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Die Tony Hawk–Serie von „Activision“ ist unsterblich. Bester Beweis dafür ist der neueste Teil der Reihe: „Tony Hawk's Underground 2“ – kurz „T.H.U.G. 2“. Tony Hawk geht bereits zum 6. Mal in der virtuellen Welt auf Highscorejagd und verspricht neue Tricks, bessere Grafik und eine abgedrehte Story. Welche dieser Versprechungen eingehalten werden konnten und was sonst noch wissenswertes zu berichten ist, erfahrt ihr in unserem Review.
Viva la Bam?
Mit „Tony Hawk's Underground“ bekam der Skate-Guru erstmals eine Stoy verpasst. In der direkten Fortsetzung „T.H.U.G. 2“ ist das nicht anders. Auch diesmal kreiert ihr zu Anfang des Spiels euren eigenen Amateur-Skater. Dieser wird kurzer Hand gekidnappt und mit den Regeln der „World Destruction Tour“ vertraut gemacht. Anders als in allen Vorgängern geht ihr diesmal nicht alleine an den Start, denn es gibt zwei Teams, die um die Krone des Wettbewerbs kämpfen. Neben dem „Hawk Team", gibt es ein zweites Team, welchem ihr beitreten dürft, dessen Anführer niemand anderes als Jackass Mitglied „Bam Magera“ ist. Dieser Name verheißt nichts Gutes, denn genau wie in Bams eigener TV-Serie „Viva la Bam“, bleibt auch in „T.H.U.G. 2“ niemand verschont, wenn Bam mit seinen Freunden auf Tour geht. Durch Bams Einfluss erinnert das Spiel nun enorm an die verrückte TV-Show, abgesehen vom Klassik-Modus, in dem ihr altbekannte Ziele wie „Sammle die Buchstaben S-K-A-T-E“ oder „Finde das versteckte Tape“ findet. Doch im World Destruction Modus herrschen andere Sitten. In 8 riesigen Städten (darunter u.a. Berlin, Paris, Boston), ist es eure Aufgabe möglichst viel Chaos und Zerstörung anzurichten.
Nachdem ihr einem Team beigetreten seid, werdet ihr nicht rücksichtslos in die Spielwelt geworfen. Ihr dürft nämlich an einem Trainingsmodus teilnehmen, in dem euch die Profis wertvolle Tipps geben, die euch im Verlauf des Spiels enorm nützlich sein können. Das Training findet in einer aufgemotzten Location aus dem ersten Teil statt, die allen Fans der Serie bekannt sein sollte. Habt ihr das Training erfolgreich absolviert, geht es auf nach Boston. Hier wird schnell klar, was euch erwartet, denn neben vergleichsweise kleineren Randaleausbrüchen, wie der Zerstörung von Wasserhydranten, habt ihr ebenfalls die Möglichkeit ein Wettrennen gegen einen verrückten Rollstuhlfahrer zu bestreiten oder einen unscheinbaren Bauarbeiter zum Amoklauf zu verführen. Ausserdem könnt ihr stets Graffitis versprühen, die ihr selber gestalten dürft, denn neben dem Parkeditor, in dem sich eigene Skatelocations erstellen lassen, steht euch ein Logoeditor zur Verfügung. Hier könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen und coole Logos und Schriftzüge erfinden, sodass ihr die Möglichkeit habt, in jedem Level euer Markenzeichen zu hinterlassen.
Zeigt was ihr könnt!
In den weitläufigen Arealen lassen sich natürlich wieder jede Menge waghalsige Stunts und Tricks vollführen, mit Realismus haben diese allerdings nichts mehr zutun, noch weniger als in den Vorgänger-Spielen. So könnt ihr euer Board in Brand stecken, ganze Gebäude zum Einsturz bringen, oder Autos explodieren lassen. Eurer Zerstörungslust sind also kaum Grenzen gesetzt, sodass oft sehr makabere Szenen entstehen. Wenn ihr zum Beispiel nach einem Sturz den „Freak-Out“-Modus einsetzt, welchen ihr durch heftiges Button-Gesmashe aktiviert, kann es vorkommen, dass sich euer Skater sein Board so hart gegen den eigenen Schädel schlägt, dass es zerbricht. Grundlos sind diese Ausraster allerdings keineswegs, denn Sie können den Anfang zu extrem stilvollen Combos setzen.
Da ihr nicht alleine, sondern im Team unterwegs seid, habt ihr die Möglichkeit in jedem Level die Spielfigur zu wechseln, um einen anderen Skater zu steuern. Es gibt die verschiedensten Charaktere auf den verschiedensten Vehikeln, die euch zur Auswahl stehen. Vom Aboriginee auf dem Go-Kart, über einen spanischen Torero mit Skateboarduntersatz, bis hin zum Voodoopriester auf dem Dreirad ist alles mit dabei. Die Steuerung der bizarren Fahrzeuge ist allerdings größtenteils misslungen, und mit den Fahrmissionen aus dem ersten Underground vergleichbar. Die „zu Fuß-Passagen“ lassen sich ebenfalls nur sehr hakelig kontrollieren, sodass sie lediglich dazu dienen, bestimmte Orte leichter zu erreichen, und Combos zu verlängern.
Ausgeschlossen davon ist natürlich die erneut perfekte Board-Steuerung. Nach wenigen Minuten geht diese in Fleisch und Blut über, sodass ihr relativ schnell die waghalsigsten Tricks und Sprünge vollführt. Trotzdem lohnt sich das Spiel für Einsteiger genauso wie für Profis, da die 4 verschiedenen Schwierigkeitsgrade genügend Herausforderung bieten sollten.
Dank der vielen verschiedenen Level, deren Größe, sowie der Masse an zu steuernden Charakteren, bietet „T.H.U.G. 2“ außerdem einen tollen Umfang. Wenn ihr alle Missionen des Story- und Klassikmodus erfüllen solltet, habt ihr gut 25 Stunden Spielzeit hinter euch. Der trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei, da ihr nicht nur Locations, sondern auch einmalige neue Aufgaben erfinden dürft. Von der Möglichkeit eigene Tricks zu bauen, und ins Spiel einzubinden mal ganz abgesehen.
Technisch altbacken?
Neben dem Singleplayermodus kommen natürlich auch Multiplayer-Fans erneut auf ihre Kosten. Zwar wurde die Xbox Version des Spiels ohne Online-Funktion ausgeliefert, doch auch offline machen die insgesamt 6 verschiedenen Spiel-Modi eine Menge Spaß. Ob ihr im „Skate-For-Fun“-Modus einfach nur miteinander durch die Levels zieht, gegeneinander eine neue Highscore-Jagd oder ein - der Schnitzeljagd ähnliches - Spiel bestreitet, bleibt euch überlassen. Es ist also für jeden etwas dabei, sodass ihr auch mit Freunden eine Menge Spaß haben werdet.
Der vermutlich größte Kritikpunkt, der die Tony Hawk-Reihe seit einigen Jahren verfolgt, ist die nicht mehr zeitgemäße Grafik. Seit „Tony Hawk's Pro Skater 3“ hat sich in diesem Punkt nämlich nur wenig getan, sodass der Profi-Skater in die Jahre gekommen zu sein scheint. Mit „Tony Hawk's Undergound 2“ wird der Trend fortgesetzt, allerdings tragen die vielen kleinen Details in den riesigen Levels zu einem hübscheren Gesamtbild bei, als es noch in den Vorgängern der Fall war.
Soundtechnisch gibt es nichts zu meckern, im Gegenteil, denn „Tony Hawk's Underground 2“ verfügt abermals über einen fantastischen Soundtrack, der viele verschiedene Musikrichtungen enthält. Punk-, Rock- und HipHop-Fans kommen gleichermaßen auf ihre Kosten und dürften aufgrund der riesigen Songliste die Münder aufklappen. Die soliden Skate- und Grindgeräusche tragen ebenfalls zu einem sehr guten Gesamtbild der Soundkulisse bei.
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