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Beinahe vier Jahre Produktionszeit stecken in dem Projekt „Fable“, das die Big Blue Box Studios unter den Fittichen des Star-Spieledesigners Peter Molyneux entwickelt haben. Im Laufe dieser Zeit wurde die Spielerschaft taktisch klug immer wieder mit brisanten Infos zum Gameplay versorgt, nun befindet sich das Spiel endlich auf dem Weg in die heimischen Spieleläden.
Wie im Märchen...
Fable versucht euch von Anfang an in eine mystische und märchenhafte Welt zu entführen. Dieser Umstand wird schon beim Betrachten des herrlich in Szene gesetzten Vorspanns ersichtlich. Mit Hilfe gezeichneter Bilder wird euch die Geschichte, die euch im Spiel erwartet, vermittelt. Unmittelbar darauf findet ihr euch als kleiner Junge in der Rahmenhandlung des Titels wieder. Nach einigen, kleineren Aufgaben, die euch mit der Mechanik des Spieles vertraut machen sollen, müsst ihr schließlich hilflos mit ansehen, wie eure Familie – bestehend aus Vater, Mutter und Schwester - von räuberischen Horden ermordet und verschleppt wird. Euch selbst rettet ein Held namens Maze aus dem Gemetzel und bringt euch in die Gilde der Helden. Im Laufe der Jahre erlernt ihr dort, mit Waffen und Zaubersprüchen umzugehen. Diese Basiseinschulung bringt euch das gesamte Kampfsystem (Nahkampf, Distanzangriff und Magie) des Spieles näher, ungeachtet dessen, ob ihr im späteren Verlauf den Weg des Schwertes oder jenen der Magie beschreiten wollt.
Gut oder böse?
Nachdem ihr mit den Grundkampfarten von Fable vertraut gemacht worden seid, springt ihr zeitlich einige Jahre vorwärts und findet euch als junger Recke in der Gilde der Helden wieder. Nun liegt es an euch, in die weite Welt hinaus zu ziehen und zur schillerndsten Figur eurer Zeit zu avancieren. Ob ihr dabei dem Pfad des Guten folgen wollt, oder aber als gefürchteter Schlächter die Spielewelt unsicher machen möchtet, bleibt ganz euch überlassen. Viele der Quests, die ihr von nun an in der Gilde der Helden oder in der weitläufigen Umgebung annehmt, überlassen euch die Wahl, welchen Weg ihr einschlagt. Helft ihr einfachen, in der Kunst des Kampfes ungeschulten, Händlern gegen eine Überzahl an Fieslingen oder schließt ihr euch der räuberischen Horde an, um über die weitaus Unterlegenen zu triumphieren? Es bleibt völlig euch überlassen. Seid euch aber dessen bewusst, dass eure Handlungen Spuren auf eurem Äußeren hinterlassen. Folgt ihr brav dem Pfad der Tugend, so bleibt auch euer Aussehen heroisch, vollführt ihr überwiegend schlechte Taten, so ähnelt euer Erscheinungsbild irgendwann dem Leibhaftigen selbst.
Nicht minder Einfluss auf das Äussere eurer Spielfigur nimmt die Art und Weise, wie ihr euch eurer Widersacher entledigt. Schwingt ihr unentwegt schweres Kampfgerät durch die Luft, so bildet euer Alter Ego im Verlauf des Spieles furchteinflössende Muskelmasse aus. Wendet ihr überwiegend Fernkampfwaffen (wie etwa Bögen) oder Magie an, bleibt euer Körper schmächtig.
Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen bastelt ihr euch in Fable euer virtuelles Ich nicht aus Rasse, Klasse und Attributen zusammen, sondern übernehmt einen fixen Charakter. Diesen baut ihr dann im Verlauf des Spieles nach euren eigenen Vorstellungen und Wünschen weiter aus. Ihr dürft aus einem riesigen Repertoire an Tattoos, Frisuren, Bärten oder Kleidungsstücken auswählen. All diese Entscheidungen haben natürlich direkte Auswirkung auf eure Umwelt. Euer Charakter formt sich je nach der Art, wie ihr euch im Spiel verhaltet. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten sind daher so mannigfaltig, dass kaum ein Spieler von Fable je exakt die selbe Figur steuern wird.
Die Aufgaben, die im Spiel von euch verrichtet werden wollen, gliedern sich in Quests, die unbedingt angenommen werden müssen und solche, die nicht zwingend zu Ende gebracht werden sollen. Um dem Spiel all seine Vorzüge zu entlocken, tut ihr euch freilich selbst einen Gefallen, alle Missionen anzunehmen. Zwischen den einzelnen Quests besteht die Möglichkeit, sich mit allerlei Nebensächlichkeiten zu beschäftigen. Ihr dürft nach Lust und Laune flirten heiraten (den eheliche Pflichten nachkommen ;)), euch unter das rege Treiben des arbeitenden Volkes mischen, euer Geld beim Glücksspiel in der Taverne verprassen oder euch gegen ein kleines Entgelt von einem Barden besingen lassen.
Alle Bewohner von Albion – so der Name des Landes in dem Fable spielt – verfügen über einen eigenen Tagesablauf und gehen hingebungsvoll ihren Geschäften nach. Kinder spielen auf der Strasse, Schmiede hämmern neuer Waffen und Händler preisen ihre Ware an. Wie lange ihr diesem Treiben beiwohnt, ist völlig euch überlassen, denkt aber daran, dass auch in Fable eine Hauptgeschichte verfolgt werden will. Diese bringt euch dem Schicksal eurer Familie näher und wartet mit überraschenden Wendungen auf.
Nicht minder als die Geschichte, sind in einem gepflegten Action-Rollenspiel die Kämpfe von Bedeutung. Auf dem Radar, der stets am unteren Bildschirmrand eingeblendet ist, seht ihr alle Lebewesen, die sich im gegebenen Levelabschnitt befinden. Da auch etwaige Gegner (in rot) angeführt sind, kommt es in Fable zu keinerlei Zufallskämpfen.
Steht man nun einem Feind Auge in Auge gegenüber, zückt ihr zunächst mit der weißen (Nahkampf) beziehungsweise der schwarzen (Distanzangriff) Taste eure Waffe. Mit dem linken Schalter wird dann ein Widersacher anvisiert, während ihr mit der X-Taste Schläge ausführt. Die rechte Schultertaste löst das Magie-Menü aus, das ebenfalls mittels Aktionstasten konfiguriert und benutzt werden darf. Das Kampfsystem ist nicht sehr schwierig zu durchschauen, außer das Magie System welches etwas gewöhnungsbedürftig ist. Hat man sich aber erst einmal an die eigenartige Mechanik gewöhnt, gehen die Auseinandersetzungen mit Schurken, Untoten und den restlichen Fabelwesen einfach von der Hand.
Technik
Etwas seltsam wurde auch das Bereisen der Spielewelt gelöst: Frei, wie beispielsweise in Morrowind, dürft ihr euch nämlich nicht bewegen. Vielmehr folgt ihr vorgegebenen Pfaden, von denen ihr nur minimal abweicht. Zusätzlich lädt die Xbox überaus häufig nach, was bei oftmaligem Hin-Und-Hergehen doch etwas nervtötend ausfallen kann. Dafür findet ihr sowohl in den Städten als auch in den weitläufigen Aussenarealen oft Händler oder Schmiede, mit denen ihr regen Handel treiben und Waffen beziehungsweise Ausrüstungsgegenstände kaufen oder aufwerten dürft. Das Reisen in Albion wird euch zudem durch Transportfelder erleichtert.
Grafisch präsentiert sich das Rollenspiel-Epos erstklassig. Die Umgebungen wirken lebendig und erzeugen den Charme einer bezaubernden Fantasy-Welt. Egal, ob ihr euch in einer belebten Stadt oder in einem stimmigen Waldabschnitt befindet, Fable weiß mit seiner Grafikpracht immer zu überzeugen.
Nicht minder als die Optik trägt die akustische Kulisse zur perfekten Atmosphäre bei. Die Musik weiß mit Gregorianischen Chorälen und sphärischen Klängen zu begeistern und belebt das Treiben auf dem Bildschirm ungemein.
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