immer gleich ein Voll-Preis-Titel. So auch in der aktuellen Version, die nun erstmals auf den klingenden Namen „Fifa Football“ mit dem Jahreskürzel 05 hört.
Doch was steckt nun wirklich neues hinter der Fassade? Haben die Entwickler ein Blendwerk geschaffen, dass zwar optisch hui, innen jedoch pfui ist, oder gibt es wirkliche Konkurrenz zu Konamis Referenztitel „Pro Evolution Soccer“?
Zunächst einmal fällt –wie bei jedem EA-Titel- die enorme Lizenz auf, mit der man immer wieder gerne hausieren geht. Mehr als 12.000 Spieler weltweit wurden mit ihren Namen und Konterfeis versehen (was in der Vergangenheit nicht unbedingt bei jedem Spieler gut ankam), ein gutes Dutzend Stadien wurden stilecht und akkurat umgesetzt, 18 Ligen stehen zur Verfügung und nicht weniger als 38 Nationalteams fanden dieses Jahr ihren Weg in die Stadien die die virtuelle Fußballwelt bedeuten.
Electronic Arts größter Konkurrent Konami bleibt mit seinen überwiegend Phantasiespielern und Ligen - trotz eines umfangreichen Editors - weit zurück.
Spielerisch geht EA mit „Fifa Football 2005“ wieder einen Schritt weiter und kombiniert das eigentliche Spielerleben, dass ihr seit Serienbeginn nachvollziehen könnt, mit Komponenten aus dem Management. Entsprechend dem „Fussball Manager“ 2005 dürft ihr euer Geschick vom kleinen Provinz-Manager bis hin zum absoluten international gefeierten Top-Profi unter Beweis stellen. Dieses interessante Feature lädt zum einen diejenigen ein, die gerne stundenlang mit ihrem Alter Ego über den Platz rennen, aber nebenbei auch gerne managen. Zum anderen all die, die mit einem reinen Manager nicht viel anfangen können.
Das Management ist nach eurer Wahl leistungsbezogen. Das heißt, dass ihr wahlweise selbst alles in die Hand nehmen oder einen Teil an andere abgeben könnt. Wie dem auch sei: Mich als Gelegenheits-Manager hat die Möglichkeit meinen eigenen Verein in höchste Kreise zu führen extrem motiviert.
Das übrige Spielgerüst wird durch die Klassiker Turnier, Saison oder Freundschaftspiele gehalten.
Ja wo laufen sie denn?
In den letzten zwei Jahren hat Electronic Arts versucht, den Sprung vom einstigen Arcade-Primus hin zum realistischen Simulationstitel zu schaffen. Um packende Spielzüge zu ermöglichen wurden die „Off the Ball“ Möglichkeiten verfeinert und die einzelnen Spieler bewegen sich noch geschmeidiger über das Spielfeld. Wenn man jedoch die Action eines „Fifa Football 2005“ mit der „Pro Evolution Soccer“ Serie vergleicht, fällt schnell auf, dass EA die größten Probleme immer noch nicht in den Griff bekommen hat. Zwar sind die Keeper nicht mehr ganz so strunzdumm, wie in der Vergangenheit und auch im Profimodus gelingen Standartangriffe nicht mehr so leicht. Doch wer mit guten Spielern -wie Ronaldo oder Beckham- geschickt durch die Reihen bricht, steht schneller vor dem ratlosen Keeper, als er Klinsmann sagen kann.
Da die überwiegende Mehrheit der Spieler allerdings mittlerweile mehr den Multiplayer bevorzugt, seien an dieser Stelle die Vorzüge gegen menschliche Mitspieler an einer Xbox oder via Xbox Live erwähnt. Hier macht es eindeutig mehr Spaß, als gegen die KI zu spielen.
Einsteiger sollten sich jedoch zunächst auf einige Frustmomente einstellen. Denn nach wie vor fehlt bei „Fifa Football 2005“ ein umfangreiches Tutorial. Kenner der Reihe können allerdings die wenigen neuen Funktionen, die es seit dem Vorgänger gibt, innerhalb weniger Minuten erlernen.
Jetzt gibts was auf die Augen!
Optisch gibt sich auch das aktuelle „Fifa Football 2005“ kaum eine Blöße. Das beginnt schon bei der nahezu fernsehreifen Präsentation des Spielgeschehens. Von der Vorstellung der Teams über das andächtige Zuhören bei der Nationalhymne bis hin zum Winken in die Kamera wurde alles implementiert. Und auch die Spielsequenzen sehen gut aus. Grätscht ein Spieler beispielsweise seinen Konkurrenten um, kann es schon mal wie im wahren Leben zu einer Meinungsverschiedenheit kommt, bei der ab und an eine gelbe Karte vom Schiri gezogen wird. Oder nach Toren springen die Teams ihrem Torschützen in die Arme und feiern, als ob sie gerade Weltmeister geworden sind.
Weniger weltmeisterlich klingt es aus den Boxen. Zwar unterstützt „Fifa Football 2005“ Dolby 5.1 Sound. Doch weder die einzelnen Musikstücke, noch die diesmal enttäuschenden Fangesänge (miserabler Klang und teilweise unpassende Gesänge), wissen auf Dauer so recht zu überzeugen. Diese kleinen Mankos trüben die ansonsten sehr gute Präsentation.
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