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Überschüttet mit Preisen und Auszeichnungen, ist Call of Duty eines der erfolgreichsten Spiele im Jahr 2003 gewesen und in 2004 konnte die Erweiterung Call of Duty: United Offensive die Tradition des spannenden 2. Weltkriegs-Shooters mit exzellenter Grafik, guter Geschichte und einem abwechslungsreichen Multiplayer fortsetzen. Mit Call of Duty: Finest Hour kommt jetzt eine Umsetzung exklusiv für die Konsolen Xbox und Playstation2. Kaum vorstellbar, dass der Shooter im Umfeld ohne Maus und Tastatur überleben kann. Wir haben das Gameplay, die Grafik und die Steuerung unter die Lupe genommen.
Der Weg ist das Ziel
Wenn man ehrlich ist, hat lediglich Halo es geschafft, die Steuerung eines First-Person-Shooters mit einem Steuerpad zu perfektionieren. Alle guten Shooter auf den Konsolen zehren von diesem Vorbild (nur Goldeneye auf dem Nintendo 64 war gut steuerbar). Aktuelle Titel auf allen Konsolen – mit Ausnahme von Nintendos Gamecube – haben die Zusammenstellung mehr oder weniger übernommen, sodass kein langes Lernen der Kontrollen notwendig ist. Umso überraschender ist es, dass Call of Duty anders ist. Wenn man als Spieler das erste Mal das Pad in der Hand hat, hat man erst mal Probleme. So sind die Standards im Feuergefecht, Waffe aufnehmen und Ducken, nicht dort, wo man sie gewohnt ist. Der sonst inzwischen unnötig gewordene Blick in das Handbuch ist obligatorisch. Genauso ist das Finden der perfekten Sensitivität des Kontrollers – eine traditionelle erste Einstellung bei PC-Spielen – von großer Bedeutung. Hat man sich hieran erst einmal gewöhnt und die richtige Einstellung gefunden, geht die Steuerung bemerkenswert gut für einen Shooter, der konstant „Maus!“ schreit, von der Hand.
Dass grafisch nicht komplett an die PC-Version angeknüpft werden könnte, muss jedem klar sein, der sich überlegt, wie viele Elemente in einer Schlacht dargestellt werden müssen und dies mit den Möglichkeiten der Konsolen vergleicht. Um es aber gleich festzustellen: die Grafik ist sehr gut, stimmungsvoll und perfekt animiert. Gleich zu Anfang stürmt man als junger russischer Soldat den Strand vor Stalingrad herauf und trotz der Nutzung von 2D-Bitmaps am Himmel, entsteht eine perfekte, atmosphärisch spannende Illusion. Dass es kaum Ruckler gibt, wurde wohl durch die insgesamt dunklere Umgebung als in den PC-Titeln erreicht. Ebenso wurden die Partikeleffekte von Explosionen und Querschlägern auf ein Minimum heruntergefahren. Die Programmierer haben trotz dieser kleinen Einbußen an den richtigen Ecken gespart und so ein schönes, grafisch ansprechendes Paket geschnürt.
Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen...
Kaum Unterschiede zu den PC Pendants gibt es bei der Soundkulisse des Spiels. Leider schließt dies die nicht besonders glaubhafte Synchronisation der Darsteller ein. Die eher mäßig gelungenen Stimmen der Russen und Britten sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Dafür ist die musikalische Untermalung und die gesamte Soundkulisse umso besser, Einschläge der Bomben lassen den Boden im Zimmer beben.
Das Problem der sehr linearen Handlung fällt ebenso wie bei den PC Versionen auf und geht etwas auf das Gameplay. Versucht man, einfach einen anderen Weg zu gehen, stirbt man sofort, bevor man sich etwas außerhalb des Pfades anschauen kann. Oftmals ist künstliche Intelligenz sowohl der eigenen Leute als auch der Gegner merkwürdig unausgegohren. Freunde bleiben stehen ohne zu helfen oder laufen mitten ins feindliche MG-Feuer, dafür bleiben Feinde im Schützengraben stehen ohne auf den Spieler zu schießen oder beobachten eine Tür, durch die man nicht kommen kann. Den Großteil des Spiels ist die künstliche Intelligenz stimmig und hilft bzw. arbeitet gut gegen bzw. mit dem Spieler.
Alleine zu zweit...
Was wäre ein Shooter im 2. Weltkrieg ohne Online-Modi? Nichts, genau! So bietet Call of Duty: Finest Hour 16 Spielern die Möglichkeit, sich miteinander in bekannten Modi der Reihe zu messen (Search and Destroy etc.). Während die PC-Teile eine sehr große Fan-Basis haben, ist dies bei der Konsolenumsetzung noch nicht der Fall. Das liegt zum Teil an dem nicht sauber portierten Online-Bereich des Spiels. Xbox Live soll einfach und stressfrei sein. Das ist es leider nicht. Das Spielen mit den maximalen 16 Spielern ist nicht möglich, nicht einmal dediziert. Es kommt zu Lag, Verzögerungen, Treffer werden nicht gezählt, Choke und Loss allenthalben. Bleibt nur zu hoffen, dass per Xbox Live ein Patch nachgereicht wird. Für kleinere Clanwars 5 gegen 5 sollte es jetzt schon keine Probleme geben.
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