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Das neue Werk der „Oddworld Inhabitants“ ist endlich erschienen. Nach anfänglichen Publisher-Schwierigkeiten fand sich mit Electronic Arts nun ein sehr zugkräftiger Publisher, welcher „Oddworld: Stranger`s Wrath“ auf den Markt wirft.
Waren die vergangen "Oddworld-Teile" stark rätsellastige Platformer, so präsentiert sich das neue Spiel aus dem "Oddworld-Universum" als Mischung aus Adventure und 3D-Shooter.
Der Spieler übernimmt die Kontrolle über einen schweigsamen Kopfgeldjäger Namens Stranger, welcher sich seine Brötchen durch Fangen der so genannten Outlander verdient.
Wer beim Lesen dieser Zeilen Angst bekommt, dass durch den Themenwechsel der Humor und die lustigen Charaktere flöten gehen, kann sich wieder beruhigen......
Eine eigenständige, lebendige Welt...
Wer hätte damals damit gerechnet, dass „Abe und seien Freunde“ zu solch beliebten Videospielhelden avancieren!? Die vergangenen "Oddworld-Spiele" zeichneten sich vor allem durch ihren Humor aus. Man steuerte ein hässliches grünes Wesen mit dem Namen „Abe“, das sich zum Ziel machte, aus einer Fleischfabrik zu entfliehen, in der es und seine Stammesmitglieder als Sklaven missbraucht wurden.
Der Spieler steuerte Abe in der Seitenansicht durch über 100 Bildschirme, um seine Freunde zu retten und um aus dieser Fleischfabrik zu entkommen.
Die Oddworld-Entwickler erschufen im Laufe der Zeit eine fast eigenständige Welt aus abgedrehten und sympathischen Charakteren, welche zum Großteil auch in „Oddworld Stranger´s Wrath“ ihr Wiedersehen feiern. Über Stranger, welcher jetzt die Hauptrolle spielt, ist zu Anfang des Spiels jedoch kaum etwas bekannt...
Auch „Oddworld Stranger´s Wrath“ spielt in der Welt Oddworld, jedoch an einem Fleck Oddworlds, den man aus noch keinem Vorgänger kennt.
Das Spiel beginnt in einem Setting, welches stark an den Wilden Westen angelehnt ist. Nach dem qualitativ bombastischen Intro, in dem man Stranger bei seiner Arbeit erlebt, findet man sich in einer Art Wald wieder. Hier werden dem Spieler grundlegende Steuerelemente erklärt. Man steuert Stranger mit dem linken Stick durch die Umgebungen. Die A-Taste dient zum Springen. Nach mehreren Platformabschnitten trifft man auf den ersten Gegner, welchen man mit Hilfe der beiden Schultertasten zu Klump haut.
Kurz darauf erhält Stranger seine Waffe, auf welche ich hier genauer eingehen möchte: Durch Klicken des rechten Sticks wechselt die Außenansicht in die Ego-Perspektive. Befindet man sich in dieser Ansicht, spielt sich das Spiel wie ein Ego-Shooter.
Als Waffe dient Stranger eine auf den ersten Blick eher unspektakuläre Armbrust. Diese verschießt jedoch nicht wie erwartet Pfeile, sondern als Munition dienen lebendige Krabbelwesen aus der Fauna Oddworlds! Seine Munition sammelt man nicht wie in anderen Genre-Vertretern einfach abseits des Weges, sondern man muss sich diese selbst fangen.
Die verschiedenen Munitionsarten und ihre Auswirkung werden im einsteigerfreundlichen Tutorial sehr gut erläutert. Die Munition reicht von Eichhörnchen bis zu stechenden Bienen. Doch trotz der Ego-Ansicht spielt sich „Oddworld Stranger´s Wrath“ nicht wie ein gewöhnlicher 3D-Shooter. Man muss die verschiedenen Munitionsarten klug einsetzen um seine Gegner zu besiegen. Auf Strangers Armbrust finden 2 Munitionsarten Platz, welche mit Hilfe der beiden Schultertasten getrennt voneinander abgefeuert werden. Während man ein Eichhörnchen abfeuert um einen Gegner anzulocken, dienen die Spinnen dazu, ihn einzuwickeln und lebendig zu fangen.
Eine teure Operation!
Hat man das Tutorial hinter sich gebracht, erreicht man die erste Stadt des Spiels. Stranger ist auf der Suche nach einem Arzt, dieser ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht da, weshalb man sich weiter umsieht. Die Bewohner der Städte sind Enten mit Cowboyhüten, welche sehr lustig in Szene gesetzt wurden. Diese geben einem den einen oder anderen Tipp, oder sorgen durch ihre tollpatschige Art für Lacher.
Die Städte sind frei begehbar und wurden sehr schön gestaltet. Alles wirkt sehr lebendig, Einwohner wuseln durch die Gegend und führen aufgebrachte Gespräche. Die Einheimischen reagieren darauf, wie man sich ihnen gegenüber verhält. Knallt man ihnen einen vor den Latz, werden diese einen meiden und einem nicht mehr die Informationen geben, die man sucht.
In jeder Stadt findet man einen Shop, in dem man sein verdientes Geld gegen Munition oder Aufrüstungen wie z.B. eine stärkere Panzerung eintauschen kann. Das Hauptziel der Städte ist aber der „Bounty-Store“. Hier holt man sich Aufträge ab oder holt sich seine Belohnung für gefangene Outlander ein. In welcher Reigenfolge man die Aufträge abschließt, ist einem frei überlassen. Auch das Abschließen der Aufträge ist dem Spieler selbst überlassen; man kann Gegner lebend oder tot fangen. Jedoch geben lebend gefangene Gegner mehr Geld als getötete.
Hat man einen Auftrag angenommen, erfährt man durch Gespräche mit den Einwohnern Informationen, in welcher Gegend sich der Bösewicht aufhält und macht sich auf den Weg ihn zu finden.
Die Aufträge laufen meist nach demselben Prinzip ab: Man kämpft sich durch mehrere Standardbösewichte, bis man schließlich vor dem gesuchten Outlander steht. Diese Kämpfe gestalten sich schwieriger als die Standardkonfrontationen, da jeder Outlander eine andere Kampfstrategie benötigt. Vor allem wenn man die Gegner lebendig fangen möchte, benötigen die Kämpfe meist mehrere Anläufe, bis man die Schwachstelle des Gegners gefunden hat.
Hat man die ersten Outlander gefangen, erfährt man, dass der gesuchte Arzt eingetroffen sei. Also macht man sich auf, diesem einen Besuch abzustatten. In der nun folgenden Zwischensequenz erfährt der Spieler das Stranger eine Operation benötigt. Der Arzt verlangt jedoch eine riesige Summe, die Stranger nicht bezahlen kann. Also macht sich Stranger auf, um berüchtigte Outlander zu fangen um das benötigte Geld zu sammeln. Dies ist der Beginn der Story des Spiels, welche den Spieler für ca. 15 Stunden an die Konsole fesselt. Aus Spannungsgründen möchte ich hierzu aber nichts weiter schreiben, denn die Geschichte hält einige Überraschungen für den Spieler bereit.
Wo Licht ist, da ist auch Schatten
Da sich "Oddworld Stranger´s Wrath" in einer sehr lebendigen Welt abspielt, muss diese natürlich auch glaubwürdig dargestellt werden. Grafisch wurde das Spiel superb gestaltet, scharfe Texturen, eine unglaubliche Weitsicht und herrliche Animationen so weit das Auge reicht. Man erwischt sich öfter dabei wie man einfach nur durch die Umgebung stapft und diese in vollen Zügen genießt. Vor allem das Wasser und dessen Spiegelung der Umgebung haben Lob verdient, derart prächtig wurden Wasserspiegelungen nur sehr selten dargestellt. Die Umgebungen sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Während man in einem Wild West-Setting inkl. Cowboys, heruntergekommen Holzbauten und viel Sand beginnt, findet man sich mehrere Spielstunden vor einem riesigen Wasserfall mitten im Grünen wieder.
Die Lebewesen Oddworlds wurden sehr liebevoll in Szene gesetzt. Doch so viele Charaktere das Oddworld-Universum auch bietet, umso weniger Gegnertypen wurden ins Spiel eingebaut. Man trifft immer wieder auf dieselben Schergen. Selbst die Obermotze gleichen sich teilweise frappierend und unterscheiden sich nur durch ihre Angriffstaktiken.
Der Sound klingt durch und durch sehr gut, jedoch wurde bei der Sprachausgabe etwas geschlampt. Zwar klingen die verschiedenen Dialekte sehr gut und auch die Betonungen wurden gut getroffen, jedoch wurden zu wenige Sprecher eingesetzt. Die Einwohner der Städte scheinen alle dieselbe Stimme zu haben, während die Gegner auch nur 1-2 verschiedene Stimmen zu haben scheinen. Dadurch stellt sich im laufe der Spielzeit eine leichte Monotonie ein.
Da der Spieler speichern kann, wann er möchte, gibt es wenig Fruststellen. Der Schwierigkeitsgrad ist jedoch stark schwankend. Sind einige Gegner zur Mitte des Spiels wirklich harte Brocken, so sind einige gegen Ende zu leicht besiegt. Hier wäre etwas Feintuning nötig gewesen, denn dieses Manko hätte man leicht vermeiden können.
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