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Nach nun mehr drei Ausflügen auf die Hinterhöfe der Streetball-Szene und zwei bodycheckgespickten NFL Hinterhofkeilereien war es nur eine Frage der Zeit bis EA auch die Fußballfraktion mit einem „Street-Ableger“ beglückt.
Nun ist es soweit und EA schickt mit „Fifa Street“ seine Fußballhühnen auf eher unkonventionelle Plätze um sich die Bälle um die Ohren zu bolzen. Fußballfreunde hatten große Ansprüche an das Spiel, denn wer wollte nicht schon immer mal zaubern wie Ronaldinho und Co!?
Ob das Spiel qualitativ mit seinen großen Brüdern mithalten kann erfahrt ihr hier…
Neue Bolzer braucht das Land
Das Herzstück des Spiels stellt der so genannte „Absolute Street“ Modus dar. Von hier aus gilt es sich vom Newcomer zum König der Straßen zu spielen. Doch bevor dieses ehrgeizige Projekt in Angriff genommen werden kann, gilt es sich einen Spieler zu basteln.
Hier bestehen sehr viele Möglichkeiten um sich einen individuellen Kicker zu basteln: Von Gesichtszügen, über die Proportionen bis hin zur Kleidung kann man jedes Merkmal bearbeiten.
Lieber der bullige muskulöse Spieler welcher dem Gegner schon beim Anblick Respeckt einflößt, oder doch lieber der flinke kleine Spieler – hier kann jeder das für sich passende Alter-Ego „zurechtbasteln“... doch wollen wir uns damit nicht zu lange aufhalten, denn der Bolzplatz wartet schon.
Nach und nach bereist man zehn Metropolen, um deren Platzhirsche vom Spielfeld zu verdrängen. Um mit den ganz großen Teams mithalten zu können gilt es, seinen Kader weiter auszubauen. Für jedes bestrittene Spiel erhält man Punke mit welchen man die Attribute seines „Zöglings“ weiter ausbauen kann.
Im weitern Spielverlauf kann sich der angehende Superstar die wirklichen Superstars ins Team rekrutieren – so schließt man für horrende Summen Wetten ab, wird das darauf folgende Spiel gewonnen gehört dessen Starspieler fortan zum eigenen Team.
Zaubern wie Copperfield…
Wie in den NBA Street Ablegern gilt es auch in Fifa Street seine Gegenspieler durch gekonnte Tricks ins Leere laufen zu lassen. Durch das Bewegen des rechten Analogsticks führen die Spieler wunderhübsch animierte Ballstaffetten aus, welche denen aus den Nike Werbespots in nichts nachstehen. Die Spieler vollführen Lobs, Täuschungen und Tunnel das es eine wahre Pracht ist.
Durch das Ausführen solcher Tricks füllt sich eine Leiste am oberen Bildschirmrand. Ist diese gefüllt kann man einen so genannten Gamebreaker-Schuss ausführen, welcher von den Keepern nur in den seltensten Fällen pariert wird. Dieser wird EA-typisch mit viel Tamtam präsentiert: Das Spiel schaltet in eine Art „Bullet-Time“ welche den folgenden Schuss in einer Zeitlupe wiedergibt.
Solche Manöver werden von einem schnell nervenden Kommentator unterlegt. Dieser wirkt mit seinen jugendlichen Sprüchen leicht überdreht.
Nicht alles wirkt derart zauberhaft…
Leider haben es die Entwickler nicht geschafft das Gameplay auf ähnlich hohem Niveau zu halten auf dem sich die Präsentation befindet.
Dem geneigten Fifa-Spieler wird die recht träge Steuerung sehr schnell sauer aufstoßen. Zwar gehen die Tricks super von der Hand, die eigentliche Kontrolle der Kicker ist aber sehr ungenau und träge ausgefallen. Besonders in der Defensive wirkt sich dieses Manko oft negativ aus, da man am Gegenspieler vorbeigrätscht ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Durch dieses Mangel an Präzision kommt es zu vielen Frustmomenten, welche man leicht hätte vermeiden können.
Ein Schuss an die Latte stellt auch die KI (Künstliche Intelligenz) der Spielr dar. Diese laufen sich in der Offensive kaum frei und bewegen sich meist nach demselben Muster. So erwischt man sich immer wieder dabei den Alleingang dem Teamspiel vorzuziehen. Auch in der Defensive sind die KI-Kollegen keine Hilfe - Es kommt oft vor das diese einfach in der Offensive stehen bleiben und man sich alleine durch die Gegner muss.
Das alles sind Mankos, die man bei einem Arcade-Soccer verschmerzen könnte... wäre da nicht dieses unsägliche Torwartverhalten. Die Keeper scheinen auf ihrer Linie zu kleben, selbst wenn ein Stürmer mutterseelenallein auf sie zuläuft. Kommt es zu einem Abpraller ist die Torwart KI sehr schnell überfordert mit den Geschehnissen, was zu planlosem Umherrennen führt.
Schüsse aus der Entfernung werden "Scriptgesteuert“ pariert - so landet mancher Sonntagsschuss im Kasten, während der Torwart ein paar Minuten später den einen oder anderen unhaltbaren Ball aus nächster Nähe ohne Probleme rausholt.
Diese Schönheitsfehler führen leider dazu dass Fifa Street schon nach kurzer Zeit zu langweilen beginnt. Der Spielablauf gestaltet sich immer gleich, da auf die Teamkameraden kaum Verlass ist. Manchmal erwischt man sich selbst dabei, wie man sich aus lauter Verzweiflung einfach den Ball greift und mehrerer Tricks vollführt... in der Hoffnung dass der darauf folgende Schuss nicht wieder von den unausgegorenen „KI-Keepern“ abgeblockt wird.
Da Fifa Street auf Arcade-Fußball ausgelegt ist, gibt es auch keinen Schiri. Selbst die hinterhältigsten Blutgrätschen werden nicht geahndet. Zwar Foult die KI nur sehr selten, jedoch Arten Spiele gegen Freunde sehr schnell in wilden Keilereien aus – hier wäre ein optionales Regelwerk sehr zu wünschen gewesen.
Bewegungen, so geschmeidig wie ein Aal…
Grafisch zeigt sich der Fifa-Ableger gewohnt von seiner besten Seite. Die Spieler sehen ihren realen Vorbildern sehr ähnlich und wurden superb per Motion-Capturing animiert. Jeder Trick sieht genau so aus, wie man ihn aus den Werbungen diverser Sportmarken kennt. Die Austragungsorte sind mit netten Details und Animationen versehen und man fühlt sich sofort ins entsprechende Land versetzt.
Unterlegt wird das geschehen durch treibende Elektro- und Samba-Klänge. Die Musik passt sehr gut zum stylischen geschehen und lässt richtige Straßenfußball-Atmosphäre aufkommen.
Negativ fällt hier nur der bereits erwähnte Kommentator auf, welcher schon nach kurzer Spielzeit dazu führt, ohne diesen weiterzuspielen.
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