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FlatOut vom Entwickler Bugbear verbindet Rennaction mit Crash- und Ramm-Spaß und mit 'Puppenmord' - wie das gemeint ist, wird euch der Test erklären.
Ausstiegschancen
Der Tacho deines Amischlittens zeigt 85 mph (136km/h) an, ihr rauscht durch eine amerikanische Kleinstadt und nehmt alles mit, was im Weg steht. Dort der Gemüseladen: war mal.
Weiter durch ein Gerüst und alles stürzt ein, euer Wagen verliert die rechte Tür, während sich der Motor in immer losere Teile auflöst. Doch plötzlich Auto von rechts, ein kräftiger Stoß in die Seite,
der Wagen kommt von der Straße ab, und Rums: Das Auto landet am Baum, die Scheibe berstet und der Dummy fliegt durch die Frontscheibe.
Herzlich Willkommen bei FlatOut. Doch halt! Wie war das gerade: 'euer Dummy...'?! Genau. In FlatOut wird ein typischer Crash-Dummy in den Wagen geschnallt, der dann für alle rabiaten Manöver herhalten muss, auch wenn es der Frontaustieg sein sollte! Wenn ihr gerade denken solltet: Das ist doch unrealistisch?! Dann habt ihr Recht! Allerdings ist dieser Dummy auch angebracht, denn in FlatOut habt ihr sehr, sehr viele Ausstiegschancen und wer will da schon selber dran glauben müssen?
Fies: In Deutschland sehen wir den Dummy aus 'Jugendschutz-Gründen', während z.B. in England echte Menschen aus den Wagen geschleudert werden.
Gold, Geld, Tuning
Die Anfangs beschriebene Szene erlebt ihr in FlatOut immer wieder: Rasen, Drängeln, Schubsen und spektakuläre Unfälle am laufenden Band. Natürlich macht es einen Mordsspaß einen Gegner an einen Baum zu drängen, um zu sehen wie dieser einen (physikalisch korrekten) 'Abflug' macht. Allerdings stellt sich die künstliche Intelligenz der anderen Fahrer nicht gerade dumm an, um auch euch ein solches Erlebnis zu bescheren. FlatOut besitzt nämlich neben dem fantastischen Schadensmodell auch eine sehr gute Physik-Engine.
Und auch während seltener ruhigerer Phasen setzen eure Gegner geschickt zum Überholen an oder nutzen Abkürzungen. Manchmal allerdings sind die KI- (künstliche Intelligenz) Gegner in Kolonne unterwegs, was z.B. Überholen sehr schwer machen kann.
Und dazu kommt noch, dass natürlich jeder Fahrer auch am Sieg interessiert ist. Denn nur wer unter den ersten drei ins Ziel kommt, für den gibt es eine anständige Belohnung in Form eines Bronze-, Silber- oder Gold-Pokals, aber auch eine Menge Kohle. Nebenbei werden so auch noch weitere Strecken und Minispiele frei geschaltet, die natürlich auch gewonnen werden wollen.
Im Laufe des Spiels fällt etwas negativ auf, dass trotz des sehr unterschiedlichen Rennstreckenverlaufs immer wieder dieselben Gegenstände auftauchen. Das sorgt dafür, dass man schnell alles gesehen hat, aber dafür ist es zum Ersten eine ganze Menge und zum Zweiten (fast) alles 'kaputtbar'. Des Weiteren steigert sich die Fähigkeit euer Mitstreiter, was dazu führt, dass es manchmal zu Frustmomenten kommt.
Wenn ihr jedoch Gewonnen habt, könnt ihr das verdiente Geld nun in verschiedene bessere
Teile investieren, die ihr auf dem Schrottplatz auswählen könnt, z.B.: bessere Reifen, Motorenteile, Getriebe oder in ein stabileres Chasie. Oder ihr geht gleich zum Autohändler (oder eher Schrotthändler) und kauft ein besseres, schnelleres und stabileres Auto.
Lasst die Fetzen fliegen!
Wobei Letzteres eine sehr wichtige Rolle spielt, denn die Ramm- und Drängel-Aktionen im Spiel bleiben nicht ohne Wirkung. Bugbear hat den Wagen in Flatout ein wahnsinnig gutes Schadensmodell spendiert, welches dafür sorgt, dass beinahe jedes un-/bewegliche Teil an eurem Auto davonfliegen kann. Bis es dazu kommt, lässt sich eure Karoserie an jeder Ecke verbiegen, quetschen und zerschrammen. Und Möglichkeiten den Wagen zu schrotten habt ihr immer. Überall stehen Zäune, Tribünen, Schilder, Leitern, Fässer oder irgendwelche anderen Gegenstände, die beim Rammen dank der sehr guten Physik-Engine realitätsnah umherfliegen oder einfach mitgeschliffen werden.
Natürlich mag sich der eine oder andere jetzt fragen, wozu das gut ist, alles zu zerstören. Dafür gibt es zwei einfache Antworten. Erstens: es ist einfach cool und spaßig, alles zu schrotten und zum anderen lädt das Zerstören von Objekten euren Turbo auf. Dieser Turbo wird als roter Balken rechts unten angezeigt und hat beim Benutzen ungefähr dieselbe Wirkung wie NOS in Need for Speed Underground 2. Jedoch sollte man mit diesem Boost sehr vorsichtig umgehen, denn es gibt auf jeder Strecke nur sehr wenige (lange) Geraden. Allerdings wirkt sich die Physik des Spiels auch auf das Fahrverhalten aus, daher sind die Wagen besonders bei vollem Tempo recht schwer zu kontrollieren, was bei etwas Unachtsamkeit und evtl. mit Turbo gut und gerne ins Auge gehen kann.
Leider verhält sich die Steuerung allgemein etwas schwammig und macht daher die Rennen unnötigerweise noch schwerer. Denn wenn man einen größeren Unfall hatte, landet man schnell auf Platz 8. Übrigens sorgt die Physik-Engine auch bei den Dummyfahrern für ein echtes Umherfliegen.
TÖTET DEN DUMMY!
Ok, stimmt: Eine Dummy-Puppe aus Plastik lässt sich wohl kaum töten. Allerdings gibt es neben den normalen Rennen auch Bonusspiele, bei denen man mit etwas Geschick und meist viel Glück reichlich Geld verdienen kann. In allen Minispielen gilt es, den Dummy aus dem Auto zu schleudern, um möglichst hoch, weit oder genau zu fliegen. Insgesamt könnt ihr an 6 Minispielen teilnehmen, u.a.: Bowling, Dart, aber auch Hoch- und Weitsprung. In jeder Disziplin müsst ihr einen bestimmten Rekord schlagen, um so Geld zu gewinnen. Ihr könnt die ersten 2 Minispiele immer und zu jeder Zeit spielen, jedoch müssen die anderen 4 erst durch Siege freigeschaltet werden. An Hand dieser Scherzspiele lässt sich gut zeigen, dass die Physik-Engine von FlatOut nicht immer perfekt funktioniert. So kommt es vor, dass beim Bowlingspielen die umgefallenen Kegel falsch gezählt werden, was natürlich besonders dann ärgerlich ist, wenn der neue Rekord dadurch zunichte gemacht wurde.
Trotzdem machen alle Spiele sehr viel Spaß und sorgen für etwas Abwechslung vom Rennalltag, zudem erfordert auch jedes Spiel seine eigene Technik! Und dem Dummy auf seinen Höhenflügen zuzusehen ist jedes Mal aufs Neue extrem lustig. Wer jetzt noch nicht zufrieden ist und keine Lust auf Rennen und Minispiele hat, der kann sich seine Zeit auch mit einem typischen 'Destruction Derby' vertreiben, wobei es gilt, innerhalb einer Arena die Gegner zu Schrotthaufen zu verarbeiten und dabei selbst zu überleben.
Was macht die Technik?
Nicht nur in eurem Wagen könnt ihr immer mehr Technik verbauen, sondern auch von Haus aus liefert FlatOut in technischer Hinsicht eine ganze Menge. Grafisch ist FlatOut zwar nicht revolutionär, aber auf der Höhe der Zeit, was sich durch schöne Texturen, nette Partikeleffekte (z.B. Rauch oder Staub), aber auch durch die fantastische Landschaft bemerkbar macht. Hinzu kommt jetzt noch die vorbildliche Physik-Engine und das extrem gut gelungene Schadensmodell.
Da FlatOut jedoch nur mit ca. 30 Bildern pro Sekunde läuft, wirkt es ohne Turbo irgendwie nicht richtig schnell. Wenn man jedoch den Turbo einsetzt, gibt es gut gemachte Verwischeffekte, die ein sehr gutes Geschwindigkeitsgefühl vermitteln.
Wer ein 5.1 System besitzt, sollte dieses bei FlatOut auf jeden Fall nutzen, so klingt das Motorenröhren gleich dreimal besser und der punkige Soundtrack von FlatOut ist ebenfalls sehr gut, auch wenn die Songs auf Dauer etwas nerven.
Die Belegung der Steuerung ist Standard, jedoch fällt die allgemein zu schwammige Steuerung negativ ins Gewicht. Aber sonst gibt's nichts zu meckern.
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