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„Finish Him!“ Welcher Spieler kennt sie nicht, diese Worte? Anfang der 90er löste Midway mit Mortal Kombat eine wahre Lawine aus, was besorgte Eltern und Behörden angeht. Das Spiel bot literweise Blut und stark überzogene Todesanimationen. Damals beeindruckte Mortal Kombat vor allem technisch. Es wurden echte Menschen aufgenommen und digitalisiert, weshalb die Kämpfer für damalige Verhältnisse sehr echt wirkten. Das und die berüchtigten "Fatalitys" führten zu einer rasch folgenden Indizierung, welche dem Bekanntheitsgrad des Spiels aber keinen Abbruch brachte.
Da solche technische Neuerungen heute keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken, mussten sich die Entwickler einige Gameplay-Neuerungen einfallen lassen, um die Spieler auch heute noch ans Joypad fesseln zu können. Die wichtigste Neuerung stellt die Online-Anbindung dar, welche es erstmalig ermöglicht, sich die Herzen auch Online rauszureißen…
Ein nie enden wollender Kampf...
Vielen Mortal Kombat-Fans stockte im Intro zu Teil 5 der Atem: Liu Kang der stärkste Kämpfer der Erdenreichs wurde von Shang-Tsung getötet.
Nach einem sehr spektakulären Kampf schafft es die Deadly Alliance auch Raiden zu besiegen und den Dragon King zum Leben zu erwecken. Dieser stellt sich aber als nicht so leicht kontrollierbar heraus, wie es sich die Bösewichter vorgestellt haben und unterjocht mit Hilfe seiner Armee von Untoten das Erdenreich. Dieses Geschehen wird dem Spieler in einem ordentlich gerenderten Intro präsentiert und stimmt ihn sehr gut auf die bevorstehenden Fights vor.
Das Herzstück des Spiels ist der Konquest-Modus: Wie in einem Action-Adventure steuert man einen Helden durch riesige Welten und erledigt Aufträge. Zu Beginn werden einem die grundlegenden Kampftechniken erklärt, woraufhin man sich auf den Weg macht, die riesigen Welten zu erkunden.
Im Laufe seiner Reise trifft der Spieler auf die verschiedenen Kämpfer der Mortal Kombat-Reihe, welche einem ihre besondere Kampftechnik beibringen oder einen einfach zu einem Kampf herausfordern.
Der Konquest Modus dient hauptsächlich dem Freispielen der vielen Extras, die man sich durch so genannte Coins kaufen kann. Diese Coins erhält man nach jedem bestanden Kampf oder sammelt sie in den frei begehbaren Landschaften. Hat man genügend dieser Coins gesammelt, begibt man sich in die Crypt. In dieser stehen dem Spieler über 400 Grabsteine zur Verfügung, welche mit den Coins geöffnet werden können und ein Extra wie neue Arenen oder neue Kämpfer preisgeben. Bis man jedes dieser Extras freigeschaltet hat, vergehen viele Spielstunden.
Mortal Kombat-Fans freuen sich, die verschiedenen Reiche wie Outworld, das Erdenreich oder das Chaosrealm frei erkunden zu dürfen.
Der Konquest Modus wird in Kapiteln erzählt, nach jedem Abschluss eines Kapitels altert der Hauptcharakter und entwickelt sich gegen Ende seines Abenteuers zu einem sehr weisen Kämpfer, welcher fortan auch in anderen Spielmodi zur Verfügung steht.
Leider wurde der Konquest Modus grafisch kaum an die heutigen Standards angepasst. Mehr als lieblos texturierte Landschaften, welche von dichtem Nebel umzogen sind, bekommt man hier nicht zu sehen.
Doch trotz dieses Mankos vermag der Konquest Modus den Spieler bis zum Ende ans Joypad zu fesseln, da durch das Münzensammeln eine wahre Sucht ausgelöst wird.
Wer keine Lust verspürt, sich durch riesige Welten zu bewegen, begibt sich in den schon aus den Vorgängern bekannten Kombat Modus. Hier gilt es, sich gegen mehrere Gegner zu beweisen bis man schlussendlich vor dem Dragon King höchstpersönlich steht. Waren die Kampfarenen im Vorgänger noch durch eine unsichtbare Wand begrenzt, so sind sie diesmal vollkommen interaktiv, ähnlich wie die Dead or Alive-Arenen. Dadurch sind dem Spieler keine Grenzen mehr gesetzt, wie er sein Gegenüber erledigen möchte.
So kann man den Gegner beispielsweise quer durch eine gläserne Decke schlagen, so dass dieser im hohen Bogen durch die Arena fliegt und auf der anderen Seite wieder aufschlägt. In Verbindung mit den so genannten Death-Traps, welche es einem ermöglichen, den Gegner mit einem Schlag zu töten in dem man in z.B. in eine Säurebecken schlägt, ergeben sich sehr dynamische Kämpfe welche sehr Abwechslungsreich ablaufen.
Am eigentlichen Kampsystem hat sich nichts geändert; wie auch im Vorgänger besitzt jeder Kämpfer drei Kampfstile, wovon einer mit einer Nahkampfwaffe geführt wird. Durch geschickt eingegebene Joypad-Kommandos kann man diese Kampfstile in Kombos verbinden und den Gegner somit kaum noch selbst zum Schlag kommen lassen. Nach erfolgreich geschlagenem Kampf wirft einem der Kampfsprecher die berühmten „Finish Him!“-Worte entgegen: Während der besiegte Gegner vor einem taumelt, kann man diesen durch Eingabe besonderer Tastenkommandos auf zwei verschiedene Arten töten. Diese Tötungen werden sehr überzogen präsentiert und gestalten sich dadurch sehr blutig.
Neu ist der Hara Kiri-Move, welcher es dem besiegten Spieler ermöglicht sich selbst zu töten, um somit seine Ehre zu bewahren.
Endlich auch Online
Da es kaum noch Spiele ohne Online-Modus auf den Markt schaffen, war es nur eine Frage der Zeit bis auch Mortal Kombat endlich online spielbar ist. Mit Mortal Kombat: Deception ist dieser Bann endlich gebrochen und die Spieler dürfen sich die Fäuste auch Online um die Ohren hauen.
Wer jedoch keine Lust hat zu kämpfen, widmet sich einfach den neu integrierten Modi wie Puzzle- oder Chess Kombat.
Ersteres orientiert sich stark an Spielen wie Tetris: Es gilt von oben herabfallende farbige Steine korrekt zu Verbinden und somit diese aufzulösen. Aufgelöste Steine fallen in der Gegnerhälfte herunter und bringen ihn weiter unter Druck. Verloren hat der Spieler, wessen Steine den Bildschirmrand als erstes erreichen.
Im Chess Kombat gilt es die Figuren wie im wirklichen Schach über ein Brett zu bewegen. Kommt es zu einer Konfrontation schaltet das Spiel in einen Kampfbildschirm und der Kampf wird auf übliche Art und Weise ausgetragen.
Jeder dieser Spielmodi ist Online spielbar, sodass hitzigen Gefechten nichts mehr im Wege steht.
Leider wirkt die Spielgrafik nicht mehr ganz up-to-date. Zwar sind die Kämpfer und die Arenen recht schön gestaltet, aber die Xbox kann in dieser Hinsicht weit mehr als uns die Entwickler mit Mortal Kombat: Deception zeigen. Mortal Kombat: Deception wurde im Vergleich zum Vorgänger grafisch kaum verbessert. Wie schon damals wirken die Kämpfer kantig und die verschiedenen Bewegungen wurden sehr abgehackt animiert.
Da die Kämpfe aber stark überzogen präsentiert werden, fallen die Animationen glücklicherweise nicht allzu negativ auf. Klar verbessert wurden die Licht- und Wettereffekte. Grafisch schön gestaltete Blitze zucken den Kämpfern um die Ohren und bringen den regennassen Boden zum Glänzen, während einem die Wellen auf hoher See beim Kampf auf einem Piratenschiff das ein oder andere Mal ins Straucheln bringen.
Soundtechnisch zeigt sich das Spiel sehr sauber, bietet aber nichts Besonderes. Die Kämpfe werden durch Schreie und Umgebungsgeräusche wie ein Gewitter unterlegt. Der Kampfsprecher klingt wie eh und je sehr düster, was bei den Worten „Finish Him“ für so manche Gänsehaut sorgt.
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