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Jeder von euch hat mit Sicherheit schon etwas über die Gerüchte und Geheimnisse rund um die Area 51 gehört. Dieses top secret Gebiet, in dem angeblich in den 1940er Jahren ein UFO samt extraterrestrischem Personal abgestürzt sein soll, lieferte Stoff für unzählige Bücher, Filme und Forschungsbeiträge. Auf Basis dieser Gerüchteküche produzierte Midway einen First-Person Shooter mit Namen „Area 51“.
Mysteriöse Umstände
Die Handlung beginnt kurz nach einem ominösen Vorfall in den Laboren der Area. Ein Virus soll bei einem Experiment ausgebrochen sein und nun nach und nach sämtliche Wissenschaftler befallen haben. Obwohl keiner sagen kann, um was für einen Virus es sich handelt, und ob dessen Bekämpfung möglich ist, wird ein kleiner Trupp von Elitesoldaten in die „Area 51“ geschickt, um dem namenlosen Übel auf den Grund zu gehen. Ihr schlüpft in die Rolle des Teammitglieds Ethan Cole. Nachdem sich sämtliche Ärzte und Wissenschaftler in Notquarantäne begeben mussten, gleicht die Forschungsstation einem gigantischen Gefängnis, aus dem es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Die einzige Chance, aus diesem Albtraum zu erwachen, ist für euch und eure Männer einen verrückten Professor zu finden, der euch bei der Lösung der Probleme behilflich sein kann. Um dem Spieler eine gute Identifikationsmöglichkeit mit seinem virtuellen Alter Ego bieten zu können, hat Midway keine Kosten und Mühen gescheut, um Star Profiler 'David Duchovny' alias Akte X Detective 'Fox Mulder' als Synchronsprecher zu engagieren. Bereits nach wenigen Spielminuten fällt allerdings auf, dass es so manchem Schauspieler leichter fällt, einen Charakter wirklich zu spielen, als ihm nur seine Stimme zu leihen. Denn im Gegensatz zu anderen professionellen Sprechern wie Kollege Marilyn Manson, der ein Alien spricht, ist Duchovny anscheinend nur wenig begeisterungsfähig. Allzu oft fehlt es ihm an packendem Timbre, bzw. Enthusiasmus, in seinem Sprechorgan. Durch diese Monotonie, gepaart mit einer gewissen Kälte, geht einiges an Atmosphäre verloren. Nichts desto trotz: Kommen wir zurück zum spannenden Geschehen.
Nachdem Cole und seine Kollegen in der „Area 51“ eingetroffen sind, scheinen sich die Ereignisse buchstäblich zu überschlagen. Das Virus breitet sich rasant aus und nach einiger Zeit scheint sich die halbe Forschungsstation in eine Zombiefestung verwandelt zu haben. Das von dem Virus auch Cole´s Teamkameraden befallen werden, versteht sich da fast schon von selbst. Doch als ob ein todbringender Erreger nicht genug wäre, hat die Regierung Cole und seiner Rasselbande noch so einige Nettigkeiten verschwiegen, denn als in den 40er Jahren das Raumschiff abstürzte, haben die Aliens eine eigene Kolonie gegründet. Was es wiederum mit diesen Außerirdischen auf sich hat, erfahrt ihr –größtenteils- im Verlaufe des Spiels.
Die Handlung wird dabei durch zahlreiche aufwändig gemachte Zwischensequenzen, die nahe an Halo 2 Qualität heranreichen, weiter getragen. Während des Spielens haben wir so manches Mal vor der Xbox gesessen und einfach nur die Sequenzen genossen, ohne darauf zu achten, dass im nächsten Moment wieder non Stopp Action ins Haus stand.
Einmal Zombie-Schlachtplatte deluxe bitte!
Spieltechnisch bietet „Area 51“ einen soliden Mix aus Alien-Schnetzeln mit einer hohen Gegneranzahl im Stile eines Serious Sam und kleinen Minirätseln und Schleicheinlagen, die ihr wahlweise antreten könnt. Die Brachialaction ähnelt der von Doom 3. Ihr zückt eure Taschenlampe –die im Gegensatz zum Genrekollegen auf der Waffe montiert ist- und leuchtet Ecken und Winkel der großen Arealabschnitte aus. Zwar sind die Gebiete bei Weitem nicht so dunkel, wie sie bei Doom 3 erscheinen, doch so mancher Alien hetzt mindestens genauso fies aus Verstecken auf euch zu oder steht –während ihr einen seiner Kollegen eben ins Jenseits befördert habt- hinter euch, sodass ihr fast schon seinen Atem im Nacken spüren könnt. Dass die Intelligenz der Außerirdischen nicht von schlechten Eltern ist, wird rasch deutlich, denn wenn ihr mit eurer Wumme lautstark umher schießt, bleibt das Alien an sich nicht regungslos vor Schreck auf dem Boden stehen, sondern springt schon mal mit Hilfe eines Gerüsts ein Stockwerk höher direkt vor den Mündungslauf eures Peacemakers oder stürzt sich in Kamikazemanier zusammen mit Seinesgleichen im Rudel auf euch. Da bleibt nur zu Hoffen, dass just in diesem Moment nicht eure Munition ausgeht, das Gewehr nachgeladen werden muss, oder in greifbarer Nähe keine Gesundheitsspritze zum Auftanken der Restenergie zur Verfügung steht. Diese sind zwar oft zu finden, wurden jedoch von den Entwicklern zum Teil so geschickt platziert, dass ihr des Öfteren schwitzend und angsterfüllt in Panik nach dem nächsten Health-Refresher sucht. Zu Beginn dürft ihr bei der Alienhatz noch auf eure Kollegen bauen. Diese agieren meist selbständig und zuverlässig. Ihr habt nur noch wenig Munition? Kein Problem! Die Jungs helfen. Ihr wollt auf Nummer sicher gehen? Dafür werfen sich eure Untergebenen gerne ins Gefecht und zerschießen Scheiben, nur, um die dahinter stehende Feinde auszuschalten. Nach und nach dezimiert sich aber die Zahl der Mitstreiter, sodass ihr später nur noch Einzelkämpfer seid. Doch dank geschickter Storywendungen werdet ihr auch diesen Alleingang meistern.
Einmal der Böse sein
Und auch vor euch macht das Böse nicht halt. Nachdem ihr eine Horde Außerirdischer ins Nirwana geschickt, und eurem Kameraden im letzten Moment den Allerwertesten gerettet hat, springt euch als Dank ein Alien an die virtuelle Kehle und macht mit euch kurzen Prozess. Doch statt eines Game-over Bildschirms bekommt ihr einen Blick in eure Blutbahn zu sehen. Das verheißt nichts Gutes. Und tatsächlich: Wenige Minuten später seid ihr selbst halb Mensch halb Alien. Wie das Schicksal es so will, besitzt ihr keinerlei Waffen. Die einzige Waffe seid ihr. Mit einem Klick auf den rechten Stick schleudert ihr euren Feinden Viren entgegen und nehmt ihnen somit die nötige Lebensenergie. Ab und an saugt ihr aus infizierten Leibern Kraft, um weiterhin als mächtiges Alien Energie zu haben, denn wenn eure Stärke nachlassen sollte, werdet ihr wieder zum echten Ethan Cole. Diese beiden Möglichkeiten sind äußerst sinnvoll einsetzbar, da ihr euch via Steuerkreuz jederzeit in einen der beiden Charaktere versetzen könnt. Wer keine Munition mehr besitzt oder Gegner im Nahkampf effektiver ausschalten kann, switched zum Mutanten und wirbelt seine Gegenüber durch die Luft. Als Alien benutzt ihr eure Pranken. Der Soldat zückt dann lieber mal die Sniper Rifle, zwei Gewehre parallel oder auch eine durchschlagende Schrotflinte. Neben dem Primär- verfügen einige Waffen auch über einen Sekundärmodus. Nachteil: Habt ihr den Auto-Switch Modus nicht deaktiviert, wechselt das Programm selbständig zur gerade aufgesammelten Waffe, die in gewissen Situationen von Nachteil sein kann. Neben den diversen Waffen dürft ihr natürlich auch Granaten einsetzen, die sich im Kampf gegen die Aliens als unersetzbar zeigen. Ob ihr von eurem Mutanten-Dasein befreit werdet, und wie sich dieses Doppelleben auf den weiteren Spielverlauf auswirkt, soll an dieser Stelle aufgrund Spoilergefahr nicht verraten werden.
Come 2gether
Wie es sich für einen reinrassigen und anspruchsvollen Egoshooter gehört, verfügt „Area 51“ über einen umfangreichen Multiplayer Part mit den Spieltypen Deathmatch, Teamdeatchmatch, CTF, Capture and Hold und dem so genannten Infection-Modus. Bei dieser Spielvariante werdet ihr zufällig ausgewählt, um als Infizierter das Spiel zu beginnen. Ziel ist es, möglichst viele Mitspieler zu infizieren. Die Gegner versuchen natürlich ihrerseits, von der Infektion verschont zu bleiben. Auf insgesamt 17 verschiedenen Maps könnt ihr mit maximal 4 Spielern im Splitscreen und 16 Mitstreitern über Xbox Live zusammen, bzw. gegeneinander antreten. Auf Online-Scoreboards könnt ihr eure Leistungen mit Spielern rund um die Welt vergleichen. Leider ist der Mehrspielermodus unter seinen Möglichkeiten geblieben. Zu oft gibt es Performance-Einbrüche. Meist bedarf es regelrechte Ballerorgien, um einen Gegner auch nach vielen klaren Treffern niederzustrecken. Ob es per Download neue Maps und Challenges geben wird, wurde seitens Midway noch nicht bekannt gegeben.
Zu schön zum Sterben
Grafisch hinterlässt „Area 51“ einen absolut überzeugenden Gesamteindruck. Das cineastische Intro setzt da nur den Anfang der guten Optik. Hier zeigt Midway, was ihr Ziel ist: Unterhaltung auf hohem Niveau. Neben den Unmengen an Rendersequenzen kann aber auch die Spielgrafik überzeugen. Die Levelarchitektur glänzt mit hochauflösenden Texturen, die dank 480p Unterstützung richtig klasse aussehen. Sämtliche Models bestechen durch ihre Detailverliebtheit und passen in ihre Umgebung. Einzig die Lichteffekte können mit denen eines Doom 3 oder Splinter Cell nicht mithalten. Gerade in den verwinkelten Gängen oder Forscherlaboren wäre dies ein zusätzlicher Atmosphäre-Pusher gewesen. In Punkto Audio-Präsentation kann „Area 51“ ebenfalls auf nahezu ganzer Linie überzeugen. Sieht man einmal von David Duchovnys unmotivierter Stimme ab, bietet der Synchron-Stab Unterhaltungen auf hohem Niveau. Wenn die einzelnen Teammitglieder untereinander Funkkontakt halten oder auch mal den ein oder anderen Spruch auf den Lippen haben, kommt sowohl in der deutschen, wie auch in der englischen Fassung ein Identifikationsgefühl mit den Charakteren auf. Gleiches gilt auch für die Geräusche und den stimmungsvollen Soundtrack, der den Spieler ins Geschehen einsaugt.
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