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Das Sega für Spiele der anderen Art bekannt ist, dürfte nichts neues sein. Neu hingegen ist, dass die japanischen Entwickler sich nun auch auf der Xbox offiziell zum Affen machen. Nachdem Sega im Jahr 2001 bereits den Gamecube mit Monkey Ball eroberten, haben sie für dieses Jahr tief in ihrer Mottenkiste gewühlt, den Titel entstaubt und fachgerecht auf die Xbox konvertiert. Ob dieser Titel wirklich ein „Affenspaß“ ist, oder nur ein Spiel für den kleinen Spielehunger zwischendurch, erfahrt ihr in unserem Test.
Gib dem Affen Zucker!
In Super Monkey Ball Deluxe steuert ihr einen kleinen Affen, der in einer Sphäre eingeschlossen ist, über virtuelle Spielwelten. Die einzelnen Stages sind Plattformen, gefüllt mit Objekten, die ihr aufsammeln müsst, und zahlreichen Hindernissen. Dieses simple Spielprinzip ist es, womit ihr euch in rund 300 Leveln befasst. Doch wer nun denkt: Kinderspiel! der sollte sich ein paar Stunden intensiv mit Super Monkey Ball beschäftigen, denn der Titel hat es wirklich in sich und erzeugt beim Spieler bereits nach wenigen gemeisterten Aufgaben ein absolutes Suchtpotential. Ziel jedes Stage ist es –wie bereits beschrieben- den Affen in seiner Sphäre möglichst rasch ins Ziel zu bringen. Auf eurem Weg müsst ihr allerdings zum einen viele Hürden nehmen, zum anderen aber auch Boni in Form von Bananen eisammeln. Diese bringen euch wiederum Punkte auf's virtuelle Konto.
Um ein Level abzuschließen, habt ihr insgesamt 60 Sekunden Zeit. Da die einzelnen Szenarien von mal zu mal schwerer werden, spendieren euch die Entwickler eine kurze Übersichtsfahrt mit der virtuellen Kamera, sowie eine Minikarte im rechten Bildschirmteil. Zwar ist diese Map sinnvoll, doch wird euch aufgrund des knappen Zeitlimits und der zum Teil extrem herausfordernden Stages kaum Zeit bleiben, um ausgiebig auf der Karte eure Position, das Ziel und die der Hindernisse zu studieren.
Affe Deluxe
Zusammengehalten werden die Levels durch eine mehr oder minder unterhaltsame Story. Der böse Doktor Bad Boon will vier kleinen Affen ihre über zehn verschiedene Themen-Welten verstreuten Bananen stehlen. Dies versuchen die vier natürlich mit allen Mitteln zu verhindern. Die Geschichte wird in Gamecube-Manier zwar mit Sprechblasen und einigen „affenartigen“ Geräuschen erzählt, doch eine richtige Sprachausgabe sucht ihr leider vergeblich. Zwar ist die Handlung für jüngere Spieler recht unterhaltsam. Doch alle Spieler jenseits des achten Lebensjahres, dürften eher die Zwischensequenzen mit einem müden Schulterzucken überspringen. Hier hätte man Anno 2005 wirklich mehr draus machen können und müssen.
Die Welten, in denen ihr euch mit eurem Affen tummelt, umfassen jeweils 20 verschiedene Stages. Jede Aufgabe besitzt einen anderen Schwierigkeitsgrad, damit für Abwechslung gesorgt ist. Dabei stehen Bananen als Indikator. Eine Banane heißt: Diese Herausforderung ist einfach und ohne große Probleme zu lösen. Bei fünf Bananen könnten sich leichte Schweißperlen auf eurer Stirn bilden. Wenn dann die „volle 10“ aufleuchtet, dürften sogar Hartgesottene so manches Mal aus Frust den Controller aus den Händen legen. Auch wenn euer Affe quasi unsterblich ist, so stürzt er doch etliche Male vom „Spielbrett“ ab, was natürlich zur Folge hat, dass ihr das aktuelle Level noch einmal ganz von vorn beginnen müsst, da lediglich nach einer gemeisterten Aufgabe das Speichern möglich ist. Gerade Anfängern dürfte auch die knapp bemessene Zeit sauer aufstoßen. Denn die 60 Sekunden sind nicht variabel einstellbar.
Abwechslung Deluxe?
Was allerdings unter die Kategorie „äußerst abwechslungsreich“ fällt, ist das Leveldesign. Jedes Level unterscheidet sich komplett vom Folgenden. Mal müsst ihr euch über Lavaschluchten, sich drehende Plattformen oder auch abschüssige Rampen wagen. Dann wiederum rast ihr im wahrsten Sinne des Wortes mit einem „Affenzahn“ über Hindernisse, um wie ein Flummi hoch zu schnellen und damit unterschiedliche Höhen zu überwinden.
Doch Vorsicht: Wer zu viel Schwung nimmt, kippt schon mal kurz vor dem Ziel vornüber und landet, statt im „Goal“ unsanft auf dem Affen-Hintern.
It´s my Party
Neben dem Hauptspiel gibt es noch den so genannten Party-Modus. Hier könnt ihr euch mit maximal vier Spielern austoben. Im „Monkey Race DX“ veranstaltet ihr Rennen. Entweder „fahrt“ ihr gleichzeitig zu viert an einem Bildschirm auf einem der insgesamt zwölf Parcours. Oder ihr nehmt am „Grand Prix“ teil. Hier gewinnt der Spieler, der innerhalb von zwölf Rennen die meisten Punkte eingefahren hat. Oder ihr spielt allein gegen die Uhr und schlagt eure eigene Bestzeit.
Der „Monkey Fight DX“ stellt eine Art Boxkampf dar. 1-4 Spieler treten dabei gleichzeitig an und versuchen, ihre Kontrahenten über den Plattformrand zu stoßen, bevor die Zeit abgelaufen ist. Sieger ist wiederum derjenige, der die meisten Punkte für sich beanspruchen kann. Alternativ könnt ihr auf fünf Plattformen gegeneinander antreten und festlegen, wie viele Siege insgesamt notwendig sind, um als Champ das Spielfeld zu verlassen. Die Herausforderung hierbei: Nach und nach löst sich das gesamte „Brett“ auf. Wenn ihr allein spielt, werden die übrigen Kontrahenten durch die KI ersetzt.
Der „Monkey Target DX“ Modus ist eine Art „Flugsimulator“. 1-4 Spieler können wieder gleichzeitig antreten. In Version eins sollt ihr während eures Fluges mit eurer Sphäre Bananen aufsammeln. Vorher erhaltet ihr durch ein „Glücksrad“ Hilfestellung in Form von Wolken, die euch Auftrieb geben oder Bomben, welche euch den Weg ebnen können. In der zweiten Version sammelt ihr ohne Hilfsmöglichkeiten im Flug eure Boni ein, bevor ihr auf dem Ziel landet. Das Ziel ist eine überdimensionierte Dartscheibe mit unterschiedlicher Punktzahl. Je nach Landung werden dann die „Zielpunkte“ mit euren „Flugboni“ addiert. Sieger ist wie immer der Spieler mit der höchsten Punktezahl.
Eine besonders lustige Spielvariante ist das „Monkey Billards DX“. Im klassischen 8-Ball, amerikanischen oder japanischen 9-Ball (Experten dürften wissen, was gemeint ist) oder in der Rotation spielt ihr gegeneinander oder gegen die KI ein Billard-Turnier.
Freunde des Sports können sich zudem über Baseball, Bowling, Hockey, Golf, ein Bootrennen, Luftgewehrschießen, Fussball oder auch Tennis freuen. Selbst ein „Dogfight-Modus“ wurde eingebaut. Was man mit Affen nicht so alles anstellen kann…
Alles in allem lässt sich sagen, dass die Minispielchen eine tolle Abwechslung zum Main-Game bieten.
Und selbst das Hauptspiel wartet noch mit einigen angenehmen Alternativen auf. Neben der „Story“ dürft ihr zu maximal vier Spielern gegeneinander antreten um herauszufinden, wer am schnellsten das jeweilige Stage-Ziel erreicht. Im „Competition-Modus“ treten zwei bis vier Spieler gleichzeitig an und versuchen ein komplettes Level als Erster zu lösen. Schließlich bleibt dann noch der „Übungsmodus“, in welchem ihr die bis dahin frei gespielten Level so oft ihr wollt durch spielen dürft. Schade nur, dass Super Monkey Ball Deluxe nicht über eine Xbox-Live Anbindung verfügt.
Bleibt alles anders
Grafisch gewinnt „Super Monkey Ball Deluxe“ zwar keinen Blumentopf, weiß aber durchaus zu gefallen. Gegenüber dem „Urspiel“ auf dem Gamecube wurde an den vier Charakteren nichts geändert. Die Level wurden hingegen ein wenig aufpoliert und passen zu den jeweiligen Themen. Die Framerate bleibt stets konstant, was bei der relativ einfachen Grafik auch kein Wunder ist. Schlechtes gibt es hingegen von der Kameraführung zu berichten. Denn diese lässt sich nicht nachjustieren und wird lediglich von der „Rollrichtung“ des Balls beeinflusst. Gerade bei Hindernissen und abschüssigen Rampen erweist sich die Perspektive als nachteilig. Auch den Zwischensequenzen merkt man ihren Gamecub-Ursprung an. Der knallbunte Comicstil ist nicht jedermanns Geschmack, erfüllt jedoch seinen Zweck.
Der Sound ist eher als nervig, denn als unterhaltsam und lädt schon nach wenigen Spielminuten zum Abschalten ein. Leider könnt ihr keine eigenen Tracks ins Spiel einfügen.
So kommt der Titel hier leider über ein Mittelmaß mit quasi Update-Charakter gegenüber dem Gamecube Vorgänger nicht hinaus, was aufgrund der Xbox Möglichkeiten äußerst schade ist.
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